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Gustav M. (König von Schweden)
Landes. Durch seine Bcmülmngen erwachten der Handel und Ackerbau wieder zu regerThätigkrit, der Gewerbfieiß stieg mit dem hergestellten Umlaufe des baaren Geldes, dieLand- und Seemacht hob sich, Bergbau, Künste und Wissenschaften blühten wieder auf,und viele heilsame Einrichtungen und Anstalten, die G. nach dem Beispiel Friedrichs II.von Preußen ins Leben rief, dienten dazu, die Wohlfahrt des Landes wiedcrherzustellen.Nur in Hinsicht seines Hofstaats wich er von der Einfachheit Friedrich's ll. ab und nahmden Glanz des franz. Hofs, der ihn in seiner Jugend bezaubert hatte und seinem Hange zuübertriebener Pracht entsprach, sich zum Muster, was ihn zur Verschwendung der Staats-einkünfte und durch dieselbe zur Überlastung des Landes mit Abgaben führte. Noch mehraber als seine Prachtliebe stürzte der unglückliche Krieg mitRußland, den er, in der Absicht,Liefland und das russ. Finnland zu erobern, >788 begann, das Land in Schulden. DieNeichsstände, die den Verlust ihres einst so mächtigen Einflusses nicht verschmerzen konn-ten, benutzten die durch diese Umstände erzeugte allgemeine Unzufriedenheit, uni auf denersten Reichstagen anfangs leise und vorsichtig, dann, nach dem Aufstande der Dalekarlierim I. >78:;, auf dem Reichstage von >786 offen und heftig gegen den König aufzutreten.Sie verwarfen fast alle seine Vorschläge und nöthigten ihn zu harten Opfern. Noch bedräng-nißvoller aber wurde seine Lage, als zu Anfang des russ. Kriegs, als G. FredrikShamcinnehmen wollte, die Dänen, auf Rußlands Antrieb, in Schweden einfielen und zu glei-cher Zeit am 23. Aug. 1788 im Heer eine Meuterei ausbrach. Unter dem Vorwand, daßder König ohne Genehmigung der Stände keinen Angriffkrieg beginnen dürfe, weigerte sichdas Heer zu fechten und schloß eigenmächtig mit Rußland einen Waffenstillstand ab. AberG., ebenso besonnen als entschlossen in Gefahren, eilte nach Schweden zurück, gewanndurch seine Volksfreundlichkeit die Hülfe der Dalekarlier und rettete durch sie zunächst Go-thenburg vor den Angriffen derDänen, worauf er sich durch Englands und Preußens Ver-mittelung ganz von diesem Feinde befreite. Auf dem im Febr. 1789 zu Stockholm eröff-»eten Reichstage wurden ihm trotz des Widerstrebens des Adels völlige Souverainetäkund das Recht, ohne Einwilligung der Stände Krieg anzufangcn, verwilligt. Jetzt setzteer den Feldzug gegen Rußland mit höchster Anstrengung sort. Zwar siegten die Russen1789 fast allenthalben zur See und zu Lande; doch im folgenden Jahre brachte er durchdie glücklichen Gefechte bei WilmanfU:and (am 15. Apr.) und Walkiala (am 30. Apr.)und durch den Sieg seiner Scheercnflotte über die russ. Flotte bei Fredriksham (am 15.Mai) das Kriegsglück wieder aus seine Seite. Auch glich er die Niederlage des von derüberlegenen russ. Flotte geschlagenen Herzogs von Südermanland (am 3.—6. Juni) undseinen eigenen Verlust, als er sich am 3. Juli durch die feindliche Flotte schlug, durch denblutigen Sieg seiner Scheercnflotte bei Svenskasunde (am 9. Juli) über den Prinzen vonNassau glorreich wieder aus. Dieser Sieg führte zum Frieden, der am 11. Aug. >790 zuWerelä am Kymeneflusse zwischen Rußland und Schweden auf das Verbleiben des vordem Kriege bestandenen Besitzstandes abgeschlossen wurde. Statt nun die durch so vielfa-ches Unglück empfangene Lehre für die Zukunft zu benutzen, beschloß der König, in denGang der franz. Revolution einzugreifen und Ludwig's XVl. Macht herzustellen. Er wollteSchweden, Rußland, Preußen und Ostreich vereinigen und sich an die Spitze dieses Bun-des stellen. Au dem Ende ging er im Frühjahre 1791 nach Aachen, schloß mit Katharinaeizzen Freundschaftsvertrag und berief einen Reichstag in Gefle im Jan. >792, der nachvier Wochen zur Zufriedenheit des Königs endigte.
Den König zu morden, hatten sich unterdeß die Grafen Horn und Ribbing, die Freiher-ren Bielke und Pechlin, der Obristlieutenant Liljchorn und mehre Andere verbunden. Nach-dem bereits der Mord in Gefle versucht worden war, bot sich Ankarström (s. d.), der denKönig persönlich haßte, den Verschworenen zum Werkzeug an. Eine Maskerade zu Stock-holm, in der Nacht vom 15. zum >6. Mär; 1792, wurde zur Ausführung bestimmt.Obschsn der König kur; vor dem Anfang des Balls gewarnt ward, denselben zu besuchen,so ging er doch gegen 11 Uhr mit dem Grafen Essen (s. d.) dahin, trat in eine Loge und,da Alles ruhig war, in den Saal. Bald umgab ihn ein Gewühl von Masken, und indemihn eine derselben (der Graf Horn) mit den Worten: „Gute Nacht, Maske!" aus die Schul-tern klopfte, wurde er von Ankarström durch einen Schuß im Rücken tödtlich verwundet.