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gerade damals bei Ablauf des zweiten Jahrhunderts nach seinem Tode von Allen cinmüthig ^gefeiert wurde- Man warsich bewußt, mit dieser Benennung nicht irgendwie etwas Feindse-liges gegen die röm.-katholische Kirche auszusprechen und dadurch einen Funken kirchlicherZwietracht hinzuwcrfen, denn das Bild Gustav Adolfs steht vor allen Protestanten, wenig-stens in Norddcutschland, im Glanze eines Ruhms, der von Allen ohne Ausnahme anzuerken-nen ist-; man feiert in ihm den christlich-frommen Helden, der sein Leben durch keine Thatbefleckt hat, den Märtyrer für die Glaubensfreiheit der ganzen Welt, denn darum und nichtallein um Glaubensfreiheit für das Häuflein deutscher Protestanten handelte es sich, als erin Deutschland focht. Veranlassung, die Hülfe für kirchlich, d. i. um ihres Glaubens wil- ,len, bedrängte Protestanten in den Kreis privater Thätigkcit eines Vereins zu ziehen, laggenug vor in den ununterbrochen bei den einzelnen protestantischen Landeskirchen Deutsch-lands von allen Seiten cinlaufcnden, zum Theil kläglichen Hülferufcn vereinsamter pro-testantischer Gemeinden, die sich durch eigene Kraft ebenso wenig zu halten vermochten, alssic in ihrer Nähe von ihren eigenen Regierungen Unterstützungen zu erwarten durch die >Gesetze ihres Landes berechtigt waren. Die Collectcnrcisen, die oft selbst von Amerika aus Igemacht wurden, zeigten deutlich genug, wie die protestantische Kirche außer den Ländern,wo sie in compacter Verfassung dasteht und der Befriedigung ihrer Bedürfnisse durch Gesetzeversichert ist, in Gefahr stand, ein Stück nach dem andern durch Verkümmerung zu verlieren.Hier war Hülfe nicht nur Noth, sondern Pflicht. Man hatte auch diese Pflicht schon bis dahinin keiner der deutschen protestantischen Landeskirchen gänzlich verkannt. In ihnen allenwurde häufig für bedrängte Glaubensgenossen gesammelt, ja in einigen bestanden für sieKirchencollecten oder eigene, wicwol unbedeutende, Kassen als Überreste früherer staatsrccht-licher Veranstaltungen. Allein diese Unterstützungen waren ohne Zweckmäßigkeit wie ohne lNachdruck und konnten deshalb weder eine Sicherung des äußern Bestands der Protestant!-fchen Kirche, noch eine Ermuthigung und innere Belebung aller ihrer Glieder bewirken., >Der neue und große Gedanke der Gustav-Adolf-Stiftung bestand darin, diese Übel- !stände zu beseitigen. Ihr Gründer fodertc alle Protestanten des ganzen Deutschlands,ja aller andern Länder zugleich auf, sich zu vereinigen, um mit gemeinsamer Überlegungdie Bedürftigkeit der einzelnen Bittenden aus allen Ländern sorgfältig abwägen zu kön- >nen und mit gemeinsamer Kraft nicht mehr auf momentane, theilwcisc und also nutzlose,sondern auf durchgreifende und bleibende Hülse zu wirken. Er schlug vor, diese Wirk-samkeit durch gemeinsame Berathung so zu organistrcn, daß ein Ccntralpunkt für ganzDeutschland festgesetzt würde. Allein es lebte noch nicht dieselbe Begeisterung für diesenZweck wie in Sachsen so in ganz Deutschland, und es waren die Motive zur Theilnahmenoch unwirksam, welche sich später durch die Macht der Zeitereignisse in dem Sinne für Ver-einslcbcn, in der Hochhaltung aller einzelnen Glieder der Kirche und in der Benutzungdieses Werks zum Segen für das innere Leben der Kirche aufdrangcn. Nur in Sachsenund in Schweden hatte die Jubelfeier diesen Gedanken bereits Gewicht gegeben, und die >in Leipzig, bald darauf auch in Dresden sich wirklich constituirenden Vereine fanden bei !dem sächs. Cultusministerium und bei dem Könige Karl XIV. Johann von Schweden eine jkräftige Unterstützung. Ein Geschenk des Königs Friedrich Wilheim'S III. von Preuße», dieBildung eines Vereins in Altenburg und Beiträge Einzelner ans Preußen, den sächs-, !ceuß. und anhalt. Ländern waren die einzigen auswärts erreichten Erfolge. So verküm- 'merke die Ausführung der Idee, obgleich die jährlich durch den Druck veröffentlichten Re-chenschaftsberichte und Aufrufe zeigen, daß man ihre volle Ausführung fortwährend er-wartete und anstrcbte. Das Elsaß, Baicrn, Ostreich, Ungarn und die Moldau waren dieersten Länder, nach denen dep, Verein mit seinen geringen Kräften Hülfe sandte, welcheaber um der Ungunst der Zeit willen Jahre lang hinter ihrer Bestimmung zürückblcibenmußte. Die Vereine in Leipzig und Dresden stellten sich, da Andere nicht Theil nahmen,vorläufig als die abwechselnd eintretenden Centra des ganzen Wer^s hin. Nur eine rin- .zige unglückliche Bestimmung finden wir in den 1834 von der Regierung bestätigten Sa-tzungen, nämlich daß die volle Einnahme jedes Jahrs capitalisirt und nur die Zinsen desCapitals für die Zwecke des Vereins verwendet werden sollten. Aber das Beengende die-ser Bestimmung war zu deutlich, als daß man nicht an ihre Aufhebung hätte denken sollen, ^