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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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456 Großbritannien

andere Ausnahmegesetze, was das Volk ebenso empörte wie die unerschwinglichen Steuern.Indessen schlossen Preußen und Spanien schon„i 705 den Separatfrieden; letzteres tratsogar mit der batavischen Republik zu Frankreich; Ostreich entfernte sich 1796 durch den Frie-den von Campo-Formio vom Kriegsschauplätze, und die brit. Macht sah sich bald in völligerVereinzelung. Dazu kamen drohende innere Unfälle. Auf der Kanalstotte bracb eine selt-same Empörung aus, die sich selbst den ind. Flotten mittheilte, das Volk wurde von Teue-rung und Hunger geplagt, und die Bank zu London stellte plötzlich ihre Zahlungen ein. Wennauch in dieser Lage der Sieg Nelson's am l.—3. Äug. 1798 bei Abukirss. d.) die Schre-cken der franz. Expedition nach Ägypten milderte und die Pforte, Rußland, Sardinien undNeapel nacheinander brit. Bundesgenossen wurden, so ließ doch gerade jetzt der aufgeregteZustand des unglücklichen Irlands Alles befürchten. Schon seit längerer Zeit hatte sich da-selbst eine große katholische Union über das Land verbreitet, die mit Hülfe Frankreichs dasJoch der Engländer für immer zu brechen beabsichtigte. Nachdem bereits mehre franz. Ex-peditionen gescheitert, entschloß sich endlich die Regierung, die Union zu entwaffnen unddie Anführer zu bestrafen, was mehre Monate hindurch den greulichsten Bürgerkrieg undwiederum mehre gefährliche Landungsversuche der Franzosen hervorrief. Diese Vorgängenöthigten die Regierung und das Parlament endlich zu einem entscheidenden Schritt, derunter weniger drohenden Umständen in Folge religiöser Abneigung nicht möglich gewesensein würde. Irland wurde im Herbst >899 durch eine Acte der beiden Parlamente mit G.völlig vereinigt; 23 irländ. Lords, worunter vier Bischöfe, sollten hiernach ins brit. Ober-haus, 109 Deputirte ins Unterhaus treten; jeder Verkehr sollte fortan frei, jedes Rechtgleich sein. Den sieben Achteln der katholischen Bevölkerung half diese Veränderung frei-lich nichts, da sie mittels des Testeidcs ohne politische Rechte blieben, wie vorher.

Unterdessen hatte G. ganz Europa zum Bundesgenossen gegen Frankreich erhalten.Die Fortschritte der Franzosen riefen Ostreich, Rußland, die deutschen Fürsten unter dieWaffen, und >79!» ging sogar eine ruff.-brit. Expedition unter dem Herzog von Jork nachHolland ab, die jedoch wenig Erfolg hatte. Alle diese Anstrengungen bewirkten nur die umso schnellere Erhebung des Feindes; Kaiser und Reich schlossen schon 189 > den Frieden vonLuneville, dem der mit Neapel folgte, und G. befand sich wieder allein. Dessenungeachtetverwarf es alle Friedensbedingungen des mächtigen Gegners und sah sogar den Neutrali-lätsvertrag, den Rußland, Schweden und Dänemark zur Sicherung ihres Handels vor brit.Gewaltthaten schlossen, als eine Kriegserklärung an. Nelson mußte deshalb >891 denDurchgang durch den Sund erzwingen und die dän.Flotte schlagen, inzwischen überbesetztePreußen Hannover. Diese Zerwürfnisse endeten mit der Thronbesteigung des Kaisers Ale-xander. Das brit. Cabinet schloß im Juni >891 mit Rußland einen Schiffahrtsvertrag, dembald Schweden und Dänemark beitraten, und auch in Rücksicht Frankreichs sing es an,FriedcnSgedankcn zu hegen. Zwar hatte der brit. Handel bisher keineswegs gelitten, alleindie Staatsschulden waren unter Pitt's Verwaltung von 232 auf 499, die jährlichen Abga-ben von l2auf28Mill.Pf.St. gestiegen. Um den Friedensschluß zu erleichtern, trat PittimMärz >891 das Ministerium anAddington (s.Sidmouth)ab, und dieser brachte end-lich am 27. März 1802 den Frieden von Amiens zu Stande. Alle Eroberungen, mit Aus-nahme derJnsel Trinidad und eines Theils von Ceylon, wurden an Frankreich, Holland undSpanien zurückgegeben. Nur die Noth hatte diesen Frieden dictirt; die Briten empfandenbald das furchtbare Übergewicht Frankreichs auf dem Continente, das ihnen alle europ. Häfenzu verschließen drohte; das Volk, das Parlament, die Aristokratie und die Minister erkann-ten, daß nicht mehr ein politischer Grundsatz sondern der Weltverkehr und die Existenz desReichs in Frage ständen. Schon am >8. Mai >893 wurde deshalb unter dem Beifall allerParteien der Krieg an Frankreich wieder erklärt. Die Feindseligkeiten begannen jedochohne große Erfolge, da sich die ganze brit. Macht im Kanal concentriren mußte, um einerbeabsichtigten Landung auf England zu begegnen. Nichts konnte darum dem brit. Inter-esse erwünschter sein, als nach der Thronbesteigung Napoleon's Rußland und Schweden ihreRüstungen begannen. Das energielose Ministerium Addington mußte im Mai >894 ab-treten, und Pitt ergriff wieder das Ruder der Verwaltung. Derselbe erklärte sogleich andas heimlich mit Frankreich verbundene Spanien den Krieg und brachte im Apr. >895 mit