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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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511
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Guise (HenrNl , Herzog von) Guittone 511

Oct. zu Blois eröffnet wurde, sollte den öffentlichen Frieden vollends befestigen. Indessenhatte der König täglich neue Beweise von dem Ungehorsam, der Frechheit und den Absich-ten des Herzogs auf seine Person erhalten, sodaß er noch während der Versammlung dieErmordung desselben mit einigen Vertrauten beschloß, da er nicht wagte, ihm öffentlich denProceß machen zu lassen. Zu diesem Zweck wählte der Hauptmann der königlichen Leib-garde, Loignac, -1.', der entschlossensten gasconischen Edelleute aus und verbarg dieselbenin das Cabinet des Königs. Der Herzog wurde zwar vor diesem Anschläge gewarnt, aberim Vertrauen auf seinen Anhang und sein persönliches Ansehen begab er sich am 23. Dec.1588 dennoch in das Gemach des Königs und wurde daselbst, noch ehe er den Degen ziehenkonnte, von zahllosen Dolchstichen durchbohrt. Sein Bruder, der Cardinal, der mit mehrenandern Anhängern der Guisen herbeieilte, wurde am folgenden Tage im Gefängnisse nie-dergchauen, weil er heftige Drohungen gegen den König ausgestoßen hatte. DerHerzog vonMayenne, der dem Blutbad entging, weil er sich zu Lyon befand, trat nun an die Spitzeder heiligen Ligue; doch waren fortan die Macht und der Glanz des Hauses vernichtet.

Guise (Henri II. von Lothringen, Herzog von), Pair von Frankreich, geb. am -1.Apr. 1614, der Enkel des Vorigen, stand am Hofe Ludwig's XIII. in großer Gunst, weiler, gleich seinen Vorfahren, alle Eigenschaften eines romantischen Helden in sich vereinigte.Für die Kirche bestimmt, hatte man ihn mit Pfründen überhäuft und selbst zum Erzbischofvon Rheims gemacht; als aber Richelieu erfuhr, daß er der Prinzessin Anna von Mantuadie Ehe versprochen, entsetzte er ihn aller kirchlichen Würden. Der Herzog widmete sichnun dem Waffendienste und ließ sich 1641 mit dem Grasen von Soissvns in eine Ver-schwörung gegen Richelieu ein, die entdeckt wurde und im Sept. 1643 seine Verurlheilungin Contumaz nach sich zog, da er sich nach Flandern gerettet hatte. Aller seiner Güter undWürden beraubt, heirathete er zu Brüssel ein Fräulein Honoree de BergheS. Nach Riche-lieu's und Ludwig's XIII. Tode kehrte er 1644 nach Paris zurück und wußte hier, nächstdem Titel eines Herzogs von G-, bald alle seine Würden und Besitzthümer wieder zu er-langen. Um des Papstes Einwilligung zur Trennung seiner Ehe zu erhalten, reiste er l 646nach Rom. Hier erregte der Aufstand in Neapel (s. Massaniello) bei ihm den Wunsch,die alten Rechte des Hauses Anjou, von welchem er abstammtc, geltend zu machen. Erstellte sich deshalb im Nov. 1647 an die Spitze der Insurgenten, wurde aber, von seinenAnhängern verlassen, sehr bald von den Spaniern gefangen genommen und erst im Aug.1652 wieder freigelassen. Der Hof zu Madrid hatte ihm die Freiheit nur in der Erwar-tung zugestanden, daß er sich mit der Fronde gegen den Hof verbinden und die Unruhenaufs neue entzünden würde. Da er einsah, daß ein solches Unternehmen keine andere Wir-kung als die Aufrichtung des Prinzen Conde, des Erbfeindes seines Hauses, haben könne,unternahm er vielmehr 1653, sowie im folgenden Jahre wiederholte Expeditionen zurEroberung Neapels. Zwar erstürmte er endlich Castellamare und gewann noch einige an-dere Vortheile, allein die Spanier waren ihm, bei der geringen Hülfe, die er von Frank-reich erhielt, so überlegen, daß er sich wieder einschiffen mußte. Er lebte fortan als Groß-kammerherr am Hofe Ludwig's XIV. in großem Ansehen und starb im Juni 1664 zu Pa-ris ohne Nachkommen. SeineIVIemoii-eo" (2 Bde., Par. I66S), wahrscheinlich von sei-nem Secretair Saint-Don verfaßt, finden sich auch in Petitot'sCollection cles memoicesrel-ttiks ü I'bistoire tle krance" (Bd. 55 und 56, Par. 1826).

Guitarre, ein der Laute ähnliches Saiteninstrument, vorzüglich geeignet zur Be-gleitung kurzer Gesänge und Lieder, hat sechs Saiten, welche regelmäßig in die TöneL, X, 6, g, K, e, doch für gewisse Stücke auch in andere Tonverhältnisse gestimmt und mitden Fingern gerissen, auch wol mit dem Daumen gestrichen werden. Die besten Guitarre-schulen sind vonDvisy, Bartolozzi, Giuliani, Lehmann und Ferd. Sor, und nächst Giulianiund Sor zeichneten sich besonders Zocchi und Gärtner als Guitarristen aus. Ein deutscherKünstler zu London bereicherte die Guitarre an dem untern rechten Backen der Resonanz,decke mit einer Claviatur von sechs Tasten, deren Tangenten bei Berührung der Tastenaus dem Schallloche hervortreten und die Saiten berühren, wie die Hämmer eines Piano-forte. Daher hat diese Art den Namen der Pianoforteguitarre erhalten.

Guittone, s. Cino da Pistoja.