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und wenn auch alle jene ausgleichenden Wirkungen des Verkehrs wahr sind und von demKäufer eines Guts recht wohl berechnet werden, so wird doch derselbe Mann sie sehr schnellvergessen, wenn er die Steuer zahlen muß, und wird immer eine Ungerechtigkeit darin se-hen, daß seinNachbar von dem gleichen, wenn auch thcurcr bezahlten Gute weniger Steuerngibt als er. Jndeß hat jene eigenthümliche Natur der Grundsteuer, sowie der Umstand,daß schwerlich irgend eine Methode der Grundsteuereinrichtung bewirken kann, daß manwirklich die Eigenthümer in dem berechneten Verhältnisse trifft, vielmehr, ohne besondereSchuld des Einzelnen, derselbe Steuerbetrug, bei ganz gleichen Verhältnissen der Güter,doch den einen Besitzer weit härter treffen wird als den andern, gar manche Einwendungengegen die ganze Steuergattung veranlaßt, und noch neuerdings den Staatsrath Hosfmannbestimmt, in seiner klassischen „Lehre von den Steuern" auf gänzliche Abschaffung derGrundsteuer, mittels Ablösung derselben von Seiten der steuerpflichtigen Grundeigcnthü-mer anzutragen; eine Operation, die in England in der That schon vor langer Zeit durch-geführt worden ist. Jndeß, auch abgesehen von den Schwierigkeiten, die die Ausführungdieser Maßregel bei der Höhe der Grundsteuern in vielen Ländern haben dürfte, würdees auch seine großen Bedenken haben, die ganze Elaste der Landwirthc, wie man alsdanndoch müßte, künftig ganz unbesteuert zu lassen. Sie hätten freilich die Grundsteuer abgelösi,allein das geschieht jetzt und ist, wie man bebändern Dingen erlebt hat, in hundert Jahrenvergessen. Der Schein wenigstens würde wider sie sein, und sie selbst würden nicht überallvolles Zutrauen in ihre Sicherheit für alle Zeiten setzen. Auch werden sich unsere Finanz-männer nicht gern die Grundsteuer entziehen lassen, die für sie den großen Vorzug beson-derer Sicherheit und Regelmäßigkeit des Ertrags hat. Besser vielleicht wäre es, die inneuern Zeiten durch vermehrten Ertrag der indirecten Abgaben möglich gewordenen Her-absetzungen der Grundsteuer zunächst nur den sichtbar überbürdeten Grundeigenthümcrnzukommen oder auch diese ihr Plus ablösen zu lassen und damit annäherungsweise Gleich-heit zu erzielen, dann aber den aufzubringenden Betrag auf dem Wege einer landwirth-schaftlichen Gewerbsteuer (s. d.) zu erheben, wobei die subjectiven Verhältnisse der Be-sitzer berücksichtigt werden könnten. Die Staaten halten fest an dem Systeme der objekti-ven, nur das Grundstück ins Auge fassenden Grundsteuer, haben aber zum Theil sowolwesentliche Herabsetzungen derselben vorgenommeu, als auch der gerechtern Veranlagungderselben großartige Anstrengungen gewidmet, die zugleich in allgemeiner Vermessung undBonitirung des Landes anderweite Vorthcile brachten. Hier ist der Kataster (s. d.) wich-tig, bei dessen Entwerfung weder der Kaufpreis, noch die Pachtrente, noch der rohe, nochder wirkliche, sondern der natürliche, bei guter Bewirthschaftung zu erwartende reine Er-trag zu Grunde zu legen, Umfang, Lage, Bodenart des Grundstücks, Wirthschaftskosten,Gelegenheit zu Absatz u. s. w. zu berücksichtigen sind. Auch ergeben sich wichtige Fragenin Betreff der an andere Grundstücke zu entrichtenden Gefälle, für die man zuweilen einebesondere Dominical- oder Gefällsteuer eingeführt und deren Betrag dem Grundsteuer-pflichtigen abgerechnet hat, sowie in Betreff der Gebäude, für die, wenn sie nicht blos Wirth-schaftswerkzeug sind, am besten eine besondere, in mehre Classen gethcilte, die Häuser, welchewesentlich Gebrauchs - und die, welche wesentlich Vermiethungswerth haben, unterschei-dende Steuer angewendet wird.
Grundton, s. Hauptton.
Grnndtvig (Nicolai Frederik Severin), einer der vorzüglichsten dän. Historiker undDichter, wurde zu Udby, einem Dorfe auf der Insel Seeland, am 8. Sept. >783 geboren. I»einer der jütländ. Haidegegenden vom neunten Jahre an erzogen, kam er im 1.1800 auf dieUniversität zu Kopenhagen. Als Schriftsteller trat er zuerst mit seiner „Nordens Mytholo-gie" (I8V8; 2. Ausl., 1832) auf, der ersten lebendigen und geistvollen Behandlung diesesgewaltigen Stoffs, und als Dichter bald darauf in den „Optrin afKämpelivets Undergangi Nord" (2 Bde., 1809). Sodann erschien sein „Kurzer Begriff der Weltchronik" ( 1812 ;2. Ausl., I8l7; deutsch von Volkmann mit Anmerkungen vonNudelbach, Nürnb. >837),der eine mächtige Bewegung in Dänemark hervorrief. Eine zweite Darstellung der Welt-' geschichte, „Kort Begreb af Verdenskrönike" (Bd. I, l 814), blieb unvollendet. Seine ly-rischen Produttionen aus dieser Zeit, die er zuerst in kleinere Sammlungen niederlegte,
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