Großherzog Großmann (Christian Gottlob Leberecht) 467
Achäer, Euböer, selbst Trojaner kamen hierher, und so bildeten sich allmälig die RepublikenTarent, Sybaris, Kroton, Lokris, Rhegium u. s. w. In der Folge sandten auch die RömerColonien in einige dieser Landschaften und wurden 272 v. Chr. Herren von ganz Unter-italien und so zugleich von allen griech. Colonien, seit welcher Zeit sich die griech. Sittenund Gebräuche mit den röm. gänzlich vermischten.
Großherzog. Die Großherzoge stehen im Range zwischen den Königen und Her-zogen und haben mit erstern das Prädicat Königliche Hoheit gemein. Der Herzog vonFlorenz, Cosimo l. bei Medici, war der erste Regent, der sich 1509 von Papst Pius V. denTitel Großherrog verleihen ließ, ohne jedoch dafür die kaiserliche Bestätigung zu gewinnen,die erst sein Sohn und Nachfolger Franz im I. 1575 in Folge seiner Vermählung mit derSchwester Kaiser Maximilian's II. erlangte. Das Prädicat Königliche Hoheit wurde mitdiesem Titel im I. 1699 verbunden, und von Florenz ging derselbe auf Toscana über.Napoleon schuf einen zweiten Großherzog, als er 1896 Murat das Herzogthum Berg ver-lieh, worauf auch der Landgraf von Hessen-Darmstadt und der Kurfürst von Baden, inFolge ihres Beitritts zum Rheinbunde, als souveraine Fürsten diesen Titel annahuien.Gegenwärtig führen denselben nach den Bestimmungen des wiener Kongresses, außerToscana, Hesscn^Darmstadt und Baden, auch die Regenten von Sachsen-Weimar, Meck-lenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Oldenburg (der Letztere jedoch erst seit 1829),sowie neben ihren andern Titeln der König von Preußen, der Eroßherzog vom Niederrheinund Posen, der König der Niederlande, der Großherzog von Luxemburg, und der Kurfürstvon Hessen, der Großherzog von Fulda ist.
Grösst (Ernst von), einer der ausgezeichnetsten deutschen Ärzte und klinischen Lehrer,geb. 1782 in Passau, wurde durch Privatunterricht zu seinen akademischen Studien vor-bereitet, welche er 1797 in Wien begann. Nachdem er daselbst I8VI die Dockorwürde er-halten hatte, kehrte er nach Passau zurück, wo er Hofrath, zweiter HofmedicuS und Pro-fessor und zweiter Ordinarius am Krankenhause wurde. Im I. ! 893 ging er zur Er-weiterung seiner Kenntnisse nach Halle und Berlin, folgte indeß schon 1894 dem Rufeals Professor der Medicin nach Salzburg. Jm J. 1896 kehrte er nach Passau zurück,prakticirte daselbst und wurde 1896 als Medicinalrath beim Eeneralcommissariat desUnterdonaukreises und 1899 als Professor der Therapie und Klinik an der landärzklichenSchule in München angestellt. Diese Stelle gab er 1814 wieder aus und lebte seiner Pra-xis, bis er wieder 1817 als Obermcdicinalrath in Staatsdienste trat, worauf er 1824 dieProfessur der Semiotik, Pathologie und des Systems der Nosologie an der medicinisch-praktischen Lehranstalt erhielt. JmJ. 1826 unternahm er eine wissenschaftliche Reise nachParis, London und Lissabon und bekam bei seiner Rückkehr nach München an der neuenUniversität daselbst denselben Wirkungskreis, den er am frühem Institut gehabt hatte. Erstarb am 3l.Dec. 1829. G. war ein ausgezeichneter Diagnostiker und Therapeut undentwickelte in seiner Klinik großes Lehrtalent und einen unendlichen Schatz von Gelehrsam-keit. Besonders bemerkenswerth ist sein „Versuch einer allgemeinen Krankheitslehre, ent-worfen vom Standpunkte der Naturgeschichte" (2 Bde., Münch. 1811). Zweiseiner Schülergaben nach seinem Tode aus seinen nachgelassenen Papieren seine „Opern medien pnst-Kimm" (3 Bde., Stuttg. und Tüb. >831—32) heraus; auch wurde ihm in der Nähe desMünchener Krankenhauses eine Statue errichtet.
Großmann (Christian Gottlob Leberecht), Superintendent und ordentlicher Pro-fessor der Theologie zu Leipzig, geb. am 9. Nov. >783 zu Prießnih im Altcnburgischen,wo sein Vater Pfarrer war, erhielt seine akademische Vorbildung in Schulpfortc undstudirte seit 1892 in Jena. In Folge der Kriegsunruhen, die 1896 cintraten, gab erden Plan auf, sich zu habilitiren. Nachdem er nämlich den Einwohnern von Prießnitz,die in den grundlosen Verdacht gekommen waren, durchpassirende Franzosen ermordet"zu haben und deshalb sämmtlich erschossen werden sollten, durch seine Unerschrockenheitdas Leben gerettet hatte, wurde er 1898 seinem Vater substituirt. Drei Jahre später ginger als Pfarrer nach Gröbitz bei Weißenfels und lebte da bis zum I. 1822, wo er als Dia-konus und Professor in Schulpfortc angestellt wurde. Indeß schon >823 erhielt er den