si-28 Gustav IV. Adolf (König von Schweden) l
rung besiegen; erzog sieb in seine Zimmer zurück, und die Vermählung kam nicht zu Staude. iAm 01. Ott. > 70' vermählte er sich dagegen »nt der Prinzessin Friederike von Baden, ^der Schwägerin des Kaisers Alerander und des Königs Maximilian I. von Baiern. Einrecht auffallendes Beispiel seines Eigensinns war, daß er einst auf dem Punkte stand, einenKrieg mit Rußland zu beginnen, weil er verlangte, daß das Geländer einer Grenzbrückeauf der russ. Seite mit Schwedens Farben angestrichen werden sollte, was ihm nicht ge-währt werden konnte. Als die nordischen Mächte über die Erneuerung des besonders gegenEngland gerichteten Bündnisses der bewaffneten Neutralität unterhandelten, begab er sich1801 , ;u Beschleunigung des Abschlusses, selbst nach Petersburg. Nichtsdestowenigerblieb er, als England gegen diese Mächte, besonders gegen Dänemark, die Offensive ergriff,ganz unthätig, ja nach Alexanders I. Thronbesteigung trat er sogar 1802 dem neuen Han-delsvertrag zwischen England und Rußland bei, durch welchen er von den Engländern, au-ßer der Rückgabe der Insel Bartheleniy, Befreiung der schweb. Schiffe vom Embargo inden brit. Häsen erhielt. Im Juli 180;', reiste er nach Karlsruhe, um den Kaiser und die ^Neichsfürsten für die Idee ;u gewinnen, die Bourbons statt des ersten Consuls, dessen !Würde nun erblich geworden, wieder an die Spitze der franz. Regierung zu setzen. Er be-fand sich noch in Karlsruhe, als der Herrog von Enghien auf Napoleon's Befehl aus demBadischen mit Gewalt entführt wurde. Sofort sendete er seinen Adjutanten nach Paris,um den Prinzen ;u retten; allein der Prinz war schon todt. Auch übergab er deshalb nach-drückliche Noten in Regensburg und war nächst Alexander I. der einzige Souverän;, derüber jenen Mord offen seinen Unwillen äußerte. Heftige Ausfälle des franz. „Moniteur"gegen ihn erhöhten seine Erbitterung gegen Napoleon und hakten den völligen Bruch mitFrankreich und eine immer engere Verbindung mit Großbritannien und Rußland zur Folge.
Er schickte dem König von Preußen den schwarzen Adlerorden zurück, weil Napoleon ihnauch erhalten habe und die Ritterehre es verbiete, Waffenbruder eines Mörders zu sein. sSo würdig die Erklärung war, die sein Gesandter am Reichstage im I. 1800 übergab,daß der König an den Verhandlungen des deutschen Reichstags so lange keinen Theil neh-men werde, als dessen Beschlüsse unter dem Einflüsse der Usurpation und des Egoismus -ständen, und so edel es war, daß er die von Napoleon kur; nach dem Frieden von Tilsit ge-machten Friedensvorschläge verwarf, ja sogar in der Absicht, Preußen bessere Friedensbe-dingungen zu verschaffen, am 0. Juli l 807 den Waffenstillstand mit Frankreich aufhob, somußte man es doch für eine unnütze Hartnäckigkeit ansehen, als er nach dem Frieden vonTilsit die von Rußland und Preußen angebotene Vermittelung ausschlug. Er verlor nunStralsund, das er am20.Aug. 1807 verließ, und die Insel Rügen. Seine blinde Anhäng-lichkeit an England, von welcher Alexander I. ihn abzuziehen vergebens versuchte, stürzte seinVolk in einen Krieg mit Rußland und Dänemark. Da nämlich G. durchaus die Thcil-nahme Schwedens an der Verschließung der Ostsee gegen die Engländer bis zum allgemei-nen Seesrieden verweigerte, und vor Allem erst die Entfernung der franz. Truppen von denKüsten der Ostsee und die Wiedereröffnung der deutschen Häfen für Englands Handel ge-bieterisch soderte, so drangen die Russen mit 00000 M. in Finnland ein und erobertennach kurzem Widerstande der schweb, und engl. Truppen diese Provinz, die hierauf mitRußland vereinigt wurde. Um sich für den Verlust Finnlands zu entschädigen, griff er Nor- 'wegen an; doch von den Dänen und Normännern zurückgeschlagen, mußte die schweb.Armee unter Armfelt sich über die Grenze zurückziehen. Trotz dieser Unfälle taub gegen ;alle Vorstellungen, Frieden zu schließen, reizte er Adel und Heer gegen sich auf. Als Eng-land ihn zu gemäßigtern Ansichten zu bringen suchte, legte er auf alle engl. Kauffahrtei-schiffe in den schweb. Häfen Beschlag und stieß damit auch dieseMackt von sich.
So mußte es Jedem deutlich werden, daß der König die Wohlfahrt seines Volks ganzseinen Leidenschaften aufzuopfern fähig sei. Ein im tiefsten Dunkel entworfener Plan ge-dieh zur Reife. Die westliche Armee, versichert, daß die Dänen die Greine nickt übersckrei-ten würden, setzte sich unter Adlersparre (s. d.) in Marsch gegen Stockholm, wo unterden nächsten Umgebungen des Königs die Häupter der Verschwörung sich befanden. Ausdie Nachricht von ihrer Annäherung beschloß derKönig anfangs, in Stockholm mit einige«Regimentern sich zu vertheidigen, änderte jedoch sehr bald diesen Plan und wollte nach