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Baiern belehnt und erbte nach seines Vaters Tode auch die Güter und Lander des HausesEste. Als er nach der Begnadigung Otko's von Nordheim einen Theil von Baiern an die-scn herausgeben sollte, vereinigte er sich mit den Feinden des Kaisers, verlegte ihm >084bei der Rückkehr aus Italien den Paß am Lech, nahm 1086 Regensburg und Salzburg undschlug den Kaiser bei Würzburg. Später versöhnte er sich wieder mit dem Kaiser, schloß sichdem ersten Kreuzzuge unter Gottfried von Bouillon an und halfZerusalem erobern, starb aberausser Rückkehr ins Vaterland aus der Insel Cypernl 101. — Sein Sohn, WelfV. (II.)vermählte sich mit der toscan. Markgräfin Mathilde, wodurch er deren große Güter inItalien erhielt, kämpfte mit gegen Heinrich IV. und vererbte, da er kinderlos war, 1120Baiern und seine sämmtlichen Güter an seinen Bruder, Heinrich den Schwarzen, derWulfhild, die Tochter des Herzogs Magnus von Sachsen, heirathete und mit ihr einenTheil der lüneburg. Erbgüter erhielt. Auf Heinrich folgte I >26 H einrich der Stolze,der durch seine Vermählung mit Kaiser Lothar's einziger Tochter das Erbrecht in den an-sehnlichen braunschweig., nordhcimischen und supplinburg. Erbgütern gewann. Auch gabihm derKaiser später zuBaicm noch das Hcrzogthum Sachsen. Sein Sohn war Heinrichder Löwe (s.d.), gcst. >195, von welchem durch seinen Sohn Wilhelm, gest. 1213, undseinen Enkel, Otto dasKind, gest. 1252, die königlichen und herzoglichen Glieder des Hau-ses Braunschweig abstammen.—Ein andererSohnHeinrich des Schwarzen, W e lfVI.(III.),pflanzte den wclfischen Stamm noch eine Zeit lang in einer Nebenlinie fort. Tapfer undmächtig, kämpfte er nach seines Bruders Heinrich des Stolzen Tode um Baiern, wel-ches Kaiser Konrad III. schon bei Hcinrich's Lebzeiten an Leopold von Ostreich gegebenhatte, und war anfangs in /einen Eroberungen glücklich. Aber Konrad zog selbst gegenihn und besiegte ihn in der Schlacht bei Weinsberg, bei welcher Gelegenheit die Parteina-nicn Guelfen und Ghibellinen aufkamen. Noch einmal verwüstete Welf VI. Baiern, ohnejedoch dessen Besitz behaupten zu können; sehr spät erst versöhnte er sich mit dem KaiserKonrad. Dagegen diente er Kaiser Friedrich I. sehr treu und begleitete ihn zweimal nachItalien. Er starb am ll. Dec. 1169 zu Memmingen kinderlos, da sein einziger Sohn1167 ihm im Tode vorangegangen war. Zur Bestreitung des Aufwands an seinem üppi-gen Hofe batte er gegen eine ansehnliche Summe Geldes seinem Neffen, Heinrich dem Lö-wen, die Übergabe seiner sämmtlichen so bedeutenden Güter in Deutschland und Italienversprochen. Da aber Heinrich der Löwe die verlangte Summe nicht zahlte, vererbte ersie bei seinem Tode auf den Kaiser, der ihn stets freigebig mit Geld unterstützt hatte.Durch dieStiftung des hannov. Guelfenordens im I. 1815 wurde das Andenken andcn alten Namen der Guelfen erneuert. Vgl. Behrens, „Herzog Welf VI., letzter welfi-schcr Stammherr in Süddcutschland und seine Zeitgenossen" (Braunschw. 1829).
Gnercnio, eigentlich Giov. Franc. Barbieri da Cento, ein ital. Maler,Euercino genannt, weil er schielte, wurde zu Cento bei Bologna 1590 geboren. Durchsein Genie fand er die ersten Grundsätze seiner Kunst selbst auf, die er nachher in der Schuledes Lodovico Carracci weiter ausbildete. Eine Akademie, die er 1616 eröffnete, führte einegroße Anzahl Schüler aus allen Theilcn Europas ihm zu. Der König von Frankreich botihm die Stelle seines ersten Malers an, allein G. zog eS vor, ein Zimmer in dem Palastedes Herzogs von Modena anzunehmen. Erstarb 1666 in Bologna, allgemein geachtetwegen seines trefflichen Charakters und der Zuvorkommenheit gegen seine Kunstgcnoffen.G. ist vielleicht der bedeutendste Maler der Schule von Bologna, Derjenige, bei welchemdie lebensfrischc Darstellung am wenigsten durch akademische Theorien gebrochen erscheint.Er war nicht reich in der Charakteristik, aber überall kräftig, ja zuweilen derb. Ohne daß erwie Guido Reniss.d.) einem bestimmten Schönheitsideal folgte, stellte er doch überall einmächtiges, edles Menschengeschlecht dar, dem er den ergreifendsten Ausdruck zu verleihenwußte. Dabei war er einer der besten Coloristen seiner Schule und reichte in dieser Be-ziehung oft an seine venct. Zeitgenossen. Seine Hauptwerke befinden sich thcils noch inCento, theils in der Pinakothek zu Bologna; von den vielen in allen übrigen Museen zer-streuten ist besonders Hagar und Jsmael in der Brera zu Mailand zu nennen, das seinerspätem, weichem Darstellungsweise angehört. G.'s „Raccoltu cli slcuni clisegni" (23Blätter in Fol.) erschien zu Rom 1764.