Guinee GuiScard 507
Cap-Coast-Castle, auch Cabo Corso genannt, bekannt durch den blutigen Krieg mit denmächtigen Aschanti; die Niederländer haben im Staate Axim das Fort St.-Anton undmehre Niederlassungen, unter denen St.-Georg de la Mina die wichtigste ist. Nach derGoldküste stößt die Sklavenküste, von Rio Volta bis Rio Logos, mit den beiden mächtigenund volkreichen Staaten Whida und Dahomeh zusammen, wo die Engländer, Holländerund Dänen mehre Factoreien haben. Vgl. des dän. Missionars Monrad's „Beiträge zurSchilderung G.s" (Kopenh. 1822) und Tuckey's „Narrative okau expellition to exploretbe rivvs Xsire etc." (Lond. 1818, 4.); Douville's „Voxage »u <7oogo «t 6ans I'Iuts-rieur <1e I'^kriHiie e'cjuiuoctiule" (3 Bde., Par. 1832) ist, wo nicht ganz erdichtet, doch imhöchsten Grade mit Fabeln ausgeschmückt.
Guinee, eine engl. Goldmünze, welche seit der Mitte des 17. Jahrh. ausgeprägtwird, soll den Namen daher erhalten haben, daß England die ersten Münzen dieser Artaus dem in Guinea gewonnenen Gold prägen ließ. Die Guinee hat den Werth von 6 Thlr-20 Ngr. (genauer 6 Thlr. 17 Ngr. 8^« Pf.) oder 25 Francs; 31 Stück machen eine feineMark. Auch gibt es halbe und Viertelguineen.
Guipuzcöa, eine der drei baskischen Provinzen Spaniens (s. Basken), die jetzigeProvinz San-Sebastian, südöstlich von den beiden andern baskischen Provinzen gelegenund an Frankreich und das Atlantische Meer grenzend, mit der Hauptstadt San-Sebastian,zählt auf 29'/- lUM. über 108000 E., welche, durch mehre gute Häfen unterstützt, einennicht unbeträchtlichen Handel treiben. Die Provinz wird von dem cantabrischen Gebirge,einemZweige der Pyrenäen, durchzogen, ist sehr waldreich und hat wenig Ackerbau, dagegenaber treffliche Weiden; auch fehlt es nicht an Metallen; doch ist der Bergbau vernachlässigt.
Guiscard (Rob.), Herzog von Apulien und Calabrien, ein Sohn Tancred's vonHauteville, wurde um IU15 geboren. Hauteville hatte eine zahlreiche Familie, seine Be-sitzungen in der Normandie aber (die Landschaft Cotentin im Departement Manche mitder Hauptstadt Coutances) waren unbedeutend. Deshalb beschlossen seine drei ältestenSöhne, Wilhelm, Dagobert und Humphrey, in Italien Kriegsdienste zu suchen. Glück,Muth und List verhalfcn Wilhelm zum Besitz von Apulien, und Rob. E., begierig, dasLoos seiner Brüder zu thcilen, folgte ihnen, sobald er herangewachsen war, mit einem Häuf-lein Abenteurer nach Italien. Hier zeichnete er sich in mehren Gefechten so aus, daß die vonseinen Thaten begeisterten Krieger, ihn nach Wilhelm's und Humphrey's Tode, mit Über-gehung der Kinder des Letztem, zum Grafen von Apulien ausriefen. Demnächst eroberteer auch Calabrien, in dessen Besitz ihn Papst Nikolaus II., der ihn kurz vorher, seiner viel-fachen Gewaltthätigkeiten wegen, in den Bann gethan hatte, 1057 bestätigte. Aus Dank-barkeit machte E. sich verbindlich, dem röm. Stuhle jährlich einen Tribut zu entrichten; vondaher schreibt sich das bis auf die Gegenwart angesprochene Lehnrecht des päpstlichen Stuhlsüber Neapel. In Apulien herrschte G. mit großer Willkür und hob alle Privilegien auf.Um Sicilien zu erobern, dessen Besitz ihm der Papst im voraus zugesagt hatte, schickte erseinen jüngsten Bruder Roger an der Spitze von 300 Kriegern ab, der 1000 Messina ein-nahm, und, mit G. vereint, im folgenden Jahre die Sarazenen bei Enna schlug. Als aberG. seinem Bruder Roger die Hälfte von Calabrien, die er ihm zum Lohn versprochen, gebensollte, weigerte er sich und beschloß, Roger fcstnehmen zu lassen. Roger's Anhänger kamenihm indeß zuvor. E. wurde selbst gefangen, aber von Roger großmüthig wieder sreigelas-sen. Roger eroberte nun die ganze Insel und wurde erster Graf von Sicilien; zugleich be-zwang G. nach und nach auch die den Sarazenen noch unterworfenen Städte, wie Salernound Bari, und brachte so die Provinzen, welche das jetzige Königreich Neapel bilden, zu-sammen, ja er würde seine siegreichen Fahnen auch nach andern Seiten hingetragen haben,wenn nicht Gregor VII. ihn wegen seines Einfalls in Benevent in den Bann gethan hätte.Durch die Verlobung seiner Tochter Helena mit Konstantin Dukas, dem Sohn und ErbenMichael's VII., in Griechenlands Angelegenheiten verwickelt, schickte er seinen Sohn Bohe-mund zur Eroberung von Korfu und eilte selbst zur Stadt Durazzo, unter deren Mauerner gegen ein sechs Mal stärkeres Heer über den griech. Kaiser Alexius Komnenus einenglänzenden Sieg errang. Schon drang er nach Eroberung von Durazzo durch Epirus bisThessalomch und in die Nähe von Konstantinopel vor, als die Nachricht von dem Einfalle