560
Guiana
Guicciardim
serlicher Hofmaler zu Petersburg aln I. Febr. 1773, lieferte sehr schöne Fresken in Nom,Turin, Dresden, Wien und Schönbrunn, Augsburg und Warschau.
Gniäna, s. Guyana.
Guibcrt (Jacq. Ant. Hippolyte, Graf von), ein ausgezeichneter Soldat und be-rühmter militairischer Schriftsteller, gcb. am 12. Nov. 17 13 zu Montauban, wo sein Ba-ker, der >786 als Gouverneur der Invaliden starb, damals im Regiment Auvergne diente,wurde in Paris erzogen und folgte 1757 seinem Vater in den Krieg nach Deutschland, woer drei Feldzügen als Hauptmann im Regiment Auvergne beiwohnte und dann im Gene-ralstabe der Armee sich ebenso sehr durch Muth und Tapferkeit wie durch militairischeKenntnisse auszeichncte. Mit gleicher Auszeichnung focht er 1766 im corsicanischcnKriegeund erhielt hierauf als Oberst den Oberbefehl über die ncuerrichtete corsische Legion. Nachdem Erscheinen seines „bissen general cke tueticpie" (2 Bde., Lond. >772; neue Ausl.,Par. 1863, -1.), der mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurde, hielt er es wegen dervielen neuen Einrichtungen, die er vorgeschlagen, und wegen der rücksichtslosen Sprache ge-gen die europ. Monarchen für gerathen, Frankreich auf einige Zeit zu verlassen, und gingnach Preußen, wo er bei Friedrich dem Großen, der über sein Werk ein sehr ehrendes Ur-theil fällte, eine günstige Aufnahme fand. Als der Graf Saint-Germain Kriegs»,inisiergeworden, wurde er nach Frankreich zurückberufen und erhielt das Commando des Regi-ments Neustricn. Jm J. 1782 zum Brigadier ernannt, bekam er zugleich die Dircctivndes Znvalidenhauses, das damals noch unter seinem Vater stand. Als Referent im Vcr-waltungsrath des Kriegsministeriums, dem damals die Ausarbeitung eines neuen Mili-taircodex übertragen war, machte er sich viele Feinde, vorzüglich dadurch, daß er den prcuß.Stock einzuführen versuchte. Im I. 1786 wurde er Mitglied der franz. Akademie, 1788,Mare'chal de Camp und Divisionsinspector. Vergebens bemühte er sich >786 zu BourgeSals Deputirter in die Generalstaaten gewählt zu werden und starb kurz nachher am 6. Mai1796. Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähne» „Det'cmss <I» Systeme ,1,: ^»enemockerne, o» relututioii c»m;,Iete Systeme <Ie Al. cl« Alesuil - Dui'unU" (2 Bde.,Neufchatel 1779), „Vruite tie la iorce jxibligus, coilsickeree <1i,»s Ions «es I'a;>;>»rl-"(Par. 1790), welcher treffliche Ideen über Volksbewaffnung enthält; „2,>»rim! >!'»„vo;age eu krasse st SN ^»emaj;i>e, fair eil 1793" (2 Bde., Par. 1861), anziehend durckSchilderungen und Anekdoten von berühmten Männern, besonders von Friedrich >l.,dessen große Eigenschaften G. überaus bewunderte; „Ve^age en lliversss;mrtiss ,!sTrance et en 8>iisss, etc." (Bd. I, Par. 1865), ein nicht unwichtiger Beitrag zur Mili-tairgeschichte. Auch schrieb G. einige Tragödien, die aber verdienter Vergessenheit anheim-gefallen sind. Glücklicher war er als Lobredner, und seine „klnges" aus Catinat (> 775),Michel de L'Hopital (>777), den König von Preußen (>787) und Madem. de l'Esri-nasse zeichnen sich vortheilhaft aus.
Guicciardmi (Francesco), ital. Geschichtschreiber, gcb. am 6. Mär; 138? zu Flo-renz, wo seine Familie in großem Ansehen stand, erwarb sich noch sehr jung als Rechtsge-lehrter bedeutenden Ruf, sodaß er 1565 die Professur der Rechte erhielt und, ungeachteter noch nicht das gesetzliche Alter erreicht hatte, zum Gesandten am Hofe Ferdinands vonAragonien ernannt wurde. Später rief ihn Leo X. au seinen Hof und übertrug ihm dieVerwaltung von Modena und Reggio, die er auch unter Hadrian VI. behielt. Unter Cle-.mens Vkk. stellte er in der von den Parteien aufgeregten Romagna sehr bald die Ruhe wie-der her und sorgte daselbst durch Anlegung von Landstraßen, Aufführung öffentlicherGebäude und Errichtung nützlicher Anstalten vielfach für das allgemeine Beste. VomPapste zum Generallieutenant ernannt, vcrtheidigte er, nach seiner eigenen Angabe, mitgroßer Tapferkeit, nach dem Berichte Angeli's aber, des Verfassers einer Chronik vonParma, mit ungemeiner Feigheit das von den Franzosen belagerte Parma. Nach demTode des Giovanni bei Medici ersuchten ihn die Florentiner, an dessen Stelle das Com-mando der sogenannten schwarzen Schar zu übernehmen; allein G. blieb in päpstlichenDiensten, die er, nachdem er einen Aufstand in Bologna gedämpft, doch noch auf-gab, um nach seiner Vaterstadt zurückzukehren, wo er 1533 sein großes Geschichtswerkbegann, das ihm einen bleibenden Rang unter den ersten Historikern erworben hat. Auch