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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Gustav I. (König von Schweden)

ihrer Gesinnung bereits wankend, bedrohte ihn gar mit dem Tode, sodaß er die Flucht er-greifen niußte. Er flüchtete anfangs nach Smäland, zu den Landbauern seines Vaters,und als er hier nicht mehr sicher war, zu seinem Schwager, von da auf sein Gut Refsnäs,endlich nach Dalekarlien, wo er, von Christian's Soldaten verfolgt, zuerst als DrescherDienste that, dann auch hier entdeckt, in einem Keller, hierauf in unwegsamen Wäldern,zuletzt auf einem Wagen mit Stroh versteckt sich rettete. Wiederholt, aber vergebens hatteG. die Dalekarlier zum Aufstand gegen die Dänen aufgefvdert; erst nachdem die Botschaftvon den Mordscenen in Stockholm, die unter dem Namen des Stockholmer Blutbads be-kannt sind, und das Gerücht von einer neuen Steuer, mit welcher Christian die Bauernbelegen wollte, eintraf, erkoren sie ihn zu ihrem Anführer. Man griff zu den Waffen, dasSchloß des Gouverneurs wurde erstürmt, und ermuthigt durch diesen Erfolg, versammeltensich immer mehr Dalekarlier unter seinen Fahnen. Nachdem ein Haufe von 6000 M., dieder Erzbischof Trolle den Dalbauern entgegenführte, von diesen geschlagen und zerstreutworden war, brach E. aus Dalekarlien hervor, nahm Westeräs, dann Upsala ein undrückte gegen Stockholm, ohne jedoch diese Stadt, da es ihm an Schiffen behufs der Ein-schließung zu Wasser fehlte, erobern zu können. Unterdeß wurde G. auf einem nach Wad-stena zu Ostgothland ausgeschriebenen Reichstage am 24. Aug. 1321 zum Reicksver-weser und Oberhauptmann des Königreichs Schwedens ernannt. Im Besitz dieser gesetz-lichen Macht begann er nunmehr die Landesregierung einzurichten, seine Vertrautesten alsLandeshauptleute anzustellen, Andere, auf die er baute, zu Bischöfest zu wählen und seineKriegsmacht zu vermehren. Zugleich rückte er aufs neue vor Stockholm und schloß es engein, und, obgleich sein Lager durch die Ausfälle der Dänen am 7., 8. und 13. Apr. l 322in seiner Abwesenheit zerstört und verbrannt wurde, so gelang es ihm dennoch, zur Zeit derThronstreitigkeiten in Dänemark, die durch des grausamen Christian Absetzung herbeige-führt wurden, mit Hülfe von zehn Schiffen, die Lübeck ihm sendete, der Städte Kalmarund Stockholm im Mai und Juni l 323 sich zu bemeistern. Noch ehe er jedoch Stockholmerobern konnte, berief er zu Pfingsten l 523 die schweb. Stände zu einem Reichstage zuSrrengnäs, aus welchem er es dahin zu bringen wußte, daß ihm die Krone Schwedens an-getragen wurde, die er auch nach wiederholtem Weigern endlich annahm. Nach der Über-gabe von Stockholm hielt er in diese Hauptstadt seinen feierlichen Einzug, die KrönungS-feier aber verschob er, um nicht die Aufrechthaltung der Privilegien der Geistlichen undandere bindende Bedingungen beschwören zu müssen, bis zum I. >32^, wo er sich erst krönenließ. Bald nach der Einnahme von Stockholm eroberte er auch Finnland, wodurch er zumBesitz des ganzen schweb. Reichs gelangte; zu gleicher Zeit vermochte er den neuen Herr-scher in Dänemark, Friedrich l., seine Ansprüche auf Schweden aufzugeben, ihn selbst alsKönig anzuerkennen und mit ihm >324 ein Bündniß wider den gemeinschaftlichen FeindChristian zu schließen. Auf den Rath seines Kanzlers, Lars Anderson, faßte er den kühnenPlan, die Reformation, die er durch zwei Schüler Luther's, Olaus und Loren; Petri, ge-borene Schweden, kennen gelernt hatte, in Schweden einzuführen; doch betrieb er diesenPlan nicht mit stürmischer Hast, sondern allmälig, indem er anfangs nur vorbereitend undinsgeheim die Fortschritte des Protestantismus begünstigte. Erst als bereits die Mehrzahlseiner Unterthanen zur protestantischen Kirche sich bekannte, trat auch er >330 öffentlichüberund aus dem Reichstage zu Westeräs am >3. Jan. >344 wurde endlich die allgemeineAnnahme der Reformation angeordnet. Auf demselben Reichstage erfolgte auch die Ver-einigung zwischen ihm und den Ständen, zufolge deren Schweden ein Wahlreich zu seinaufhörte und G.'s ältestem Sohn Erich als Kronprinzen gehuldigt wurde. Übrigens warG.'s Regierung für Schweden höchst segensreich. Er stellte die durch die Herrschaft derDänen verfallene Zuckt und Ordnung im Reiche wieder her, vervollkommnte die Gesetz-gebung, milderte die Sitten, ermunterte den Gewerbfleiß, namentlich den Bergbau, undförderte Handel und Wissenschaft. Um seine Macht fester zu gründen, suchte er auf alleWeise das Ansehen des Adels und der seither so mächtigen Geistlichkeit zu vernichtenDemgemäß zog er den größten Theil der Kirchen- und Klostergüter ein, legte den Geistliehen Steuern auf und bestimmte die Einkünfte derselben nach Gutdünken. Den Adelschonte er anfangs und theilte, um ihn bei Bekämpfung der Geistlichkeit auf seiner Seite