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verzierende Gegenstand fcststchen und erzeugt man die Verzierung durch eine Bewegungdes schneidenden Stifts, so erhält man die sogenannten Molettirwerke. Es wird nämlichdie Spindel in der Hauptdccke so vorgerichtet, daß sie sich sowol seitwärts, auswärts, alsauch vor- und rückwärts bewegen kann und durch Federn in ihre Lage zurückgeprcßt wird,wenn sie, durch irgend einen Umstand genöthigt, dieselbe verlassen hat. Letzteres wird durchdie Motetten, Rosetten und Vorsetzstücke bewirkt, welches Scheiben sind, die entwederan ihrem Umsange oder auf ihrer obern Fläche, oder den beiden Seiten zugleich mit Erhö-hungen und Vertiefungen versehen sind, welche dem gewünschten Muster entsprechen. In-dem nun der Anlauf, ein stählerner oder elfenbeinerner Führungsstift, welcher an der Guil-lochirmaschine fcststeht, mit den Angriffspunkten der Motette in Berührung kommt, wirder, bei ihrer Umdrehung deren Form folgend, die Spindel des ZeichnensriftS so hin und herschieben, daß der letztere auf der ihm dargebotenen Fläche eine Figur beschreibt, welche derForm der Motette entspricht. Auf diese Weise können mittels der Guillochirbank alle gerad-linige, wellenförmige oder kreisförmige Verzierungen dergestalt gemacht werden, daß sich dieLinien einander kreuzen, die Kreise aber sämmtlich concentrisch sind. Da es aber sehr wün-schenswerth für die Mannichfaltigkcit der Muster sein muß, Kreise und Ovale von jeder Größeauf jedem beliebigen Punkte der Platte erzeugen zu können, so hat man noch andere Vorlagenund Supporte ungeordnet. Dahin gehören z.B. die excentrischen Vorrichtungen. Diese er-tauben nicht allein, daß man die zu guillochirende Platte in jedem beliebigen Punkte demSchneidestiste cntgegenstellen, sondern daß man auch dem letzter» auf einer Scheibe jede belie-bige cxcentrische Stellung geben kann. Ferner gehören hierher die Ovalwerkc, mittels derender Zeichncnstift statt der kreisförmigen Figuren Ellipsen zeichnet, und endlich die sogenannteÄluckiiie epicxclonle, wo der Zeichnenstift auf der zu guillochirende» Platte Linien be-schreibt, welche Epicycloidcn bilden. Durch dicke Verbindung der genannten verschieden-artigen Linien ist man denn im Stande, die unendlich mannichfaltigen Verzierungen,welche wir auf Uhrgehäusen, Knöpfen, Buchdruckerverzierungen zu Congrevedruck undandern ähnlichen Gegenständen finden, hcrvorzubringen. Da jedoch die Herstellung jedereinzelnen Guillochirung immer noch sehr umständlich und zeitraubend bleibt, so macht manauf der Guillochirbank nur sogenannte Stangen, welche später die Matrizen bilden, inwelchen die zu guillochirendcn Gegenstände geprägt, gegossen oder gepreßt werden. Dieumfassende Anwendung einer guten und vollständigen Euillochirmaschine crfodert einensehr geschickten und sinnreichen Arbeiter, der es verstehen muß, stets neue Combinationender unerschöpflichen Maschine zu erfinden.
Guillötin (Jos-Jgnace), franz. Arzt, dem die Guillotine (s. d.) ihren Namenverdankt, gcb. zu Saintcs am 28. Mai l738, war erst geistlicher Professor am irländ.College zu Bordeaux und studirte dann zu Paris Medicin, wo er sich auch hierauf alspraktischer Arzt niederließ. Bekannt wurde er zuerst durch eine scharfeKritik dcrMcsmer'-schen Euren. Beim Ausbruche der Revolution enthüllte er mit Freimuth und Eifer fürdas öffentliche Wohl.die Misbräuche in dem damaligen Mcdicinalwesen und wurde dafürvon der pariser Gemeinde zum Abgeordneten in die Nationalversammlung gewählt. Ge-gen die Anwendung seines Namens auf die Köpfmaschine hat er nie protcstirt, weil er die-selbe für etwas sehr Zweckmäßiges hielt; doch war er in der Schreckcnszeit nahe daran,seinen eigenen Kopf unter dieselbe legen zu müssen. Er starb zu Paris am 2<>. Mai 18> t.
Guillotine, die während der Revolution in Frankreich vom Convente cingeführte,nach ihrem angeblichen Erfinder, Guillotin (s. d.), benannte Köpfmaschinc, besteht imWesentlichen aus zwei, oben durch einen Querbalken verbundenen Ständern, zwischenwelchen sich in Falzen ein scharfes, schräg gestelltes Eisen durch seine eigene Schwere mitHeftigkeit auf den Nacken des darunter liegenden, auf ein Brct gebundenen Verurtheiltenbewegt. Die Sicherheit und Schnelligkeit, womit diese Maschine den Kopf vom Rumpfetrennt, gibt ihr den Vorzug vor dem mit der Hand geschwungenen Beile öder Schwerte.Die Erfindung solcher Hinrichtungsmaschinen wird den Persern zugeschrieben. ÄhnlicheVorrichtungen waren indeß in Europa fast bei allen Völkern seit dem Mittelalter im Ge-brauch. In Italien war es seit dem 13. Jahrh. ein Vorrecht der Adeligen, durch eine der-gleichen Maschine, welche Mannaia hieß, den Todesstreich zu erleiden; Konradin von