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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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469
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Großvezier Grotefend (Georg Friedr.) 469

Gegensätze von G. umfaßte Klei np ölen die übrigen, südwestlichen, gebirgigen Theilc despoln. Reichs, im engern Sinne nur die Wojewodschaften Krakau, Sendomir und Lublin,im weitern aber auch Podlachien (s.d.), dieNus (das jetzige Galizien), Podolien(s.d-)und Volhynien (s. d.).

Großvezier, s. Vezier.

Großwardein, Festung und Hauptort der biharer Gespanschaft in Oberungarnim Kreise jenseit der Theiß, in einer schönen Ebene am Köröschflusse, besteht aus der eigent-lichen Stadt und acht Vorstädten, ist der Sitz eines katholischen und eines griech.-unirtenBischofs und zählt 16200 E. Die herrliche Domkirche mit den Reliquien des heil. Ladi-slaw und der bischöfliche Palast, beide von dem Bischöfe Patatschitsch erbaut, sind die vor-züglichsten Gebäude. An wissenschaftlichen Bildungsanstalten besitzt die Stadt eine Aka-demie, ein Archigymnasium, ein adeliges Convict und ein theologisches Seminar. DieEinwohner nähren sich von Töpferarbeiten, Seidenweberei und besonders WeinbauMerkwürdig sind die in der Nähe befindlichen Marmorbrüche und die eine Meile von G.bei dem Dorfe Hajo liegenden sogenannten bischöflichen oder felicianischen Bäder. DieStadt ist durch den am 2-1. Febr. 1538 zwischen Ferdinand I. und Joh. Zapolya geschlos-senen Frieden berühmt. Im I. >556 kam sic an Siebenbürgen; >598 wurde sie von denTürken vergebens belagert, >669 aber eingenommen und durch den im Lager bei Vasvarabgeschlossenen Frieden denselben überlassen. Erst im I. >692 gewannen die Ostreicher siewieder, denen sie bisher verblieben ist.

Grotefend (Friedr. August), ein ausgezeichneter Schulmann und Sprachforscher,der sich namentlich um die wissenschaftliche Behandlung der lat. Grammatik große Ver-dienste erworben hat, wurde am >2. Dec. >798 zu Ilfeld geboren, auf der Universität zuGöttingen gebildet und erhielt >821 eine Collaboratur und einige Jahre später das Con-^ rectorat am Pädagogium zu Ilfeld. Im I. 183> wurde er Direktor des Gymnasiumszu Göttingen, wo er auch >835 eine außerordentliche Professur an der Universität erhielt,am 25. Febr. > 836 aber starb. In seinen Schriften suchte er das Studium der lat. Gram-j matik aus einem mehr rationellen Wege zu fördern, welche Aufgabe er im Ganzen glück-

I lich gelöst hat, obschon die von ihm zuerst eingeführte und zuweilen nicht ganz versiändlicke

> Terminologie für den praktischen Gebrauch nachtheilig blieb. Wir besitzen von ihm „Ma-

> terialien lat.Stilübungen für die höhern Classen der Gymnasien" (2. Aust., Hann. >8287nebst einem „Commentar zu den Materialien" (Hann. > 825), eine „Ausführliche Gram-matik der lat. Sprache zum Schulgebrauch" (2 Bde., Hann. > 829—30), eine „Lat. Schul-grammatik" (Hann. > 832; 2. Aufl., von Krüger gänzlich umgearbeitet, 2 Bde., Hann.

, >842), ein „Lat. Elementarbuch für untere Classen" (2. Aufl., Hann. >838) und die

ebenfalls in diesen Kreis gehörigen „Grundzüge einer neuen Satztheorie, in Bezug auf dieHerling'sche Theorie" (Hann. >827).

Grotefend (Georg. Friedr.), einer der scharfsinnigsten Philologen und Alterthums' forscher, geb. zu Münden am 9. Juni >775, erhielt seine erste Bildung auf der Schuleseiner Vaterstadt und auf dem Pädagogium zu Ilfeld. Im I. > 795 bezog er die Univer-sität zu Göttingen, wo er mit Heyne, Tychsen und Heeren in nähere Verbindung kam.Durch Vermittelung des erster» wurde er 1797 Kollaborator an der Stadtschule daselbst,hierauf, nachdem er sich durch eine Schrift „De pssiArspliia sive .-erst,turn univm-mii"(Gött. >799) bekannt gemacht hatte, 1803 Prorector, dann Conrector an dem Gnmna-sium zu Frankfurt am Main, wo er >8>7 den Gelehrtenvercin für deutsche Sprache grün-dete, und >82l Director an dem Lyceum zu Hannover. Außer vielen gründlichen Auf-sätzen in der „Allgemeinen Encyklopädie" von Ersch und Gruber und in mehren geleintenZeitschriften erwähnen wir von seinen früher» Schriften die „Anfangsgründe der deutsche»Poesie" (Gieß. >815), die gänzliche Umarbeitung der Wenck'schen größer» „Lat. Grammatik" (2 Bde.; ->. Aufl., Franks. >823—2-1) und die „Kleine lat. Sckulgrammatik"! (2. Aufl., Franks. > 826). Bedeutender sind seine schriftstellerischen Leistungen der neuesten

^ Zeit, seitdem er sich vorzugsweise mit der Entzifferung der pers. Kcilinschriften, die durchihn am glücklichsten gedeutet worden sind, sowie mit der Untersuchung der altital. Sprache^ »nd Gesgraphie beschäftigt hat. Dahin gehören seine „Neuen Beiträge zur Erläuterung