Großbritannien
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tung. Dabei erschöpften fortgesetzte Kriege mit Frankreich und Schottland das Volk, so-daß 138l die doppelt gedrückten Bauern in den westlichen Grafschaften unter einem Huf-schmied, Wat Tyler, zu den Waffen griffen und das Land furchtbar verheerten. Wie spä-ter in Deutschland, so mischten sich auch hier religiöse Elemente, die Schwärmereien derLollharden, ein. Bei der völligen Willkür, womit der Hof das Mark des Landes vergeudete,erhob sich >397 das Parlament und eignete sich die Finanzverwaltung zu. Der Sohn desverstorbenen Herzogs von Lancaster, Herzog Heinrich von Hereford, benutzte den Unmuthdes Volks, stellte sich 1 399 an die Spitze der Unzufriedenen und nahm den König am 29.Aug. gefangen. Am 39. Sept. sprach hieraus das Parlament Heinrich, mit Übergehungeines näher Berechtigten, des Grafen de la Marche, die Krone zu. Die Regierung Hein-rich'slV. (s. d.), >399—1413, begann mit zahllosen Verschwörungen und Empörun-gen, zu denen sich die demokratischen Bewegungen der Lollharden gesellten. Da das HausLancaster nur durch die Beihülfe des Parlaments den Thron usurpirt, so benutzten dieGemeinen die Gelegenheit, ihre Rechte auszudehnen und zu befestigen. Die Wahlord-nung des Unterhauses wurde gegen die Einwirkungen des Hofs festgestellt, die Unverletz-lichkeit seiner Mitglieder ausgesprochen und demselben die Einsicht in die Verwendung derGelder gestattet. Die Gemeinen machten dafür dem Könige den bezeichnenden Vorschlag,die Güter der Geistlichkeit, die den dritten Theil des Bodens besaß, einzuziehen, was jedochHeinrich noch nicht wagte. Sein Sohn und Nachfolger, Heinrichs, (s.'d.), >413 —22,beschloß die Elemente der Unzufriedenheit nach außen abzulenken und erneuerte deshalb1414 die Ansprüche Eduard's 1». auf den sranz. Thron. Die innern Zerrüttungen, denenFrankreich unter der Negierung des wahnsinnigen Königs Karl's VI. preisgegeben, be-günstigten das Waffenglück der Engländer, und schon >429 wurde Heinrich V. von derburgund. Partei die Regentschaft und die Nachfolge auf dem Throne von Frankreichzugesprochen. Heinrich VI., >422—61, erbte im Alter von neun Monaten sowvl die engl.Krone wie die Ansprüche auf Frankreich. Er wurde 1439 zu Paris gekrönt; allein beidem Erwachen des franz. Nationalgefühls und der Beharrlichkeit König Karl's VII. gin-gen allmälig sämmtliche Eroberungen der Engländer in Frankreich verloren; im J. 1433war nur noch Calais in ihren Händen. Der unglücklicheAusgang des Kriegs, die Charak-terschwäche des Königs, die Ränke derKönigin Margarethe von Anjou und ihrer Günstlingeriefen Verwirrung und große Unzufriedenheit im Volke hervor. Der Herzog Richardvon Pork, dessen Haus ein näheres Anrecht auf den Thron besaß, benutzte diese Stimmung,sammelte seine Anhänger und begann mit dem Hofe blutige Händel. Der dreißigjährigeSuccessionskrieg zwischen den beiden Häusern Jork und Lancaster, der sogenannte Kampfder Weißen mit der Rothen Rose (s.d.), war hiermit eröffnet. Am 19. Juli 1469 nahmder Herzog den König in der Schlacht bei Northampton gefangen und ließ sich vom Parla-mente zum Protector des Reichs ernennen. Die Königin jedoch sammelte ein neues Heerund schlug und tödtete Richard von Jork am 24. Dec. in dem Treffen bei Wackefield,worauf der Sohn Richard's, Graf Eduard de la Marche, die Ansprüche des Vaters wei-ter verfolgte. Das Volk, das unter diesen Kämpfen furchtbar litt, sehnte sich nach einerkräftigen Negierung, und nachdem sich Eduard der Stadt London und des Heers ver-sichert, wurde er endlich mit Bewilligung des Parlaments am 4. Mai 1461 als Eduard I V.(s.d.), 1461—83, zum Könige ausgerufen. Dessenungeachtet wütheten Krieg, Empörungund das Schwert des Henkers fort. Die Großen, der blutigenRegierung müde, scharten sich>471 um den mächtigen Grafen von Warwick, vertrieben denKönig und setzten den im To-wer schmachtenden Heinrich VI. von neuem aufden Thron, derjedochschon nach einigen Mo-naten seinem Nebenbuhler wieder Platz machen mußte. Nach Eduard's Tode wurde zwarsein zwölfjähriger Sohn Eduard V. ohne Widerstand als König ausgerufen, aber derOheim desselben, Herzog Richard von Gloucester, den man zum Protector erwählt hatte,wußte sich durch List und Kühnheit des Throns alsbald zu bemächtigen und ließ die könig-lichen Prinzen im Juni 1483 im Tower heimlich ermorden. Die blutige Usurpation ge-schah so schnell, daß sich weder das Volk noch die Großen dagegen aufzulehnen vermochten,besonders da das bestochene Parlament mit der Veränderung zufrieden war. Jndeßübcr-nahm, von dem Wunsche des Volks unterstützt, Heinrich Tudor, Graf von Nichmond, von
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