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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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506
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506 Guinea

Orte zum andern mit leichter Mühe schaffen zu können. Wo man seitdem das franz. Stras.recht angenommen, ist man auch zur Einführung der Guillotine geschritten. In neuerer Zeitwurde dieselbe in Griechenland, 1834 in Hannover cingeführt. Der Umstand jedoch, daßsich während der franz. Revolution die Schreckcnsmänncr dieses Instruments zur Voll-streckung ihrer blutigen Decrcte, und die fanatischen Republikaner zum frivolen Symbolb'ci ihren Festlichkeiten bedienten, hat Vorurtheilc gegen dasselbe erweckt und seine Einfüh-rung in manchen Ländern verhindert. Alle die Männer aber, welche in Frankreich zur Ein-führung der Guillotine beitrugen, hatten keineswegs den Misbrauch im Auge, sondern wur-den von dem philanthropischen Grundsätze geleitet, daß die Todesstrafe mit möglichster Si-chcrhcit und mit Schonung für die Angehörigen des Verurtheiltcn vollzogen werden müffc^Diesen Zwecken hat auch die Guillotine, mit Ausnahme einiger Fälle, wo sie durch nach-lässige Aufstellung oder durch Regen verdorben war, völlig entsprochen. Eine äußerst wich-tige Frage über die Hinrichtungen durch die Guillotine erhob der Anatom und PhysiologSömmcring, indem er zu beweisen suchte, daß bei einer so plötzlichen Trennung des Hauptsvom Rumpfe das individuelle Bewußtsein des Hingerichteten, mithin auch die Empfin-dung des furchtbaren Schmerzes noch längere Zeit fortdaucrn müsse. Sein imIVlonileur"vom 9. Nov. 1795 eingerücktes Schreiben fand ebendaselbst Entgegnungen durch denstrasburger Arzt Georg Wcdekind und den Dvctor Lepelletier. Auch erschien von demArzte Sedillot eine interessante Schrift,Rsllexions kistoriqnes et pll^siolo^iques surle supplice <ie la gnillotine" (Pap- > 795).

Guinea, ein Küstenland in Westafrika, dessen Grenzen verschieden angegeben wer-den, nennen die Holländer, welche Senegambien dazu rechnen, die ganze Küste vom CapBlanco an bis nach Congo und Loango; die Franzosen verstehen darunter das Land zwischen dem Cap Monte und dem Cap Lopez. Bei den Engländern heißt der Strich zwischendem Gambia und dem Palmenvorgebirge Ober- oder Nordguinea und der vom Pal-menvorgebirge bis zum Cap Lope; Nieder- oder Südguinea. Demnach würden zuG. gehören dieHälftc von Senegambien (s-d.), das Land derFulahs (s.d.), SierraLeone (s.d.), Sanguin, die Körner-, Zahn-und Goldküste, Dahomeh (s. d.), Whida,Benin mit der Ausmündung des Niger und andere unbekannte Reiche. Die vielen in denMeerbusen von G. sich ergießenden Flüsse sind wahrscheinlich nur Mündungen eines unddesselben Stroms, und der Niger, hier Quorra genannt, strömt, wie die Brüder Landerim Z. 1839 entdeckt haben, durch das Delta der Flüsse Nun, Benin und Calabar in deninnersten Theil des Busens von G. Das Land erstreckt sich beinahe 590 Seemeilen ander Küste hinunter, und wird von den verschiedenartigsten Völkern bewohnt. Da es zumTheil unter dem Äquator liegt, so ist die Hitze das ganze Jahr hindurch außerordentlichgroß. Die gegen Weihnachten einfallende Harmattan- oder trockene Windzeit ist die kühlste.Das Innere des Landes ist wenig bekannt; nur die Umgebungen der europ. Niederlassun-gen am Gambia, auf Bulam, in Sierra Leone, auf der Goldküste, in Benin und vorzüg-lich das Land derAschanti (s. d.) sind neuerlich bekannter geworden. Seitdem diese Län-der 1455 durch den Venetianer Cada M osto ss. d.) entdeckt wurden, haben die Portu-giesen im südlichen Theile, die Engländer, Holländer und Dänen auf der Goldküste unddie Franzosen am Gambia und in Benin Colonien angelegt; selbst die Preußen errichte-ten unter dem großen Kurfürsten drei Niederlassungen auf der Goldküste, die sie indeßnach dreißig Jahren wieder an die Holländer verkauften. Unter den verschiedenen Gebie-ten, in welche G. eingetheilt wird, ist besonders die Pfeffer- oder Körnerküste merkwürdig,welche sich vom Cap Mesurado bis zum Palmenvorgcbirge erstreckt und von den Paradies-körncrn und dem langen Pfeffer (Malaguete), die häufig ausgeführt werden, ihren Na-men erhalten hat. Auf dieser Küste haben die Nordamerikaner im Lande Sanguin dieNegercolonie Liberia (s. d.) gegründet. Weiter östlich erstreckt sich die Elfenbeinküste vomPalmenvorgebirge bis nach dem Cap Apollonia, deren Bewohner vorzüglich mit Elfenbein,auch mit Gold, Salz, Baumwolle, Indigo, Palmenwein, Reis und Gewürzen handeln,wo cs aber noch gar keine europ. Niederlassung gibt. Dann folgt die außerordentlich be-völkerte Goldküste, westlich vom Cap Apollonia bis zum Rio Volta mit den NegerstaalenApollonia und Axim. Die bedeutendste brit. Besitzung und Festung auf dieser Küste ist