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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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477
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Grmnbach 477

beckung vieler deutlicher Spuren der Mondbewohner, besonders eines kolossalen Kunstge-bäudes derselben" vieles Aufsehen, nachdem er schon 1821 in denActen" der Leopoldini-schen Akademie seineSclenognostischen Fragmente" veröffentlicht hatte. Ihm gebührt dieEhre, zuerst und lange vor Civiale (s. d.), ein Instrument, um den Stein in der Harn-blase zu zerbröckeln, angegeben zu haben, und die sranz. Akademie erkannte ihm dafür spa-ter einen Preis von 1000 Francs zu. Seine frühem Arbeiten in der Physiologie, nament-lich seine mikroskopischen Untersuchungen, sind nicht ohne Werth. Seinen astronomischenArbeiten sieht man den Mangel einer scharfen mathematischen Methode allzu sehr an.

Grumbach (Wilh.von), ein fränk. Edelmann aus einem alten, im 17. Jahrh. aus-gestorbenen Geschlecht, geb. > 503, wurde durch die Unruhen bekannt, die er im DeutschenReich erregte, und die gewöhnlich die Grumbach'schen Händel genannt werden.Schon in seiner Jugend soll G. einen kühnen, rachsüchtigen und thatkräftigen Charaktergezeigt haben. In den Kriegen Kaiser Karl's V. erwarb er sich den Ruhm eines tavfernReiterhauptmanns. Als 1540 der Oheim seiner Frau, Konrad von Bibra, Bischof vonWürzburg wurde, gelangte G., dessen Güter meist in dem Erzstifte gelegen waren, andiesem geistlichen Hofe zu großem Einflüsse und an die Spitze der Geschäfte. Nach Kon-rad's Tode im I. 1544 zerfiel er jedoch mit dessen Nachfolger, Melchior von Zobel, überdie Vollstreckung des Testaments und begab sich, in seinen Rechten vielfach gekränkt, in dieDienste des Markgrafen Albrecht vsn Brandenburg-Kulmbach, der ihn zum Statthalterseines Landes erhob. In dieser Stellung erwarb sich G. das höchste Vertrauen seines Herrnund einen wesentlichen Einfluß auf dessen kriegerische Unternehmungen. Gewiß nicht ohneseinen Rath übte der Markgraf während der Friedensunterhandlungcn zu Passau Erpres-sungen an dem Stifte Würzburg, wobei G. den Vermittler spielte und am 2 >. Mai 1552auch in seinem eigenen Interesse einen Vergleich mit dem Stifte herbeiführte. G. erhielthiernach in Rücksicht seiner frühern Ansprüche mehre Stiftsgüter, eine Geldsumme unddie Erlaubniß, dem Markgrafen, unbeschadet seines Vasallenverhältnisses zu Würzburg,fernerhin zu dienen. Dieser Vertrag wurde indeß vom Bischof nicht gehalten, und derMarkgraf selbst wendete sich deshalb an den Kaiser, der die Aufrechthaltung des Vertrags,wenn auch nur mündlich, aussprach. Da sich aber der Bischof an diesen Ausspruch nichtkehrte, vielmehr gegen die Besththümer G.'s allerlei Feindseligkeiten verübte, so zauderteLetzterer nicht, seinen Herrn zu der Naubfehde gegen Nürnberg, Bamberg und Würzbnrgzu bewegen, die unter dem Namen des markgräflichen Kriegs bekannt ist und 1554 dieÄchtung un'd den Untergang des Markgrafen Albrecht herbeiführte. G., die Seele dieserZwiste, wußte sich zwar vor dem Achtsmandate zu retten, verlor aber alle seine Güter inWürzburg. Am 15. Apr. >558 wurde der Bischof Melchior auf offener Straße zu Würz-burg von einer Rotte Unbekannter angefallen und getödtet. Wahrscheinlich hatte G. diesenAnschlag cingcleitet, obschon es kaum in seiner Absicht liegen konnte, den Bischof tödtcn zulassen, da es ihm nur darum zu thunsein mußte, denselben in seine Gewalt zu bringen. Wäh-rend der neue Bischof, Friedrich von Wicrsberg, einen für dieUrhcber des Attentats gefährli-chen Proceß einleitete, arbeitete G- an kühnen, weitläufigen Planen, deren Ausführung denpolitischen Zustand des Deutschen Reichs gänzlich umgcwandelt haben würde. Er trat mitdem Adel verschiedener Kreise, besonders aber mit dem fränkischen in Verbindung undsuchte denselben für den Gedanken zu gewinnen, die Herrschaft der großen Territorial-herrcn im Reiche zu brechen und mit den Waffen in der Hand die Reichsunmittelbarkeitder ganzen Ritterschaft wiederherzustellen. Indessen wagten es nur einige in dem mark-gräflichen Kriege compromittirte Edellcute, Wilh. von Stein, Ernst von Mandelslohe,Albrecht von Rosenberg, Jobst von Zedtwitz und mehre Abenteurer, sich mit G. näher zuvereinigen, obschon eigentlich die Stimmung des Adels durch ganz Deutschland diesemProjccte nicht ungünstig war. Um einen mächtigern Rückhalt zu haben, machte sich G.auch an die Herzoge zu Sachsen crncstinischcr Linie und fand besonders bei Johann Fried-rich dem Mittlern Eingang, der den Verlust der sächs. Kurwürde und die Demüthigungseines Hauses nicht verschmerzen konnte. Zunächst aber suchte sich G. durch eine kühneThat in den Besitz seiner Güter zu setzen und das Zutrauen des Adels zu erwecken. Er ver-sammelte mit Mandelslohe und Stein einen Hausen von 800 Reitern und 500 M. Fuß-