Grubbe
Grubenbau
Grubbe (Samuel), Staatsrath im Ministerium der geistlichen und Unterrichtsan-gelegenheiten in Upsala, gcb. am 9. Febr. I 786 im Sprengel Seglora in Westgothland,studirte von >80-1 an in Upsala, wo er >806 Doctor der Philosophie wurde, und erhielthier >8> 3 den Lehrstuhl der theoretischen Philosophie, den er >827 mit dem der praktischenvertauschte, worauf er > 812 zum Staatsrath befördert wurde. G. zeichnete sich als Lehrerdurch ungemeine Bestimmtheit und Deutlichkeit aus und strebte mit glücklichem Erfolge,seine Wissenschaft zu popularisiren. Sein System nähert sich Schelling's früher» Ansich-ten, doch nicht ohne kritisch-eklektische Vermittelung. Durch seine „Beiträge zur Erör-terung der Lehre von der bürgerlichen Gesellschaft", die von der schweb. Akademie nüt demLundblad'schen Preise gekrönt, zuerst in der Zeitschrift „8voa", dann auch besonders ab-gedruckt wurden (Ups. >826), trug er nicht wenig bei, manche einseitige Ansicht über Re-ligion, Ehe, Staat und Verhältniß zwischen Herrscher und Volk zu berichtigen. Als Ab-geordneter der Universität nahm er >821 Theil an der Revision der allgemeinen Elemcn-tarerziehungsanstalten, und als >827 ein großer Ausschuß zu Berathungen über das Lehr-wesen ernannt wurde, wählte der König ihn und Geijcr zu Mitgliedern. Im I. >830wurde er zum Mitglied der Akademie und >833 von der Universität zum Abgeordnetenauf dem Reichstage gewählt.
Grube oder richtiger Grubenfeld heißt ein auf Gängen, Lagern, Flohen, Stock-und Seifenwerken mit den nöthigen Wasser- und Tagegebäuden versehener Bezirk zumBetriebe des Bergbaus. Er wird durch Muthung, Verleihung und Vermessung von Pri-vatpersonen erb- und eigenthümlich erlangt, oder vom Landesherrn vermöge des Bergre-gals besessen. (S. Bergbau und Bergregal.) In demselben läßt, um die Fossilienbergüblich zu gewinnen, der Landesherr oder eine Gewerkschaft Bergleute anfahrcn, oderes bauen die Eigenlehner selbst. Insbesondere nennt man Grube oder Grubengc-bäude, auch Bau unter Tage, die verschiedenen Anlagen und unterirdischen Aushöhlun-gen, welche die Aufsuchung und Gewinnung der Fossilien zum Zwecke haben.
Grubenbau. Es gibt dreierlei Arten Grubenbaue, nämlich Schachte, Stollen undeigentliche Abbaue. Ein Schacht ist ein prismatischer oder cylindrischer Raum, dessenAchse entweder eine starke Neigung gegen den Horizont hat oder senkrecht steht. SeineWeite beträgt nie unter 27 Zoll, zuweilen aber über ein Lachter (6's/, F.); die Tiefe kannsehr verschieden sein. Sobald ein Schacht eröffnet ist, sind Vorrichtungen zu treffen zurAusförderung der gewonnenen Massen, zur Herausschaffung des eindringenden Wassersund zum Hinabsteigen in denselben (Anfahren). Zu letzten» Zwecke dienen gewöhnlichLeitern, Fahrten genannt. Ein Stollen, eine Strecke, dagegen ist ein prismatischeroder elliptischer Raum, dessen gerade Achse der Horizontale nahe ist, und man unterschei-det den zu Tage oder bis an die Gebirgsoberfläche ausgehenden Stollen von der nicht zuTage ausgehenden Strecke. Beide sind gewöhnlich Lachter weit und I Lachter hoch.Auf denselben sind ebenfalls Vorrichtungen zum Gehen (Fahren), zur Förderung der ge-wonnenen Massen und zum Abflüsse des Wassers. Abbaue oder Weitungen heißendie Räume, die der Bergmann durch Gewinnung der nutzbaren Fossilien bildet. Wennman vcrmuthen darf, daß in einer Gegend Lagerstätten nutzbarer Fossilien vorhanden sind,so muß man sie zuvörderst durch stellen- oder schachtfürmige V ersuchbaue (Röschen oderSchürfe) oder durch Bohren mit dem Erdbohrer untersuchen (ausrichten). Ist dies ge-schehen, so schreitet man zum Abbaue oder eigentlichen Grubenbetriebe. Man unterschei-det auch wol Grub enbaue überund Grubenbaue unter Tage. Die erstem,die Tage-, Pingen- oder Stcinbruchsbauc sind die einfachsten, indem man nurdie über der Lagerstätte liegende Dammerde u. s. w. wegnimmt und dann stufenweise nie-dergeht, um das Nachstürzen der Wände zu verhindern. Die unterirdischen, eigentlichenGrubenbaue sind sehr verschieden. Gänge werden gewöhnlich durch Straßen- oderdurch Fürsten baue abgebaut. Bei erstem nimmt man von einem Schachte aus dieErze in der Sohle stufenweise weg, sodaß der Anbau wir eine Trappe aussieht. Bei den För-stenbauen findet das Entgegengesetzte statt, indem das Erz von einem Stollen oder einerStrecke in der Förste (Decke) stufenweise weggenommcn wird. Mächtige Gänge baut manj. B. in Ungarn durch den sogenannten Qu erbau ab, indem man längs dem Streichen