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Normandie, derHcttel im Kampf erschlägt, geraubt und, da sie seine Bewerbung stand-h ->fr zurückweist, i» harter Gefangenschaft gehalten und von Hartmnt's Mutter Gerlintviele Jahre zu niedern Magddicnsten gezwungen wurde, bis ihr Bruder Orkwin und ihrVerlobter, Herwig, König von Seeland, sie befreien und rächen. Nur auf den ersten Theilder Sage finden sich in altnordischen und altdeutschen Quellen Anspielungen, die WGrimm in der „Deutschen Heldensage" gesammelt hat. Außer mündlicher Überlieferungberuft sich das Gedicht auch auf ein Buch als auf seine Quelle. Dieses verlorene Buchdessen Umarbeitung wir in dem Gedicht haben, scheint nach mehren Spuren zu der Gattungvolksmäßigcr Gedichte des >2. Jahrh. gehört zu haben, die Lachmann als rohere Spiel-mannspoesie bezeichnet hat. Der bunte Inhalt, die Vorliebe für das Wunderbare und an-dere Eigenheiten jener Gattung haben sich noch in der Umarbeitung erhalten; dieser gehörendie metrische Form, eine Variation der Nibelungenstrophe, der feinere Ton der Darstellungund vielleicht manche neue Einmischung ursprünglich fremdartiger Dinge an. Obwol aberdiese Umarbeitung, einzelne Zusätze abgerechnet, das Werk eines wahrscheinlich östr. Dich-ters ist, so lassen sich doch als ursprüngliche Bcstandtheilc des Gedichts einzelne Lieder er-kennen ; diese jedoch mit der Sicherheit nachzuweisen, mit welcker Lachmann in der „Nibe-lungen Noch" die einzelnen Lieder der Sammlung nachgewiesen hat, ist bei diesem Gedichtunmöglich, da es nicht die erste Sammlung einzelner Lieder, sondern die Überarbeitung ei-nes aus solchen entstandenen Buchs ist, und Ettmüller's Versuch, die ursprünglichen Lie-der herzustellcn („Gudrunlieder", Zür. 1811)ist verfehlt. Leider hat sich das Gedicht, dasin einzelnen Theilcn, besonders seiner zweiten Hälfte, dem Nibelungenlied an die Seite ge-setzt werden darf, nur in einer einzigen späten und schlechten Handschrift erhalten, aus deres in dem „Heldenbuch" von F. H. von der Hagen (Berl. >82») abgedruckt ist; verun-glückt ist Ziemann's Versuch einer kritischen Ausgabe („Lütriin", Quedlinb. > 835). DieÜbersetzungen von San-Marte (Berl., 1839) und Ad. Keller (Stuttg. 181-0) werden durchdie von Simrock (Stuttg. und Tüb. 1813) übertroffen.
Guelfen oder Welfen ist der Name eines berühmten Fürstenhauses, das, im 11.Jahrh. aus Italien nach Deutschland verpflanzt, eine Zeit lang über mehre der schönstendeutschen Provinzen herrschte und in den beiden Linien des Hauses Braunschweig, der kö-niglichen und herzoglichen, noch sortblüht. Die Familie der Guelfen, wie sie in Italienhießen, oder Welfen, wie ihr deutscher Name war, verliert sich in die früheste Zeit. Schonunter Karl dem Großen erscheint ein Wann, Graf von Altorf, dessen Sohn Jsenbrandnach der Sage den nachmaligen Namen seines Geschlechts Welfen, d.h. junge Hunde, ver-,anlaßte. — Des Letzter» Sohn, W e ls s., der Stifter der ältern welsischen Linie, führte diesenNamen zuerst und wurde durch seine Tochter Jutta Kaiser Ludwig des Frommen Schwie-gervater.— Welf's l. Enkel, Heinrich mit dem goldenen Pfluge, ließ sich bereden,in den Dienst des Kaisers zu treten, unter der Bedingung, daß er so viel Lchngebiet erhalte,als er mit einem goldenen Pfluge um die Mittagszeit, wenn der Kaiser schlisse, würdeumackern können. Er hatte von Ort zu Ort starke Rosse bestellt, mit denen er wechselte, undso gewann er ein großes Gebiet (1000 Acker). Sein Vater Etico aber, entrüstet darüber,daß Heinrich die Freiheit mit dem Vasallendienst vertauschte, zog sich in die öden Wälderdes Ammergaus (in Baiern) und beschloß hier sein Leben in klösterlicher Einsamkeit. DurchWelf kl. wurde zuerst der nachmals in seinen Folgen so traurige Parteihaß zwischen denGuelfen und GHibellinen (s. d.) begründet, indem er mit Herzog Ernst von Schwabengegen Kaiser Konrad 1l., während dessen Abwesenheit in Italien, sich verbündete, aber be-siegt und des Landes verwiesen wurde. — Sein Sohn WelfIII. wurde mit dem Herzog-thum Kärnten und der Mark Verona belehnt und wußte mit dieser ansehnlichen Machtsein Recht sogar gegen Kaiser Heinrich III. geltend zu machen. Er starb unvermählt undvermachte alle seine Erbgüter den Klöstern. Doch seine Mutter Irmengard bewog denGemahl ihrer Tochter Kunigunde, Azzo, aus dem Hause Este in Italien, Herrn von Mai-land, Genua und andern Städten, seinen Sohn zur Besitzergreifung der welsischen Güternach Deutschland zu schicken. — Dieser, W el fIV. (als Markgraf) oder W e lf I. (als Her-zog), nahm die Güter in Besitz und wurde Stifter der jüngern welsischen Linie. Nach Otto's»on Nordheim Absetzung wurde er von Kaiser Heinrich IV. I V7V mit dem Herzogthum