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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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474
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474 Grubenbau

des Ganges am oder im liegenden Nebengestein eine Strecke treibt und von dieser recht-winkelig das Erz abbaut. Ist man in einer Etage fertig, so geht man höher, nachdem dieabgebauten Räume mit taubem Gesteine verseht sind. Große Lager und Stöcke werdendurch den sogenannten Stockwerks bau abgebaut, indem man in verschiedenen Stock-werken die Erze oder das Steinsalz u. s. w. in großen Weitungen gewinnt, die man soweit und so hoch macht, als es nur die Festigkeit der Erz- oder Gesteinmasse gestattet. DieStockwerksbaue, z. B. zu Wieliczka in Polen, im Rammelsberge am Harz, zu Dane-mora und Fahlun in Schweden, die aber 1833 sehr bedeutende Einstürze erlitten haben,zu Altenberg in Sachsen u. s. w., sind die großartigsten. Steinkohlenflöhe werden gewöhn-lich durch den sogenannten Pfeilerbau abgebaut. Man treibt nämlich längs dem Strei-chen des Flohes, und an dessen tiefstem Punkte eine Strecke und von dieser ab in gewissenEntfernungen voneinander andere Strecken, entweder nach dem Fallen des Flähes, alsorechtwinkelig auf der Grundstreckc, oder nach einer diagonalen Richtung. Diese werdenwiederum von Strecken durchschnitten, die mit der Grundstreckc parallel lausen, sodaß dasganze Flöh in Pfeiler abgetheilt erscheint, die man dann von hinten nach vorn zu weg-nimmt. Doch ist dies nur eine Art des sehr mannichfachen Steinkohlenbergbaus. Aufeine ganz eigenthümliche Weise gewinnt man in den östr. und bair. Salzbergwerken dasSteinsalz. (S. Berchtesgaden.) Gold-, Platin- und Zinnkörner werden aus demSande und der Dammerde mittels der Seifenw erke (s. d.) gewonnen.

Bei der Gewinnung der Fossilien ist der Bergmann mannichfaltigcn Gefahren aus-geseht; denn die Felsarten, in denen er arbeitet, bestehen nicht immer aus einem zusam-menhängenden Ganzen, sondern sind nach verschiedenen Richtungen gespalten, und jedenAugenblickj drohen Stücke davon sich loszureißen; auch muß er zuweilen selbst durch Sandund Schlamm, durch sogenanntes schwimmendes Gebirge, dringen. Er ist daher genökhigt,wenn die Wände und Decken nicht von selbst stehen, sie durch Zimmerung oder Mauerungzu unterstützen und zu befestigen. Der Grubenausbau ist aber einer der schwierigsten undverwickeltsten Theile der Vergbaukunde. Zn sehr engen Strecken wird ferner durch Ath-mcn, Pulverdampf und Lampe (Grubenlicht) die Luft verderbt; dasselbe geschieht durchdie Erze und die dadurch entwickelten Arsenik- und Schwefeldämpfe und andere irrespi-rable Easarten (Böse Wetter) und brennbare Luftarten, die durch Explosion Gefahr brin-gen (Schlagende Wetter). Deshalb ist es nothwendig, in den unterirdischen Räumen einefortwährende Circulation der Luft (der Wetter) zu unterhalten, wodurch die Atmosphäreohne Unterlaß erneuert wird. Das Ganze der Mittel, welche man zur Hervorbringung die-ser Wirkung anwendet, bildet Das, was man die Wetterlosung der Bergwerke nennt. Dieanzuwendenden Mittel sind entweder natürliche Luftströmungen, welche durch die verschie-dene Dichtigkeit der Luft unter und über Tage hervorgebracht werden, oder es sind künst-liche Vorrichtungen, durch welche den wetternöthigen Bauen frische Luft zugcblasen unddie verdorbene von ihnen weggesogen wird. Eine Sicherheitslampe gegen die Gefahren derschlagenden Wetter erfand der engl. Chemiker Da v y (s. d.). Die Lichtflamme ist bei dersel-ben mit einem ringsum verschlossenen Cylinder von der feinsten Metallgaze umgeben, so-daß der Bergmann mit dieser Lampe ohne Gefahr die mit den fürchterlichen schlagendenWettern angesüllten Grubenbaue betreten darf. Ein anderer Feind des Bergmanns undseiner Arbeit und eines der größten Hindernisse im Bergbau sind die in den Gesteinsklüf-ten vorhandenen und unaufhörlich in die Baue dringenden Wasser. Mit der Fortschaffungderselben beschäftigt sich ein anderer wichtiger Theil der Bergbaukunde, nämlich die Was-serhaltung. Die Wasser werden entweder aus den Wasserlosungs - oder sogenannten Erb-stollen abgeleitet, oder mittels Kübeln oder Tonnen durch die Schachte oder mittels Saug-und Druckpumpen herausgeschafft. Mit der Förderung der gewonnenen Erze, Steinkoh-len u. s. w. aus den Gruben zu Tage und nach den Pochwerken und Hütten beschäftigt sichdie Förderungslehre. Auf Stollen und Strecken geschieht die Förderung mittels Schlitten,Laufkarren und Hunden, d. h. vierräderigen Wagen, deren Räder auf hölzernen oder eiser-nen Gestängen, welche letztere man auch Eisenbahnen oder Schienenwege nennt, laufenund die eine sehr verschiedenartige Einrichtung haben. Zn den Schachten wird die Förde-rung entweder durch Hasp el (s. d.), oder durch Göpel (s. d.) bewerkstelligt. Vgl.Be-