Guillochiren 503
Dienst in dem unter den Mauern von Paris versammelten Heere übernehmen und dannim Aufträge des Marschalls Davoust die Kapitulation von Paris abschließen. Nachdem er1816 die Negulirung der franz. Grenzen am Rhein vollzogen, reorganisirte er das Kriegs-depot und wurde Eencraldirector desselben. Als solcher entwarf er den Plan zum span.Feldzüge von.1823 und führte dann das sranz. Heer unter dem Oberbefehle des Herzogsvon Angouleme als Generalmajor nach Spanien. Die Ultraroyalistcn, denen seine Liberali-tät und Charakterstrengc misfielen, suchten ihn zwar von der Armee durch die schändlichstenJntrigucn zu entfernen; allein dix Festigkeit des Herzogs wußte dies zu verhindern. Beiseiner Rückkehr im Oct. 1823 wurde er mit der Pairswürde belohnt, mußte indeß zugleichdas Heer verlassen und als sranz. Botschafter nach Konstantinopel gehen. In dieser Stel-lung hatte er großen Einfluß auf die politisch-militairischcn Reformen, die damals SultanMahmud II. begann. Im I. 1826 kehrte er nach Paris zurück, um in dem OuvrardsschenProcesse wegen der zu Bayonne für den span. Krieg abgeschlossenen Armeelieferungsvcr-träge aufzutretcn; er wurde freigesprochcn und rechtfertigte sich überdies durch die Schrift„OmjMAne cke 1823, exposs 8vmmsire <Iss inesnres -lckmiiiislrstives mlnptees pourI'exäciition cette (Par. 1826). Nach seiner Rückkehr auf den Gesandt-
schaftsposten bei der Pforte wirkte er mit ebenso großem Eifer als Geschick für die Unab-hängigkeitserklärung Griechenlands. Als nach der Julirevolution von 1830 die Span-nung zwischen Frankreich und Rußland eintrat, suchte er im März 1831 die Pforte eben-falls gegen die russ. Macht und Politik cinzunchmen. Da aber die Friedenspolitik imsranz. Cabinet die Oberhand behielt, so wurde er von seinem Posten abgerufen, angeblichweil er die Vollmachten überschritten habe. Er kehrte hierauf nach Paris zurück und er-klärte sich in der Pairskammcr bereit, durch Ackenstücke zu beweisen, daß er nur nach sei-ner Instruction gehandelt. Der Minister des Auswärtigen, Graf Sebastian!, widersetztesich jedoch solcher Mittheilung, und die Angelegenheit mußte auf sich beruhen. E. lebteseitdem zu Paris als disponibler General in einer Art Ungnade. Im I. > 839 erhielt erden Auftrag, die Negulirung der franz. Grenze am Rhein zu leiten. Er starb in diesembeinahe zur Vollendung gediehenen Geschäft am > -I. März > 830 zu Baden-Baden an denFolgen einer Erkältung.
Guillochiren nennt man das Verfahren, mittels dessen man auf zu verzierendenFlächen von beliebiger Form Linien eingräbt, welche nach einem gewissen Systeme geord-net sind. Diese Linien können einander schneidende, ineinander übergehende oder einanderberührende Kreise, Ovale, Ellipsen oder andere krumme Linien sein; sie können gerade, pa-rallele oder einander in verschiedenen Winkeln schneidende Linien sein, und endlich kann einesolche-Verzierung aus geraden und krummen Linien vermischt zusammengestellt werden.Man könnte allerdings diese Verzierungen auS freier Hand mit Zuhülfenahme von Theil-maschinen verfertigen, aber die Arbeit würde, bei unsäglicher Mühe, immer mehr oder we-niger ungenau werden; deshalb hat man zu diesem Zwecke Maschinen, Guillochir-bänke, erfunden, welche eine Abart der Drehbänke sind und diese Verzierungen in un-endlicher Mannichfaltigkeit rein mechanisch vollbringen. Diese Drehbänke sind indeß socomplicirt und bestehen aus.einer so großen Menge von kleinen Theilen, daß wir uns hierdarauf beschränken, nur im Allgemeinen die Grundsätze anzugeben, nach welchen sie con-struirt werden. Es treten für die Arbeit drei Bedingungen ein; entweder ruht der schnei-dende Stift, und die zu verzierende Fläche erhält die der Verzierung entsprechenden Be-wegungen, oder es findet der umgekehrte Fall statt, oder endlich beide Fälle kommen ver-eint ins Spiel. Am liebsten jedoch wendet man den ersten Fall an, da hier die Arbeit amgenauesten wird. Demnach werden an einer Guillochirmaschine folgende vier Bewegun-gen der zu verzierenden Fläche erfodert: die Drehung des zu bewegenden Stücks um einenbeliebig zu bestimmenden Punkt; eine wagerechte Bewegung, ähnlich der Richtung desschneidenden Stifts; eine wagerechte Bewegung in auf der vorigen senkrechter Richtungund eine vertikale Bewegung. Aus diesen vier Modifikationen lassen sich alle übrigen Be-wegungen erzeugen, jene aber werden durch eigcnthümliche Vorlagen, cxcentrische Werkeund Supporte möglich gemacht, welche meist mittels Schrauben ohne Ende und getheil-ter, gerader oder kreisförmiger Scalen in gehörigem Maße bewegt werden. Bleibt der zu