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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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459
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Großbritannien 459

bestieg GeorgIV. (s. d.) im Jan. 182« den Thron. Während der Scheidungsproceßnn'tseiner Gemahlin Karoline (s. d.) von Braunschweig die Dolksaufrcgung und den Haßgegen den Hof und die Minister nur steigerten, drohten die Verwickelungen, welche die Re-volutionen in Spanien, Neapel, Portugal hervorricfc», auch die äußere Ruhe zu gefährden.Die Tories waren der Contincntalpolitik treu geblieben. Wenn sie auch nicht der HeiligenAllianz beizutreten wagten, so hatten sie doch die Beschlüsse der Kongresse zu Troppau undLaibach unterstützt, weil sie in der Befestigung des legitimen Princips auch die Befestigungdcr brit. Aristokratie sahen. Nach Castlereagh's Tode am >2.Aug. >822 übernahm Can-ning (s. d.) das Ministerium des Auswärtigen, was eine gänzliche Veränderung der aus-wärtigen Politik zur Folge hatte. Canning stellte fortan der Einmischungspolitik der Konti-nentalmächte das Princip der Nichtintcrvcntion entgegen, suchte, wicwol vergeblich, dasEinrücken der Franzosen in Spanien zur Unterdrückung der Verfassung zu verhindern,leitete durch die Beobachtung der Neutralität die Anerkennung Griechenlands ein und er-klärte am I. Jan. >825 die Anerkennung der südamcrik. Freistaaten. Auch in der In-nern Politik zeigte sich eine Annäherung an die Wünsche und Bedürfnisse des Volks.Schon während des Kriegs war der Sklavenhandel verboten worden; 182-1 brachte end-lich der Minister ein Gesetz zu Stande, in welchem dieser Handel mit der Strafe des See-lands bedroht wurde. Die Sklavenemancipation war damit eingeleitet. Mit ebendem-selben Eifer suchte Canning und der Lord Schatzmeister Huskisson den Aufschwung desHandels und eine Herabsetzung der Steuern zu bewirken, sodaß die Ruhe im Volke undeuch in dem stürmischen Parlamente allmälig cintrat. Eine furchtbare Handelskrisis, diedurch Acticnschwindel und den Verkehr mit den südamcrik. Staaten herbcigeführt wordenwar und gegen Ende dcs J. >825 viele Bankrotte veranlaßte, ging unter diesen Umständenohne Storung vorüber, besonders da > 82« die Herabsetzung des Getreidezolls bei steigendenPreisen gelang. Indessen blieb der Zustand Irlands, wo die politischen Gebrechen Nothund Zorn der Bevölkerung in höherm Grade geweckt hatten, fortwährend drohend und er-regte die Thcilnahme aller Gemäßigten. Schon nach dem Frieden hatte Daniel O'kön-net! (s. d.) unter den Irländern eine katholische Association gestiftet, deren nächster Zweckes war, die versprochene, aber von den Tories vcrweigerteEmancipation der Katholi-ken (s. d.) von politischer Rechtlosigkeit durchzusctzen. Auch Canning wagte 182! beim Par-lamente einen Versuch, sah aber seine Bill sogleich an dem Widerstande der Lords scheitern.Um so größer waren die Erwartungen der Irländer, als sich Liverpool im Apr. 1827 zu-rückzog und Canning als erster Minister seine Stelle cinnahm. Die Veränderung bewirktezuvörderst den Austritt Wcllington's, Bathurst's, Pcel's u. A., und Canning bildete einneues Ministerium, in welches auch der freisinnige Herzog von Clarcnce, der künftigeThronerbe, eintrat. Während die Lords gegen das neue Ministerium einen Sturm erho-ben und sogleich die Beschränkung der Korneinfuhr durchsetzten, wurde dasselbe vom Unter-hause als der Vorläufer großer Reformen begrüßt. Leider wurden vor der Hand diese Er-wartungen vernichtet, indem Canning, nachdem cp am «. Juli 1827 mit Frankreich undRußland den Vertrag über die Befreiung Griechenlands geschlossen, im Aug. starb. LordGoderich übernahm nun die Verwaltung, mußte die^lbc jedoch in Folge von Verwickelun-gen, in die ihn die portug. Angelegenheiten und die Schlacht von Navarin brachten, schonim Jan. >8 28 nicdcrlegcn, worauf Wellington ein Ministerium bildete, in dem Peel (s. d.)dieObcrhand erhielt. Schon die ohnmächtige Politik, die dieses Cabinet in dengciech.-türk.Angelegenheiten, sowie in Portugal verfolgte, wo Dom Miguel nach dem Abzüge einesvon Canning hingcsandtcn brit. Truppcncorps den Thron und die Verfassung umstürztc,veranlaßte die Ausbrüche der Unzufriedenheit. Bei der Nachricht von dem Ministcrwcchselgericth aber Irland, das jetzt nicht Reformen sondern neue Bedrückungen erwartete, indie größte Bewegung. Die katholische Association, die sich aufgelöst, trat wieder zusam-men und vermochte durch ihre Proclamakionen nur allein noch die Ruhe aufrecht zu er-halten, als auch die Protestanten sogenannte Orangenlogen und Braunschweigclubs(s. Orangemen) bildeten. In dieser gefährlichen Lage beschloß Wellington, um einegrößere Ausdehnung der Maßregel durch seine Gegner zu verhindern, die Emancipa-tion der Katholiken einzulciten. Im Fcbr. 1828 mußte Peel !m Parlamente zuerst