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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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523
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Gustav II. Adolf (König von Schweden)

hatten die Zwistigkeiten mit Polen, dessen König Sigismund nach Karl's IX. Tode seineAnsprüche auf den schweb. Thron erneuerte, mit kurzen Unterbrechungen fortgedauert; alsaber die Unterhandlungen G.'s während des mehrmals abgeschlossenen Waffenstillstandesnicht zum erwünschten Ziel führten, begann er 1621 den Feldzug gegen Polen aufs neue undmachte in Liefland, Kurland, Lithauen und Polnisch-Preußen außerordentlich glücklicheEroberungen, die nur im I. I »27, wo eine Hülfssendung von 1 9999 M. Östreichcrn un-ter Arnim die Polen verstärkte, auf kurze Zeit unterbrochen wurden. Unterdessen hatte inDeutschland die schrankenlos um sich greifende Übermacht des Kaisers Ferdinand s II. diepolitische Freiheit und zugleich den protestantischen Glauben immer gefährlicher bedroht,und, während es im Interesse Frankreichs lag, jene nicht untergehen zu lassen, glaubteG. es seinen Glaubensgenossen schuldig zu sein, diesen vor Unterdrückung zu retten. Dem-nach kam unter Frankreichs Vermittelung zwischen Schweden und Polen am 2». Scvr.1629 ein Waffenstillstand auf sechs Jahre zu Stande, derben König von Schweden imBesitz des eroberten Polnisch-Preußen ließ und ihm freie Hand gegen den Kaiser gab. Inder Aussicht auf ein Bündniß mit Frankreich, das auch nachher im Jan. 1631 wirklich er-folgte, rüstete sich nunG.zum Krieg, hielt am 19. Mai I63»vor den versammelten schweb.Ständen eine kraftvolle, herzliche Rede, wobei er seine Tochter Christina als Thronerbinverstellte, schiffte sich am 23. Juni mit 15999 M. schweb. Truppen in den Scheeren einund landete am 1. Juli bei der kleinen Insel Rüden an Deutschlands Küste. Trotz denSchwierigkeiten, die sich ihm sehr bald in dem Wankelmuth und dem Mistrauen der deut-schen Fürsten selbst entgcgenstellten, siegte er allenthalben über die kaiserlichen Truppen;er zwang die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, sich mit ihm zu vereinigen,setzte die geächteten Herzoge von Mecklenburg in ihre Länder wieder ein, schlug Tilly beiBreitenfcld, durchzog erobernd die Main- und Rheingegenden, bis er zur Rettung seinesBundesgenossen, des Kurfürsten von Sachsen, nach Sachsen zurückeilend, in der Schlachtbei Lützen am 16. Nov. 1632 gegen Wallcnstein unfern des 1832 an der Landstraße ihmzu Ehren gesetzten Denkmals als Sieger den Heldentod fand. (S. DreißigjährigerKrieg.) Die nähern Umstände seines Todes wurden lange auf sehr verschiedene und wi-dersprechende Art ertählt, und ziemlich allgemein galt die Annahme, er sei durch Meuchel-mord gefallen, entweder auf Ferdinand s II. oder Richelieu s Anstiften. Der schwersteVerdacht in dieser Hinsicht traf G.'s Begleiter in der Schlacht, den Herzog von Lauenburg,der kurz zuvor aus kaiserlichen Kriegsdiensten in schweb, getreten war und später, katholischgeworden, wieder in jene zurücktrat. Jndeß scheint durch die bekanntgewordenen Briefedes Pagen Aug. von Lcubelfing, der an des Königs Seite verwundet wurde, ziemlich au-ßer Zweifel gesetzt, daß G., als er an der Spitze der smaländischen Reiterei zu rasch im Ne-bel voraneilte, zwischen die feindlichen Cürassicre gerieth, und hier von mehren Kugeln ge-troffen und schwer verwundet vom Pferde gesunken und im Steigbügel geschleift wordenwar, zuletzt von kaiserlichen Reitern, denen der ihn begleitende Page nicht Rede stehenwollte, vollends getödtct wurde. Sein blutiges Koller wurde nach Wien gebracht, wo es»och jetzt aufbewahrt wird, den Leichnam führte der edle Herzog Bernhard von Weimarnach Wcißcnfels, um ihn dort der Königin zu überliefern, die ihn dann nach Schweden indie königliche Gruft bringen ließ; seine Eingeweide aber wurden, nach der Sectivn durcheinen Apotheker, in der Klarakirche zu Weißenfels beigesetzt. Mit seiner Gemahlin, derschönen Maria Eleonora, geborenen Prinzessin von Brandenburg, geb. 1599, milder erin der glücklichsten Ehe lebte, zeugte er eine einzige Tochter, Christina (s. d.), die, siebenJabre alt, ihm in der Regierung folgte. G. war stark und schön von Körper, hatte einen Hel-len durchdringenden Verstand und ein ehrfurchtgebietcndes, würdevolles, aberdabci freund-liches und leutseliges Betragen. Unerschrockener Heldenmuth und ungeheuchelte Gottes-furcht machten den Grundzug seines Charakters aus, in welchem zugleich die liebenswürdi-gen Tugenden der Menschlichkeit und christlicher Duldsamkeit sich vereinigten. In den ero-berten Ländern ließ er die Religionsübung der Katholiken, die er vorfand, ungestört beste-hen, ja schützte sie sogar vor dem Gegendruck der Protestanten, und in seinem Heer hielt erstrenge Ordnung und Mannszucht und strafte Plünderung und Gewalttlzätigkeit mit un-erbittlicher Strenge. Trotzdem waren ihm seine Soldaten mit grenzenlosem Vertrauen er-