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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Grolina» (Wilh. Heinr. von)

Beim Ausbruche des Kriegs im J. 1806 war er Stabscapitain; nach der Schlacht beiJena wurde er dem commandirenden General, Fürsten von Hohenlohe, als Adjutant zu-gctheilt. Mit Aufträgen an den König entsendet, entging er der Kapitulation von Prcnz-low und kam glücklich zur Armee nach Ostpreußen. Hier wurde er beim Gcncralstabedes L'Estocq'schen Corps angestellt und nach dem Gefechte bei Heilsberg zum Major be-fördert. Nach dem tilsiter Frieden hatte er als Director der ersten Division des allgemeinenKriegsdepartements, unter Scharnhorst's Leitung, an den Arbeiten zur Reorganisationdes Heers großen Antheil; als aber im I. 1809 der Krieg zwischen Frankreich und Ost-reich ausbrach, nahm er seinen Abschied, um in östr. Kriegsdienste zu treten. Im General-stabe bei dem Corps des Generals von Kienmayer angestellt, machte er den Feldzug dessel-ben in Franken und Sachsen mit. Nach abgeschlossenem Frieden ging er über Schwedenund England nach Spanien, um an dem span. Befreiungskriege Theil zu nehmen. ImFrühjahre 1810 traf er in Cadiz ein und bald darauf wurde er als Major und Comman-deur eines Fremdenbataillons angestellt. Er avancirte zum Oberstlieutenant, wurde aber1812 bei der Eroberung von Valencia von den Franzosen gefangen genommen und nachFrankreich transportirt. Nachdem er sich aus der Gefangenschaft befreit und die schweizer.Grenze erlangt hatte, reiste er unter dem Namen eines ehemaligen östr. Offiziers Richternach Deutschland zu seinem Schwager in Franken. Hier nahm er denNamen von Gerlachan und bezog als Student die Universität zu Jena. In der That hörte er einige Vorlesun-gen; als aber die Nachricht von dem Rückzuge der Franzosen aus Rußland cintraf, kehrteer sofort in sein Vaterland zurück. Wegen der Anwesenheit der Franzosen mußte er sichindeß noch verborgen halten, und so lebte er heimlich, zum Theil im väterlichen Hause inBerlin, zum Theil bei dem Freunde seiner Familie, dem Großkanzler von Beyme, in Steg-litz. Als der König nach Breslau abgcgangen war, folgte ihm G. nach Schlesien, wo erebenfalls noch verborgen lebte, bis endlich das Bündniß zwischen Preußen und Rußlandzu Stande kam. Sofort trat er nun wieder als Major beim Generalstab ein, in welcherEigenschaft er an den Schlachten von Lützen und Bautzen, sowie an dem Gefechte bei Hey-nau Theil nahm. Nach dem Waffenstillstände wurde er bei dem zweiten Armeecorps un-ter dem General von Kleist als Gencralstabsoffizier angestellt und zugleich zum Oberst-lieutenant befördert. In der Schlacht bei Kulm durch einen Schuß in die Hüfte schwerverwundet, wohnte er nichtsdestoweniger, inzwischen zum Obersten avancirt, schon wie-der der Schlacht bei Leipzig bei. Beim zweiten Armeecorps machte er dann den Feld-zug bis zum pariser Frieden mit, nach dessen Abschluß er zum Generalmajor ernannt undals Director des zweiten Departements im Kriegsministerium beschäftigt wurde. BeimAusbruche des Kriegs im I. >81', kam er als Generalquartiermeister zu der Armee desFürsten Blücher. Nach dem zweiten pariser Frieden trat er als Chef des Gencralstabs wie-der in das Kriegsministerium ein, doch fand er sich im I. 1819 nach dem Artsscheiden desKriegsministers von Boyen ebenfalls veranlaßt, seinen Abschied zu nehmen. Er kaufte sichals Gutsbesitzer in der Gegend von Kottbus an und lebte dort, bis er im I. >825 als Ge-nerallieutenant und Commandeur der neunten Division (in Glogau) wieder in Dienstetrat. Im I. >832 wurde er interimistisch und drei Jahre später definitiv zum commandi-renden General des im Großherzogthume Posen stehenden fünften Armeecorps ernanntund >887 zum General der Infanterie befördert. Er starb in Posen am 15. Sept. >843.Die von ihm und unter seinem Namen herausgegebenen Schriften, wie die „Geschichte desFeldzugs von 1815 in den Niederlanden und Frankreich" (2 Bde., Berl. 1837—38)sind aus der Feder seines Adjutanten, des Oberstlieutenants außer Dienst von Damitz.

Grolman (Wilh. Heinr. von), Präsident des Oberappestationssenats im Kammer-gerichte zu Berlin und Mitglied des Staatsraths, der jüngere Bruder des Vorigen, geb.zu Berlin am 28. Febr. 1781, erhielt seine Schulbildung auf der dasigen Realschule, demnachherigen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, und studirte 1798—1800 zu Göttingenunter Hugo's Leitung und zu Halle die Rechte. Er wurde 1801 Auscultator beim Stadt-gericht in Berlin, >802 Referendar beim Landgerichte daselbst, 1804 Assessor bei der da-maligen Negierung in Marienwerder, 1806 Regierungsrath, 1808 Kammcrgerichts-rath in Berlin und >810 zugleich Mitglied des karmärkischcn PupillcncvllegiumS. Belm