464 Gronov Gros
bald, besonders nachdem auch die Brüdergemeinde ihre Missionare hierhergesandt,mehre Niederlassungen entstanden, sodaß sich deren jetzt gegen 20 auf der Westküste bis zu7 0" nördl. B. befinden. Sie gehören sämmtlich den Danen an, die jedoch blss Missionareund einige Rcntbeanite hier halten, und sind in zwei Jnspcctorate, das südliche und dasnördliche, getheilt. In jenem liegen Julianeshaab, 1 7 73 angelegt, mit > 600 E., die be-deutendste aller Niederlassungen; ferner Frederikshaab, Godhaab, sowie die Herrnhuternie-derlassungen Lichtenau (die südlichste Niederlassung), Lichtenfels, Neuherrnhut u.s.w.; indiesem Christianshaab, Eodhavn, Iakobshavn und Upernavik, die nördlichste aller Nieder-lassungen. Jährlich kommen in diesen Niederlassungen sieben bis acht Schiffe an, welcheeurop. Producte, durchschnittlich gegen 90000 Thlr. an Werth, entführen, und dafür Lan-desproducte, gegen 20000 Thlr. an Werttz, mitnehmen. Außer den vielen Polarreisenund den Werken der beiden Egede, vgl. Cranz, „Historie von G." (2 Bde., Barby undLpz. 1765,-70); Köhler, „Reise ins Eismeer und nach der Küste von G." (Lpz. 0 820);Manby, „Reise nach G." (>821; deutsch von Michaelis, Lpz. 1823); Scoresby, „Tage-buch einer Reise nach derOstküstc von G." (deutsch von Kries, Hamb. >825) und Graah„Untersögelser Reise til Östkysien of G." (Kopenh. 1832).
Gronov (Joh. Friede.), einer der berühmtesten Alterthumsforscher, geb. am 8. Seet.16 > l zu Hamburg, studirte zu Leipzig, Jena und Altdorf, hielt sich dann einige Zeit inHolland und England auf und bereiste hierauf Frankreich und Italien. Im I. 1643wurde er Professor der Geschichte und Bcredtsamkeit zu Deventer. Nach Dan. Heinsius'Tode ging er 1658 an dessen Stelle nach Leyden, wo er am 26. Dec. 167 l starb. Er ver-band mit ausgebreiteken Kenntnissen unermüdeten Fleiß und liebenswürdige Leutseligkeit.Seine Ausgaben des Livius,Statius,Justinus,Tacitus, Gellins, Phädrus, Seneca, Sal-lustius, Plinius, Plautus u. A., sowie seine „Observationeg" (neueste Ansg. von Frot-scher, Lpz. >831) sind voll der scharfsinnigsten und wichtigsten Verbesserungen, und sein„(.'»Iiunsilt-irius tle sestertiis" (Devent. 1643; Leyd. 1601, 4.) zeigt von seiner gründli-chen Kcnntniß der röm. Sprache und Alterthümer; auch seine Ausgabe des Hugo Gro-rins „vesure belli er ziacis" ist wegen der Anmerkungen geschäht. — Sein Sohn, Jak.G-, geb. am 20. Oct. > 6-15 zu Deventer, studirte theils hier, theils zu Leyden und hielt sichauch einige Zeit zu Oxford und Cambridge auf. Hierauf wurde ihm eine Lehrerstelle inPisa übertragen, die er 1670 mit der Professur der schönen Wissenschaften zu Leyden ver-tauschte, wo er später Geograph der Universität wurde und am 21. Oct. 1716 starb. Erwar ein ebenso gelehrter als fleißiger Kritiker. Außer dem Polybius (1670) gab er auchden Herodot, Cicero und Ammianus Marcellinus sowie den schätzbaren „U'kesaurns anti-nmiatui» graec." (13 Bde., Leyd. >607—1702, Fol.) und die Sammlungen des Grä-vius heraus. Wegen seiner Schmähungen aber gegen andere verdiente Männer wurde erin sehr unangenehme Streitigkeiten verwickelt. — Abrah. G., der älteste Sohn desletzter», geb. zu Leyden 1604, gest. als Universitätsbibliothekar daselbst am 17.Aug. >775,hat sich durch seine Ausgaben des Justin, Pomponius Mela und Tacitus ebenfalls alseinen guten Philologen bewährt. — Joh. Friedr. G., der Bruder des vorigen, gest. alsRathsherr zu Leyden 1760, stand als Botaniker in ausgebreitetem Rufe und schrieb eine„klora virginica" (Leyd. 17-13) und „k'Iora orientslis" (Leyd. 1755). — Lor. Theod.G., des letzter« Sohn, gest. ebenfalls als Nathsherr zu Leyden 1778, gab das „LlnseumicbtiivoloAicun" (Leyd. 1754 — 56, Fol.), ,,7.oopb)-Iaciuiu Oronoviaauin" (Leyd. 1763— 81, Fol.) und die „Uiblintbeca rsAni animalis atgus lapickei" (Leyd. 1760, 4.) heraus.
Gros (Ant. Jean, Baron), einer der ausgezeichnetsten Historienmaler Frankreichs,geb. I / i! zu Toulouse, war ein Schüler David's und in Italien, als die franz. Heere da-selbst einrückten. Mit Leidenschaft der Historienmalerei zugethan, mußte er dennoch, sei-nes Unterhalts wegen, sich mit Miniaturmalerei beschäftigen. Ein glücklicher Zufall ver-schaffte ihm indeß die Ehre, dem Obergeneral Bonaparte vorgestellt zu werden; G. ergriffden Moment, ihn zu portraitiren, und um sich als Historienmaler zu bewähren, malte erihn >706 als Sieger von Arcole. Sein Gemälde gefiel Bonaparte, der ihn Hieraufan derCommission Theil nehmen ließ, welche für Frankreick in Italien Kunstwerke auszuwähle»beauftragt war. G. sehnte sich indeß, bedeutendere Werke auszuführen; allein außer einem
I
i
f
,
!
!