Guido Aretinns Gnignes 501
in der Zurückgezogenheit war er vielfach bemüht, seinen, Vaterlande zu nützen. Bei KaiserKarl V. stand er in so hohem Ansehen, daß dieser einst, als seine Hoflcute sich über die steteBevorzugung G.'s beklagten, ihnen erwiderte: „Ich kann jeden Augenblick hundert Gran-des von Spanien, aber in hundert Jahren keinen Guicciardini machen." Als nach der Er-mordung des Alessandro bei Medici, > .">36, die Florentiner unter des Cardinals Cibo Vor-sitz die republikanische Verfassung Herstellen wollten, trat G., welcher wohl einsah, wie we-nig für eine solche das entartete Volk sich eigne, fast allein dagegen auf. Seine Bercdtsamkeitund die Kraft seiner Gründe errangen den Sieg über die Menge, und Cosimo dci Mediciwurde zum Großherzog von Floren; erwählt. G. starb zu Florenz am 17. Mai 1540.Sein Stil ist überaus schwerfällig, daher die Italiener seine Schriften nicht lieben. Vonseiner „lstnria ü'ltaiia" erschienen die ersten >0 Bücher >561 und die letzten vier, die ernicht ganz vollendet hatte, >564. Die beste Ausgabe derselben besorgte Nosini (10 Bde.,Pisa, >810), der durch eine Eintheilung in Eapitel und durch Überschriften das Lesen desWerks zu erleichtern suchte, die neueste Botta in der „8t<>rü> ll'Itaiia" (Par. 18.72). EineFortsetzung (1576—74) lieferte der Florentiner I. B. Adriani, gcst. 1579, in der „lsto-ria lle' su»i teinzii" (Flor. 1.587, Fol.), und eine Lebensbeschreibung G.'s Pompilio Poz.zekti in den „Ojuisc. Ictt. <Ii Vl'Iapina" (Bd. 7, I 820).
Guido Aretinns, s. Et, ro, mi.
Guido von Luftstnau, aus einem alten Dynastengeschlechte in Poitou, schwangsich, in den abenteuerlichen Zeiten der Krcuzzüge, weniger durch persönliche Vorzügeals durch die Gunst der Umstände, zu hohen Würden empor. Er heirathcte die verwit-wcte Markgräsin von Montfcrrat, Sibylle, die Tochter des Königs Amalrich von Je-rusalem, und wurde in Folge dessen 1182 Stellvertreter seines erblindeten Schwagers,Balduin's lV. von Jerusalem. Da er aber in dem Kampfe gegen Saladin sich nicht be-währte, so vererbte der kinderlose König l >85 die Krone auf G.'s unmündigen Stiefsohn,Balduin von Montserrat, und bestellte den Grafen Raimund von Tripolis zum Vormunddesselben. Indessen erreichte G. durch des jungen Königs frühzeitigen Tod, den man nichtohne Grund ihm zur Last legte, dennoch sein Ziel und begann nun seine Herrscherlaufbahndamit, daß er sich mit dem Feinde der Christenheit gegen den ihm verhaßten Raimund ver-band. Allein nicht lange konnte ein solches ärgerliches Bündniß bestehen, und schon > > 87wendete sich G. vereint mit den übrigen christlichen Häuptlingen gegen Saladin, der sic als-bald schlug und den treulosen König gefangen nahm. Seine Freilassung war an das ge-gebene Versprechen geknüpft, daß er der Krone entsagen wolle. Kaum aber auf freien Fußgesetzt, brach er dasselbe und suchte von neuem sich auf seinem unsichern Throne zu befesti-gen, der ihm, nach dem Tode seiner Gemahlin, der starken Stütze des schwachen Mannes,mehrfach streitig gemacht wurde. Zuletzt ergriff er, im Gefühle seiner Ohnmacht, mit Freu-den die Gelegenheit, sein Königreich Jerusalem an Richard Löwcnherz gegen Cypcrn zuvertauschen, doch mußte er diese Insel zuvor den Templern, die dieselbe bereits in Besitzhatten, abkaufen. So wurde er der Stifter eines neuen christlichen Königreichs, welches er1194 auf seinen Bruder Amalrich vererbte, unter dessen Nachkommen dasselbe bis 1473fortbestand. — Ein Sprößling aus diesem cyprischenKönigsgeschlechte, gleichfalls G. vonLusignan genannt, der als Geisel in seiner Kindheit im I. 131V nach Armenien gekom-men und daselbst erzogen worden war, erlangte nach mancherlei Schicksalen 1343 die Kronedieses Königreichs und stiftete so eine Dynastie, die sich mehre Generationen hindurch, bis1771, behauptete.
Gnido Reni, s. Reni (Guido).
Gnignes (Jos. de), Orientalist, gcb. zu Pontoise am 19. Oct. 1721, studirte dieoriental. Sprachen unter Fvurmont. Nach dem Tode seines Lehrers wurde er an dessenStelle 1745 bei der Bibliothek des Königs als oriental. Dolmetscher angestellt, 1753 Mit-glicd der Akademie der schönen Wissenschaften, noch in demselben Jahre königlicher Cen-sor und l 7 69 Aufseher der Alterthümer im Louvre. Durch die Revolution verlor er seineAnstellung, sodaß er in große Dürftigkeit gerieth. Er starb zu Paris am 19. März 1800.Besonder» Fleiß widmete er dem Studium der chines. Sprache. Indem er die chines.Schriftzeichcn mit den Schriftzügcn der alten Völker des Abendlandes verglich, kam er zu