478 Grummet Grund !
Volk auf dem sogenannten Eisfclde, überfiel mit dieser Schar am Oct. >.'>63 die StadtWürzburg und erzwang von dem geflüchteten Bischof einen Vertrag, in welchem er undseine Genossen ihre eingezogenen Güter zurückerhielten und außerdem durch bedeutendeGeldsummen entschädigt wurden. Der Bischof erklärte jedoch nach G-'s Abzüge den Ver-trag für erzwungen und wirkte beim Kaiser gegen denselben ein Achtsmandat aus, dasauch nicht aufgehoben wurde, obschon G. >503 seine Sache auf dem Deputationstage zuWorms mit Glück und Eifer vertheidigte. Um so fester schloß sich nun G. an Johann Fried-rich an. Er zog mit seinen Anhang nach Gotha und suckte hier in Verbindung mit dem §Kanzler, Christian Brück, den Herzog ernstlich für die Umwälzungsplane zu intercssiren.Nicht ohne Einverständniß mit dem franz. Hof, von welchem G. den Titel eines Reiter-oberst der Krone Frankreich erhalten, machten Beide dem Herzoge nicht nur zur Wieder-erlangung der Kurwürde, sondern sogar aufdie deutsche Kaiserkrone Hoffnung und bedientensich selbst schmählicher Gaukeleien, um das Gemüth des leichtgläubigen Fürsten zu bestricken.
So mußte ein verzückter Bauer, Hänsel Schönborn aus Hundshausen, der Engelseher ge-nannt, dem Herzoge seine Erhebung auf den Kaiserthron prophezeien. Die Anschläge,welche die Verschwörer auf die Person des Kurfürsten August von Sachsen machten, schei-nen denselben endlich zum Einschreiten bewogen zu haben. Nachdem er den Herzog ver-geblich zur Entfernung der Friedensstörer aufgefodert, wendete er sich an den Kaiser Ma- ^ximilian II., der auf dem Reichstage von 1566 die Acht gegen G. und seinen Anhang ver-schärfte und demHerzoge die Entfernung der Geächteten aufgab. Da derHerzog weder diesemBefehle noch den Bitten seiner Freunde Gehör gab, sondern seine Absichten und Anstal-ten zur Eroberung der Kurwürde immer deutlicher hervortreten ließ, wurde am 12. Dec.1566 die Reichsacht über ihn gleichfalls verhängt und die Execution derselben dem Kur-fürsten August übertragen. Letzterer rückte noch zu Weihnachten 1566 vor das stark be-festigte Gotha und nahm die Stadt nach einer harten Belagerung am 13. Apr. 1561 ^durch Capitulation mit den Bürgern ein, die sich des Regiments bemächtigt und in einemAufstande den G.'schen Anhang gefangen genommen hatten. Während man den gefan-genen Herzog nach Wien abführte, wurden G. und der Kanzler Brück durch ein Urtheildes Kurfürsten am 17. Apr. lebendig gcvierthcilt, die übrigen Haupttheilnehmer aberent-hauptet. E. starb mit großer Standhaftigkeit und war selbst nicht durch die grausamstenMartern der Folter zu bewegen, seine politischen Plane und weitgreifenden Verbindungenim ganzen Umfange zu enthüllen. Eine aus Quellen geschöpfte Darstellung der G.'schenHändel enthält die Schrift von Chr. Ferd. Schulze „Elisabeth, Herzogin zu Sachsen"(Gotha 1832); romantisch behandelte dieselben Ludw. Bechstcin in seinem „Grumbach"
(3 Bde-, Hildburgh. und Mein. 1838).
Grummet heißt das getrocknete Gras, welches durch den zweiten Grasschnitt aufW-esen, die des Jahrs zwei - oder dreimal abgemäht werden, gewonnen wird.
Grün, s. Baldung (Hans).
Grün (Anastasius), s. Auersperg (Ant. Alex., Graf von).
Grünberg, Kreisstadt im Regierungsbezirke Liegnitz der preuß. Provinz Schlesienmit 16088 E-, war sonst namentlich wegen des in der Umgegend erbauten säuern, abernichtsdestoweniger berauschenden Weins berüchtigt, der wegen der Mischung von rothen !und weißen Trauben meist keine reine Farbe hatte. Nächst dem Weinbau, der in neuererZeit durch bessere Cultur und Behandlung sich sehr gehoben hat, sind Obstbau und Tuch-fabrikation die wichtigsten Nahrungszweige des Orts. Die Tuchfabriken liefern jährlichgegen 38888 Stück Tuch; an Wein werden gegen 18888 Eimer ausgeführt.
Grund bezeichnet metaphorisch Das, worauf sich ein Gedanke stützt. Das Gesetzdes Grundes: Setze nichts ohne Grund, Verbietetalle willkürliche Behauptungen, wenn wirauch nicht immer zum Bewußtsein des zureichenden Grundes (rstio ünslioiens), der etwasals Folge vollständig erklärt, gelangen können. (S.Denken.) Da indeß keine Demon-stration (s. d.) rückwärts ins Unendliche gehen kann, so geht alle Begründung von Be-griffen oder Sätzen aus, die selbst keiner Begründung fähig oder bedürftig sind, und einsolcher Begriff oder Satz heißt Axiom (s. d.) oder Princip (s. d.), auch wol Grundbe- igriff oder Grundsatz. Die Gründlichkeit besteht in der Ableitung der Gedanken als Fol- ^