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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Grouchy 471

die, nachdem man die List erkannt, sie in Freiheit sehen ließen. G. irrte hierauf einige Zeitin den katholischen Niederlanden umher, flüchtete sich dann nach Frankreich und erhieltvon Ludwig Xlll. eine Pension von 3"»" Livres, doch Richelieu, dem er nicht genugschmeichelte, wußte ihn wieder zu entfernen, und 163 l wurde selbst seine Pension eingezo-gcn. Das Wohlwollen, welches ihm der Prinz Friedrich Heinrich von Oranien in einemBriefe gezeigt, bewog ihn, in sein Vaterland zurückzukehren; allein seine Feinde bewirk-ten, daß er zu ewiger Verbannung vcrurtheilt wurde. In Hamburg, wohin er sich zunächstwendete, suchten die Könige von Dänemark, Polen und Spanien ihn in ihre Staaten zuziehen; aber der Schutz, den der KanzlerQrenstjerna ihm zusicherte, und die Neigung der, Königin Christine für Gelehrsamkeit bestimmten ihn, 1634 die schweb. Dienste anzuneh-men. Als Staatsrath und Gesandter am franz. Hofe, >635—45, erwarb er sich allge-meine Achtung. Auf der Rückkehr nach Schweden über Holland fand er in Amsterdamden ausgezeichnetsten Empfang; ebenso günstig wurde er in Schweden von der Königinausgenommen- Dennoch nahm er seine Entlassung, um nach Holland zurückzukehren.Bei der Reise wurde er durch einen Sturm nack Pommern verschlagen und erkrankte zu! Rostock, wo er am 28. Aug. 1645 starb. G. verband mit den Talenten des gewandtesten

> Staatsmanns eine tiefe und ausgebreitete Gelehrsamkeit. Er war ein gründlicher Theo-

log und trefflicher Exegct, ein ausgezeichneter Humanist, scharfsinniger Philosoph und Ju-rist und ein mit den Quellen der Geschichte vertrauter Historiker. Seine Schriften habenauf die Bildung eines reifern Geschmacks und auf Verbreitung einer aufgeklärten undI milden Denkart in wissenschaftlichen Angelegenheiten einen entschiedenen Einfluß gehabt.Seine metrischen Übersetzungen der Griechen zeugen von großem Dichtergeiste; er wareiner der besten neuern lat. Dichter und hat sich auch in Holland. Versen versucht. Insbe-sondere wurde die Philosophie der Rechtswissenschaft durch seine Werke über das Natur-,Staats- und Völkerrecht gefördert. Zuerst erschien von ihm das ,M»rs liberum", worin' er die Freiheit deS holländ. Handels nach Ostindien vcrtheidigte. Sein Hauptwerk aberäst! „Vesurebelli et j,sc!s" (Par. 1625 und oft.; von Cocceji, 3 Bbe., Brest. 1744—48),welches den Grund zu einer neuen Wissenschaft legte und für lange Jahre der Codex desj Völkerrechts wurde. Zu erwähnen sind ferner seine „4imales et bistoriae cle rebus bel-gicis" (Amst. 1657); ^nnotationes ill V. 1." (3 Bde., Par. 1644, Fol.; herausgege-ben von Döderlein, 3 Bde., Halle 1774—75, 4.); „^uuotatioues in 1ä" (2 Bde.,Amst. 1641—46, Fol.; neue Aufl., Halle 1769); das Buch „De veritate religioniscbrist." (Amst. 1662), die beste Apologie des Christcnthums in der neuern Zeit; seine„koemata" (Leyd. 1617, 12.) und „Lpistoiae ineckitse" (Hart. 1806). Vgl. Butler,„leite et 6. etc." (Lond. 1827) und Hieran, de Vries, „Hugo <1e 6. ea Xlaria von kei-gersbergen" (Amst. 1827).

! Grouchy (Emanuel, Marquis von), Marschall und Pair von Frankreich, geb.

! zu Paris am 23. Oct. 1766, diente beim Ausbruche der franz. Revolution als Haupt-mann in der königlichen Leibgarde. Den constitutionellen Grundsätzen zugencigt, verließer aber dieses Corps, trat in die Cavalerie und war 17 92 Oberst des DragonerregimentsCvnde. Schon >793 zum Brigadegeneral in der Alpenarmee befördert, übernahm er1794 den Befehl eines Armeecorps gegen die Vendeer. Als Adeliger mußte er indeß seine» Stelle niederlegen. Der Eifer, den er der Nationalsache bezeigte, indem er sofort als Ge-meiner in die Nationalgarde trat, verschaffte ihm sehr bald seinen Grad wieder; bereits! 1795 kämpfte er als Divisionsgeneral mit großem Erfolge in der Küstenarmee des Gene-

rals Hoche. Im I. .1798 befehligte er unter Joubert eine Division der ital. Armee. Erorganisirte nach der Übergabe Piemonts die provisorische Negierung, vcrtheidigte das Landgegen die östr. und russ. Armee und schlug am 14. Juni 1798 den General Bellegarde beiAlessandria. Im I. >799 wurde er in der Schlacht bei Novi, wo er den linken Flügel be-fehligte, schwer verwundet und gefangen genommen, aber bald wieder ausgeliefert. Im! Feldzuge von 1800 rief ihn Moreau zur Rheinarmee, wo er sich besonders in der Schlacht

^ bei Hohenlinden auszeichnete. Nach dem luneviller Frieden wurde er zum Generalinspec-

tor der Cavalerie ernannt. Wegen der Theilnahme, die er dem General Moreau währenddessen Processe bezeigte, fiel er bei Napoleon in Ungnade, sodaß er bei den ausgezeichnet-