Guevara h Dueüas Guglielmi 489
- frei und wurde aus Dankbarkeit, nachdem Karl 136-1 die Negierung angetreten, zum Gou-
! verneur von Pontorson erhoben. Am 23. Mai desselben Jahres gewann er die Schlacht
bei Cocherel, durch die er die Würde eines Grasen von Longueville und Marschalls von derNormandie erwarb. Am 2». Sept. wurde er in der Schlacht bei Auray gefangen, aber ge-gen ein Lösegeld von 100000 Francs, die der König, der Papst und mehre andere Fürsten^ zusammenschossen, wieder freigegeben. Hierauf unterstützte er Heinrich, Grafen von Tra-stamare, gegen den König von Castilien, Peter den Grausamen (s. d.), wurde jedochvon dem Schwarzen Prinzen geschlagen und wieder gefangen. Nachdem er durch eine großeSumme, zu der selbst die Feinde aus Achtung gegen ihn beitrugen, ausgelöst worden war,setzte er den Kampf fort und half dem Grafen Trastamare am >3. März >369 den Siegbei Montiel erringen, wodurch derselbe zur Krone von Castilien gelangte. Aus Erkennt-lichkeit machte ihn Heinrich nun zum Grafen von Burgos, Herzog von Molina und Conne-table von Castilien. Karl V. von Frankreich rief ihn jedoch, von den Engländern bedrängt,alsbald zurück und verlieh ihm die Würde eines Connetable von Frankreich. G. eröffnetenun seit l 370 seine Feldzüge gegen die Engländer und trug wesentlich dazu bei, daß den-selben im Laufe eines Jahrzchnds alle franz. Besitzungen bis auf wenige feste Plätze abge-uommen wurden. Als er 1380 Chateau de Nandam in Ecvaudan belagerte, erkrankte erund starb am 3. Juli 1380. König Karl V. ließ ihn mit großer Pracht zu Saint-Denysneben seinem eigenen Grabgewölbe beisetzen. Vgl. Guyard de Berville, „Histoire äe, Lertrsinl tlu 6." (neue Aust., Lyon 1829).
' Guevara y Dueüas (Luis Velez de), span, dramatischer Dichter, geb. zu Ecija inAndalusien im Jan. 1571, lebte in Madrid als Advocat, bis der König Philipp IV., nach-
> dem G. durch seinen auch bei den ernstesten Rechtsverhandlungen übersprudelnden Witzund sein Dichtertalent sich vielen Ruf erworben hatte, ihn veranlaßte, auch Komödien zu
, dichten. Seine Stücke zeichnen sich durch treffliche Charakterzeichnung und Neichthum anecht komischen Zügen aus. Eine Sammlung derselben erschien zu Sevilla (17 30). Auchließ der König, der selbst Dichter war, seine Komödien von G. verbessern und ernannteihn zum königlichen Thürhüter. G.'s dichterischen Ruhm begründete vorzugsweise sein„Diablo cojuelo, o Iwvela <Is 1a otra Villa", ein ebenso elegant als witzig geschriebener Ro-man, in welchem er die Sitten seiner Landsleute und das Leben in Madrid aufdas Witzigsteund Geistreichste schildert und mit einer unnachahmlichen Satire geißelt. Die erste Aus-gabe davon erschien zu Madrid 1611 ; von den vielen Wiederabdrucken ist einer der bestender niedliche von D. V. Ferrer besorgte (Par. 1828, 32.). Lesage hat durch seine Bear«beitung „De äiable boiteux" (Par. 1707) dieses Werk und seinen Namen in ganz Europaberühmt gemacht; der zweite Theil, den er als Fortsetzung dazu schrieb, erreickt aber bei-weitem nicht das Werk des Spaniers. G. starb zu Madrid im Jan. >616. Viele seinerWitzworte sind ins Volk übcrgegangen und noch jetzt im Munde der Spanier.
Guglielmi (Pietro), Componist, geb. im Mai 1727 zu Massa-Carrara, wo seinVater, Giacomo G., Kapellmeister des Herzogs von Modena war, studirte theils unter' seinem Vater, theils in dem Conservatorio di Loretto zu Neapel unter Durante die Musik,j ohne indeß besonderes Talent für dieselbe zu zeigen. Erst nachdem er mit dem 28. Jahre
> aus der Anstalt getreten, fing er an, mit Glück für die komische und heroische Oper zu ar-beiten. Er wurde nach Wien, Madrid und London berufen und kehrte in einem Alter vonungefähr 50 Jahren nach Neapel zurück, wo nun sein Talent am glänzendsten sich entfal-tete. Damals stritten in Neapel Cimarosa und Paisiello um die Palme. G. nahm dieedelste Rache an Letztcrm, über welchen er sich zu beklagen hatte. Jedem Werke seinesGegners stellte er ein anderes entgegen und besiegte ihn unablässig. Durch Pius VI. 1793zum Kapellmeister von St.°Peter ernannt, fand er auch Gelegenheit, sich in der Kirchen-musik auszuzeichnen. Fast alle seine Werke, deren es über 200 gibt, darunter 60 Opern,zeichnen sich durch einfachen und lieblichen Gesang, durch eine klare, volltönende Harmonieund durch Begeisterung und Eigenthümlichkeit aus. Er starb zu Nom am 19. Nov. 1501.— Auch sein Sohn, Pietro Carlo G., machte sich als Componist bekannt. — DerMa-ler Greg or G., geb. zu Rom am 13. Dec. 1711, ein Scbüler Trevisani S, gest. als kai-
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