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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
468
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4M Großmann (Gnst. Friedr. Wilh.) Großpolen

Ruf nach Altenburg als Generalsuperintcndent und Oberhofprcdiger und zeichnete sich indieser Stellung so aus, daß man ihn im I. 1829 ungern nach Leipzig gehen sah, umTzschirncr's Nachfolger zu werden. Hier erwarb er sich de» Eintritt in die theologische Fa-cultat durch die Vertheidigung der gelehrten „Hiiitestionos ?IüI»,nene" (2 Abth., Lpz>829) und entfaltete seitdem trotz seiner vielseitigen Berussgeschäfte eine so segensreicheThätigkeit, daß nicht nur seine Mitbürger und die studirende Jugend sondern das ganzeprotestantische Deutschland mit Achtung und Liebe auf ihn blicken; denn nicht genug, daßG. für eine freiere Verfassung der protestantischen Kirche Sachsens durch Wort und Schriftsümpfte, nicht genug, daß er als Mitglied der ersten Kammer der sächs. Ständeversamm-lung die Sache des Fortschritts warm und kräftig vertrat und auf dem Landtage 1812 auf1813 die Übergriffe der katholischen Pricsterschaft in Sachsen zum Gegenstände einer Be-schwerde machte, so hat er auch zur Gründung und zum Gedeihen eines für die evange-lische Kirche hochwichtigen Vereins, der Gustav-Adolf-Stiftung (s. d.), wesentlichbeigetragen. Von seinen Schriften ist, außer mehren Programmen über jüd. Philosophieund einzelnen trefflichen Predigten, die „Über die Reformation der protestantischen Kirchen-verfassung" (Lpz. > 833) zu nennen. Beigelegt wird ihm auch die anonym erschienene Schrift„Die wahren Verhältnisse der katholischen Kirche im Königreich Sachsen" (Lpz. >833).

Großmann (Eust. Friedr. Wilh.), ein bekannter Schauspieler und Schauspieldich- 'ter, geb. zu Berlin >733, genoß eine tüchtige wissenschaftliche Bildung und war bereitspreuß. Legationssecretair in Danzig, als er den Entschluß faßte, sich ganz der Schauspieler-kunst zu widmen und 1773 nach Berlin ging, von wo er 1 779 dem Rufe des KurfürstenMaximilian zu Köln an dessen Hof nach Bonn folgte, um mit Helmuth die dortige Bühnezu leiten. Im I. 1783 gründete er eine neue Gesellschaft, mit welcher er mehre Orte, zu-letzt Hannover besuchte, wo er 1796 starb. G. war von Gestalt unansehnlich, aber in ge-wissen Rollen sehr tüchtig; als Director zeichnete er sich durch die gründlichste theoretische ,und praktische Bühnenkenntniß aus; dabei besaß er die feinste weltmännische Bildung und .einen äußerst regsamen Geist, der ihn namentlich zu einer so lebhaft ausgesprochenen Theil- Inähme an den Ideen der franz. Revolution hinriß, daß er 1795 in einen merkwürdigen fProceß verwickelt und zu einer sechsmonatlichen Haft verurtheilt wurde. Besonders be- >rühmt und beliebt machte er sich durch seine Lustspiele „Wilhelmine von Blondheim", !„Henriette Adelheid von Veltheim", „Die Feuersbrunst", „Die Ehestandscandidaten" iund „Nicht mehr als sechs Schüsseln", unter denen letzteres den allgemeinsten Beifall fand, l— Seine Gattin, Karoline Sophie Auguste, geb. Hartmann, geb. zu Gotha ^1752, durch ihren frühem Gatten, Flittner, Mutter der berühmten Schauspielerin Frie-derike Bethmann (s. d.), leitete zwar mit G. die Dircctionsgeschäfte, doch trat sie nurkurze Zeit selbst als Schauspielerin auf. Sie starb 17 83 und ihr Leben beschrieb Neefe. >

Großmogul nannte man die Herrscher der von Babur (s. d.), einem Urenkel Ta- ^merlan's, in Ostindien um 1526 gegründeten mohammedan. Dynastie wegen ihrer Abkunftvon den Mongolen; sie selbst aber führten den pers. Titel Schah, wie denn auch das Persische 'ihre Hof- und Regierungssprache war. Die berühmtesten Herrscher dieser Dynastie warennächst Äabur, Akbar (s.d.) und Aureng-Zehb (s. d.). Obschon dieselbe nach und nachihr großes Reich ganz hat zerfallen sehen müssen, bis zuletzt Schah Alum II. mit der Ein-nahme von Delhi im I. 1803 durch die Engländer auch den letzten Nest desselben verlorund völlig in die Gewalt dieser seiner Gegner kam, so besteht die Dynastie der Großmo-guln der äußern Form nach unter der Oberhoheit der engl.-ostind. Compagnie noch gegen-wärtig, die ihnen einen Jahrgchalt, den Ertrag einiger Ländereien sowie die Hvfehrcnließ und Delhi zur Residenz anwies, um daselbst unter strenger Obhut gehalten zu werden.Großpensionnair, s. Pensionnair.

Großpolen hieß der nordöstliche, ebene, im Ganzen sehr fruchtbare Theil des ehe-maligen poln. Reichs; es war die Kornlandschaft desselben und wurde zuerst von den poln. .Herzogen beherrscht. Das eigentlicke G. bestand aus den Wojewodschaften Posen, Em-sen, Kalisch, Sieradz, Lenczic und dem Lande Wielun, dann wurde aber auch Kuja- !Wien (s. d.), Plock, Masowien (s. d.), Rawa, selbst das Herzogthum Preußen mit Er- >meland (s. d.), Pomrrellen (s. d.) und dem Lande Culm (s. d.) dazu gerechnet. Im