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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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519
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Gurke Gürtelthier 519

nur mit der Erörterung einzelner Fälle sich beschäftigen. Außer mehren Aussähen, meistlegislativen Inhalts, in Pölitz'sJahrbüchern" und Weiskc'sRechtslexikon", die seinepraktische Richtung in Verbindung mit philosophischem Scharfblicke zeigen, hat er eineUmarbeitung von Haubold'sLehrbuch des sächs. Rechts" (Lpz. >829) undDie neuenCriminalgesche für das Königreich Sachsen, erläutert aus den Landtagsverhandlungen"(Lpz. >838) herausgegcben. - Sein Bruder, Ernst Friedr. G-, Assessor der Juristen-facultätzu Leipzig, geb. daselbst am 21. Oct. >789, besuchte die Thomasschule und stu-dirte dann gleichfalls in Leipzig die Rechte, wo erl 8l 0 als Doctor promovirte. Schon vor-her hatte er mehre Jahre hindurch seinen Vater thcils in dessen weitläufiger Praxis, theilsbei der Verwaltung großer Gerichtsbcstallungen unterstützt. Von da an prakticirte er selb-ständig bis zum I. >839, wo er als ordentliches Mitglied in das Spruchcollegium derJu-cistenfacultät eintrat. Ihm verdankt die literarische Welt mehre mit großem Beifallc auf-genommene Übersetzungen lat. Dichter. Zuerst erschienen von ihm des HorazOden undGesang zur Säcularfeier" (Lpz. 1822), dann des Hora;Briese und auserwählte Epo-den" (Lpz. 1823), hierauf Tibull'sElegien"(Lpz. 1825) und zuletzt des HorazSämmt-liche Werke" (Lpz. 1839).

Gurke (Oummis Siitivus), ein aus dem Mittlern und südlichen Asien stammendes,zu den Kürbispflanzen gehöriges Gewächs, wird theils als Feld -, theils als Gartengewächsin verschiedenen Abarten cultivirt. Die vorzüglichsten derselben sind die lange glatte,die rauhe weiße, die rauhe grüne, die Schlangen- und die Bouquetgurke.Die Gurken verlangen einen sonnigen-Standort und einen lockern, guten, fetten Boden.Häufig werden sie in Mistbeeten als Frühgewächs gezogen. Wo man sie auf dem Felde,wie z. B. im Altenburgischcn, anbaut, gewähren sic einen nicht unbedeutenden Handels-artikel. Der aus den grünen Gurken ausgepreßte Saft soll ein gutes Mittel gegen Lungen-schwindsucht sein.

Gurlitt (Johannes Gottfr.), ein verdienter deutscher Gelehrter und praktischerSchulmann, geb. am 13. März 1753 zu Halle, besuchte unter dem Rector Fischer dieThomasschule und seit l 7 7 3 die Universität zu Leipzig, wo er mit dem Studium der Philo-logie das der Philosophie und Theologie verband, und durch lange und gewissenhafte Prü-sung endlich die freie rationalistische Ansicht in der Theologie gewann, welche ihm bis ansein Ende verblieben ist. Nach beendigter akademischer Laufbahn wählte ihn >778 Rese-witz, Abt zu Kloster-Bergen bei Magdeburg, zum Oberlehrer am Pädagogium dieses Klo-sters. Gemeinschaftlich mit dem Mathematiker Lorenz verwaltete er 177997 das Rek-torat an demselben, das er dann allein führte, bis er 1892 dem Rufe als Directvr amJohanncum und Professor der orient. Sprachen am akademischen Gymnasium zu Ham-burg folgte. Durch seine unermüdlicheThätigkeit und ein auf festeGrundsätze gegründetesVerfahren gelang es ihm, das Johanneum zu einer der blühendsten Schulen in Deutsch-land zu erheben. Die Universität zu Helmstedt ernannte ihn 1896 zum Doctor der Theo-logie. Er starb zu Hamburg am 13. Juni 1827. Unter seinen Schriften heben wir hervorUber die Gemmcnkunde" (Magdeb. 1798),Über Mosaik" (Magdeb. >798),Versuchüber Büstenkunde" (Magdcb. 1899), seine gesammeltenSchulschriften" (Bd. 1, Magdeb.1891; Bd. 2, herausgeg. von Corn. Müller, >820), seine Übersetzung des Ossian und desPindar. Wie er selbst Spittlcr'sVorlesungen über die Geschichte des Papstthums"(Hamb. >828), so gab Corn. Müller aus seinem Nachlasse Spittler sGeschichte derKreuzzüge" (Hamb. 1827) und dessenGeschichte der Hierarchie" (Hamb. 1828) heraus.

Gürtel (einAulum), bestehend aus einer goldenen Spange, mit rothem Leder ge-füttert, war bei den Römern ein mit gewisser Rangordnung verbundenes Zeichen, welchesunter den spätern Kaisern alle Eigenschaften eines Wappcnbildes erhielt. In einer andernBedeutung hat der Gütcl als Uuxulum miiiture sich durch das ganze Mittelalter erhalten.In der Heraldik ist der Gürtel als Heraldsfigur bekannt, und man versteht darunter denMittlern Thcil eines in drei gleiche Thcile quer getheilten Schildes, z. B. bei dem WappenOstreichs den weißen Streifen im rochen Felde, der auch nach der Legende vom Gürtelseine Entstehung herleitet.

Gürtelthier oder Armad ill ist der Name einer cigenthümlich gebildeten, zahn-