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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
515
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! Gummi arabicum Gundlirig 512

> es sich doch nicht aus allen gleich reichlich und rein abscheiden. Ganz 'rein ist das Gummiweiß, durchsichtig, hart, spröde, ohne Geruch und Geschmack und im kalten Wasser leichtauflöslich; durch Erwärmung schwillt eS auf, wirft Blasen und dampft, wird endlich kohlig,schwär; und verbrennt. - Traganthgummi nennt man eine sehr reine Form des Pflan-

- zenschleims; Kirsch-und Pflaumengummi sind Gemenge von Gummi und Schleim.

j Gummi arabicum nennt man den thcils von selbst ausfließenden, theils mittels

Einschnittes gewonnenen, an der Luft verdickten Saft mehrer Acacien - und Mimosenarten

> im glücklichen Arabien, in der libyschen Wüste und in Oberägypten. Dasselbe kommt inkleinen Stücken von weißer oder gelblicher Farbe in den Handel, ist ohne Geruch und hateinen faden Geschmack. In Wasser oder Zuckersaft aufgelöst, ist cs wegen seiner schleimi-gen Beschaffenheit besonders geeignet, andere im Wasser unauflösliche Substanzen, z. B-Harze, Kampher u. s. w., in Mischung zu erhalten.

Gummi elasticmn, s. Kautschuk.

Gummi-Guttä oder Gutti, ist ein mittels Einschnittes aus Rinde der Ooroini-lgutta in Ostindien gewonnenes, an der Luft erhärtetes Harz von safrangelber Farbe, wel-ches als Abführungsmittel und zu andern Zwecken in der Ärzneikunde angewendet, auchals Malerfarbe und zur Bereitung des Goldfirniffes gebraucht wird.

Gumprecht (Theod. Gottfr.), preuß. Amtsrath und Generalpächter des AmtesOelse in Niederschlesien, geb. am lI. Oct. > 79Z zu Hamburg, besuchte die königliche Hof-schule zu Hannover und die landwirthschaftliche Akademie z» Flottbeck bei Hamburg, lebtehierauf als Volontair in verschiedenen Wirthschaften und machte sodann eine Reise durchItalien und Dänemark. Zm I. 18 l 3 schloß er sich den Reihen der Vaterlandsvertheidigeran, und nach Beendigung dieses Krieges bereiste er Thüringen, Sachsen, die Rheingegen-den, Frankreich, Preußen und Polen. Jni I. t8> 8 pachtete er mehre Domainen im Wei-marischen, verließ aber 1833 diesen Wirkungskreis und übernahm die Posthalterei zu Er-furt. Im I. >835 trat er in den Generalpacht des Amtes Oelse und richtete seitdem seinganzes Augenmerk auf die Ausbildung junger Landwirthe. Er gründete ein landwirth-schaftliches Institut, vermittelte, daß sich die Wirkhschastscleven in Schlesien nach beendig-ter Lehrzeit einer Prüfung unterwerfen mußten, und interessirte sich namentlich auch fürdie Begründung der niederschles. Landwirthschaftsvercine. Als selbständiger Schriftstellertrat er mit der Schrift aufDie enthüllten Betrügereien der Schäfer" (Eisenach l 825).Außerdem schrieb er noch über Wiesenbau und Schafzucht; auch redigirte er seit 1832 die Zeit-schriftDer Landmann in Haus und Flur", die er jedoch nicht fortsetzte, und dieLandwirth-schaftlichen Berichte aus Mitteldeutschland" (26 Hefte, Weim. 183232). Gegenwärtiggibt er dieSchlesischen landwirthschaftlichen Mittheilungen"(Bresl. >833 fg.) heraus.

Gundling (Nik. Hieronymus), ein mit gründlicher Gelehrsamkeit ausgestatteterPolyhistor, der namentlich um das Aufblühen der Universität zu Halle große Verdienstehat, geb. am 25. Febr. >671 zu Kirchen-Sittenbach unweit Nürnberg, wo sein Vater,Wo lsg. G., gest. 1989, damals Prediger war, besuchte das Gymnasium zu Nürnbergund studirte dann Theologie zu Jena, Altdorf und Leipzig. Als Führer eines jungen Adeli-gen auf der Universität zu Halle machte ihm die Bekanntschaft mit Thomasius Lust, nochdie Rechte zu studircn, worauf er >793 Doctor derselben wurde. Er erhielt 1795 eine au-ßerordentliche, 1796 eine ordentliche Professur der Philosophie, 1798 die der Eloquenzund dann auch die des Natur - und Völkerrechts, war inzwischen auch Consistorialrath inHalle geworden, wurde später königlicher Rath und dann Geh. Rath und starb zu Halleam9. Dec. >729. Unter seinen zahlreichen geschichtlichen und juristische» Schriften, die, indeß zum Theil die Spuren genialer Leichtfertigkeit an sich tragen, erwähnen wir seineHistorie der Gelahrtheit", herausgegebcn von Hempel (5 Bde., Franks, und Lpz. >73436, 4.), später auch fortgesetzt (1746, 4.), und die Sammlung seiner kleinen Schriftenvermischten Inhaltsülzmtllingisnu" (Halle 17 51). Als ein Schüler von Christian Tho-masius brachte er die naturrechtlichen Ansichten seines Lehrers durch verdeutlichende Ent-wickelung in weitern Umlauf und erwarb sich um die freimüthigere und methodischere Be-handlung des deutschen Staats und Privatrechts große Verdienste. Sein Bruder,

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