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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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Guatemala Gudrun 493

ghese (s. d.) zum Herzog von G. erhoben wurde. Durch den wiener Kongreß wurde so-dann dasselbe, Sabionette und Bozzolo ausgenommen, die an Ostreich sielen, nebst Parmaund Piacenza der Gemahlin Napolcon's, Marie Luise, überlassen, nach deren Tode es zu-folge der Convention vom 10. Juni 1817 nebst Parma und Piacenza an den Herzog vonLucca übergeht, der Lucca an Toscana abtritt. Die gleichnamige Hauptstadt, am Ein-flüsse des Crostolo in den Po, mit,4000 E., der Sitz eines Bischofs, ist merkwürdig durchden Sieg der Franzosen über die Östreichcr am >0. Sept. 1734.

Guatemala, s. Centralamerika.

Guben, Kreisstadt des frankfurter Regierungsbezirks der preuß. Provinz. Bran-denburg, in der ehemals sächs. Niederlausih, am Zusammenflüsse der Lubst und Neiße, ineiner reizenden Gegend gelegen, hat 0500 E., ein Gymnasium, wichtige Tuch -, Leder- undTabacksfabriken, Flußschiffahrt und Schiffbau und auf den nahegelegenen Neißebergcn an-sehnlichen Obst- und Weinbau. Besonders gehört der hier erzeugte rothe Wein,,nächstdem an der Saale, zu den besten Weinen der östlichen Hälfte des preuß. Staats. G. warein unansehnlicher Ort, bis der Markgraf von Meißen, Konrad der Große, sächs., fränk.und fries. Kolonisten dahin zog, worauf cs sehr bald zur Stadt erhoben wurde. Durch dieHussiten litt dieselbe im I. 1437. Zwischen dem Kurfürsten Friedrich II. von Branden-burg und Georg Podiebrad von Böhmen wurde hier 1462 der Friede geschlossen, in wel-chem Letzterer seinen Ansprüchen auf die Lausitzen entsagte. Auch fand hier im Siebenjähri-gen Kriege 1759 eine Zusammenkunft Daun's und Soltikow's statt.

Gtlbitz (Friedr. Wilh.), Professor an der königlichen Akademie der Künste in Ber-lin, geb. am 27. Febr. 1786 in Leipzig, hatte sich ursprünglich für die Theologie bestimmt,wurde aber durch Familienverhältnisse genöthigt, einen Lebensberuf zu wählen, der ihmein rasches Erwerben zu sichern schien. Er lernte nun als Schriftgießer und Buchdrucker,widmete sich aber dann vorzugsweise der H olzschneidekunst (s. d.), die er, unterstütztvon seinem Vater, der sich in der Stahlschneidckunst auszeichnete, wesentlich vervollkomm-nte. Bereits >805 wurde er in Berlin als Professor der Holz - und Formschneidekunstangestellt; da indeß in Folge der Drangsale, welche bald darauf Preußen trafen, sein Ge-halt ausblieb, so sah er sich genöthigt, die schriftstellerische Laufbahn, die er zuerst als Ver-theidiger seiner Kunst betreten hatte, weiter zu verfolgen und begründete die ZeitschriftDas Vaterland", auf dem UmschlägeFeuerschirme" genannt (1807 9), in der er zu-gleich bezweckte, die Gemüther für eine bessere Zukunft zu stimmen. Nach der Rückkehrdes Königs in die Hauptstadt widmete er sich wieder mit erneutem Eifer der Holzschneide-kunst, in der er immer Ausgezeichneteres lieferte. In seinen Mußestunden entstanden ei-nige dramatische Arbeiten, die zum Theil Glück auf der Bühne machten, wie namentlichdas LustspielDie Taleutprobe" (Berl. 1814) und auck alsTheaterspiele" gesammelterschienen (2 Bde., Berl. >815 16 ). Im I. 1817 begann er die Herausgabe der Zeit-schriftDer Gesellschafter", welche noch gegenwärtig fortgesetzt wird. Einen Namen machteer sich ferner als Herausgeber derGaben der Milde" (4 Bde., Berl. 1818), desJahr-buchs deutscher Bühnenspiele" (seit 1822) und desJahrbuchs des Nützlichen und Unter-haltenden" (seit 1835), die beide noch fortgesetzt werden, wie überhaupt durch seine Thä-tigkeit als Besitzer der seit 1822 gegründeten Vereinsbuchhandlung in Berlin. Der vonihm seit 1835 jährlich herausgegebene und populair gewordeneDeutsche Volkskalender"wurde für eine Menge ähnlicher Kalender Veranlassung und Vorbild, und es zählt durchdenselben G. unter den besten Volksschriftstellcrn, gleichwie er als Holzschneider zu denKoryphäen dieser Kunst zu rechnen ist.

Gudrun (Lütrün), ein deutsches volksmäßiges Epos, das in seiner jetzigen Gestaltder Mitte des 13. Jahrh. anzugehören scheint. Der Inhalt zerfällt in zwei Hälften, dienicht durch epische Einheit verbunden sind, sondern nur durch einen genealogischen Fadenund dadurch, daß mehre untergeordnete Personen der Sage in beiden Hälften, zum Theilwidersinnig, auftreten. Der erste Theil enthält die abenteuerliche Jugendgeschichte des iri-schen Königs Hagen, die Entführung seiner Tochter Hilde durch die Mannen des KönigsHetlel von Hegelingen und Hilde's Vermählung mit Hcttel. Der zweite Theil erzählt, wieG-, Hettel's und Hilde's Tochter, von Hartmut, dem Sohne des Königs Ludwig von der