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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Griesbach Grillparzer 421

wo günstige Familienverhältnisse ihn in den Stand setzten, fortan ganz seiner Neigung zuleben, da ohnehin Gehörschwäche ihn vom Geschäftsleben auszuschließen schien. VomGroßherzog von Sachsen-Weimar wurde er zum Hofrath ernannt. Später lebte er inWeimar, dann in Hamburg, wo er am 9. Febr. 1812 starb. Seine ersten Übersetzungenwaren Tasso's „Befreites Jerusalem" (2 Bde., Jena >800—3; 5. Aust., 1826) undAriosto's „Rasender Roland" (4 Bde., Jena >801—8; 2. Ausl., 5 Bde., 1826). ImI. 1808 machte er eine Reise durch die Schweiz und Oberitalien. Nach der Rückkehr ließer 1810 die zweite völlig umgearbeitete Auflage des Tasso drucken. Hierauf übersetzte erCaldcron's „Schauspiele" (7 Bde., Berl. >815,—26; 2. Ausl., 8 Bde., Berl. >840—all, Forteguerri's „Richardett" (2 Bde., Stuttg. 1831—32) und Boyardo's „Verlieb-ter Roland" (3 Bde., Stuttg. 1833—37). Seine eigenen Gedichte und kleinern Über-setzungen erschienen gesammelt unter dem Titel „Gedichte und poetische Übersetzungen"(Stuttg. 1820). Als Übersetzer aus dem Spanischen fand er namentlich an A. W. vonSchlegel, Otto von der Malsburg Schumacher und Bärmann Nebenbuhler. In seinenÜbersetzungen aus dem Italienischen ist er wol nur von Streckfuß erreicht worden. VorAndern wußte er meisterhaft den Reim zu behandeln.

Griesbach, ein Dorf in der Nähe von Kniebis und von Petersthal, Antogast undRippoldsau, unfern des Murgthals im Großherzogthum Baden, hat eine salinische Quelle,welche besonders auf das Gefäß- und Nervensystem, ans die Muskeln, die Schleimhäuteund das Urinsysiem wirkt.

Griesbach (Joh. Jak.), ein ausgezeichneter Exeget und biblischer Kritiker, geb. zuButzbach im Großherzogthum Hessen am 3. Jan. >735, kam noch als Kind nach Frank-furt am Main, wo sein Vater 1 777 als Prediger und Consistorialrath starb. Er besuchtedas Gymnasium zu Frankfurt und seit > 7 62 die Universitäten zu Tübingen, Halle undLeipzig, wo er Theologie studirte. In Halle schrieb er über die historische Glaubwürdigkeitund über die Dogmen, die sich in den Schriften Papst Leo des Großen finden. Entschlos-sen, sich ganz der Kritik des neutestamentlichen Textes zu widmen, unternahm er 1769 und1770 eine gelehrte Reise durch Deutschland, Holland, England und Frankreich. Nach derRückkehr trat er177 I in Halle niit der Abhandlung über die Recensionen der Evangeliendes Origenes als akademischer Lehrer auf und wurde hier zwei Jahre darauf außerordent-licher Professor. Mit unermüdlichem Fleiße verfolgte er jetzt den Gedanken einer neuenAusgabe des Neuen Testaments. Seiner „bHnnz-sis evun^eliorum" (2 Bde., Halle1773 — 73; 3. Aufl., 1800) ließ er sehr bald die Ausgabe des ganzen Neuen Testaments(2 Bde., Halle 1 773—77; 2. Aufl., 1796—1806; 3. Aufl., herausgeg. von D. Schulz,Bd. I, Berl. >827) folgen, welche als die erste eigentlich kritische Ausgabe der neutesta-mentlichen Schriften zu betrachten ist. Schon im1. 1 7 76 folgte er dem Rufe als ordent-licher Professor nach Jena, wo er 1777 Doctor der Theologie wurde, über 3V Jahre se-gensreich wirkte und als Geh. Kirchenrath und erster Professor der Theologie am 23.Mär; >812 starb. Nächst Exegese und den dazu gehörigen Hülfswissenschaften waren csbesonders seine kirchengeschichtlichcn Vorlesungen, durch die er sich großen Nus erwarb.Durch seine „Populaire Dogmatik" (Jena 1779; 3. Aufl., 1789) stiftete er einen umso bleibcndern Nutzen, als er darin, ein geübter, selbst überzeugter Sachwalter des altenGlaubenssystems, der Neuerungssucht mit weiser Mäßigung Schranken zu setzen wußte.Außerdem sind noch seine „^^mbolae criticue all supplenss. et coi'riA. var. lect. K. 1."(2 Bde., Halle I 7 83—93) und sein „tüommeutarius critlcus in textum graecum D."(2 Bde., Jena 1798—1811) zu erwähnen. Seine „Opuscula acsckomica" gab Gabler(2 Bde., Jena >823—25) heraus. Sein Leben beschrieben Köthe (Jena >812), Au-gusti (Berl. >8,2) und Eichstädt (Jena >815,3.).

Grillparzer (Franz), ausgezeichneter dramatischer Dichter, geb. zu Wien am 15.Jan. 1 7 90, war zuerst Conceptpraktikant bei der kaiserlichen Hofkammer und seit 1819 Pri-vatsecretair der Kaiserin. Im 1.1823 wurde er als systematisirter Hofconcipist und 1832als Archivdirector bei der Kammer angcstellt. Bei der großen, fast einsiedlerischen Zurück-gezogenheit, in welcher G. lebt, ist über seine übrigen Lebensumstände wenig zu sagen. Im1.1833 unternahm er, wie schon früher nach Italien, eine Reise nach Griechenland, die