Druckschrift 
6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
Seite
420
Einzelbild herunterladen
 

420

Gries

Bearbeitung des Viger „De praecipuis Arsee. lingime icliotismis" (4. Aufl., Lpz. 1834)und Bcrnhardy's „Wissenschaftliche Syntax der gricch. Sprache" (Bert. 1829). Vgl.Classen, „De grsmmuticae gruec. primarckiis" (Bonn 1 829). Auch die Lexikographiewurde von den griech. Grammatikern selbst begründet, welche die Nothwendigkeit einsa>hen, die ganze gricch. Wörtermasse möglichst zu sichten und die Genealogien der Wörterund Wortbedeutungen zu entwickeln, wobei man namentlich auf Etymologie und Synony-mik sah. Noch besitzen wir eine ziemliche Menge von solchen theils allgemeinen, theils spe-ciellen Wörterbüchern, die je nach dem darin befolgten Zwecke den Namen I.exicon, 6Ios-ssrium, Ltvliiologicuin, Onomsstieuin und 8)ii»n)micniu erhielten. Dahin gehören dieallgemeinen Wörterbücher von Hesychius (s.d.), Suidas(s.d.), Pollux (s.d.), Orion(s.d.), Zonaras (s. d.) und das vorzugsweise sogenannte,,Lt) »x.Io^ic»,» umgiun»", dessenVerfasser unbekannt ist (herausgcgeben von Schäfer und von Sturr, 2 Bde., Lpz. >819,4.; und Zusätze, 1828, 4.); ferner die Specialwörterbücher von Apollonius (s.d.),dem Sophisten, über Homer, von Timäus (s. d.), dcmSoplststen, überPlaton, von Har-pokration (s. d.) über die zehn Redner, von Erotianus über Hippokrates; endlich dieSammlungen attischer Wörter und Redensarten von Phrynichus, Müris und Philemon,das Synonymenlexikon von Ammonius (s. d.) und vieles Andere, was in Bruchstückenin den Bibliotheken zerstreut war und in neuester Zeit von Bekker, Bachmann u. A. ge-sammelt worden ist. In der folgenden Zeit hat nach den Bereicherungen des Budäus undCamcrarius, vor Allen H. Stephanus (s. d.) durch seinen ,,'1't>es»»> »s lingmue z-raee."den ersten Grund zu einem umfassendenWörterbuch gelegt, dessen Verdienst in dieserBezie-hung trotz der vielen Mängel in Anlage und Plan außerordentlich ist. Einen Auszug darausbesorgte Scapula (s. d.). Ein wahrer Fortschritt zur Verbesserung und Vervvllkomm-nungder griech.Lexikographie geschah später durch die von Hemsterhuys (s.d.) gegründeteSchule, in dercm Geiste auch I. G. Schneider (s. d.) das erste größere „Griech.-deutscheWörterbuch" verfaßte, wovon Fr. Passow einen Auszug für die Schule besorgte (5. Aufl.,Bd. I, Lpz. 1844). Für letzter» Zweck sind auch die Wörterbücher von Riemer (3 Aufl.,2 Bde., Jena 1819—23), Rost (s.d.) und die neuesten, mit großer Umsicht und außeror-dentlichem Fleiße bearbeiteten Handwörterbücher von Pape (2 Bde., Braunschw. 1 812 —43) und von Jacobitz und Seiler (Bd. I, Lpz. > 844) bestimmt. Besonders rühmend aberist der Eifer zu erwähnen, mit welchem die neue Bearbeitung des ,,'I'liesunriis" von Ste-phanus in England durch Barker und Valpy (7 Bde., Lond. 181 «i—23, Fol.) vollendetund in Frankreich durch Sinner, Fix u. A. wieder ausgenommen und fortgesetzt wurde.

Gries (Joh. Dietrich), ein bekannter deutscher Übersetzer aus dem Italienischen undSpanischen, geb. am 7. Febr. 1775 zu Hamburg, wo sein Vater Senator war, besuchtezwar das dastge Jvhanneum, wurde aber gegen seine Neigung im 17. Jahre für den Kauf-mannsstand bestimmt und erhielt erst später die Erlaubniß, sich den Studien widmen zudürfen. Der gute Grund, den er in Schulkenntnissen ans dem Johanneum gelegt hatte,machte es ihm leicht, das Versäumte durch Privatunterricht nachzuholen, worauf er 1795die Universität zu Jena bezog, um die Rechte zu studiren. Doch fesselte ihn das Brotstu-dium weniger, als seine Neigung zur Dichtkunst, welche seine frühere Musikleidenschaft inden Hintergrund gedrängt hatte. Der Beifall, welchen einige seiner Lieder bei A. W. vonSchlegel, der damals in Jena lebte, fanden, ermunterte ihn zu größer» Versuchen. Einerderselben, „Phaethon", wurde Veranlassung zu G.'s Bekanntschaft mit Schiller, der diesesGedicht für den „Musenalmanach" von 1798 verlangte und von dieser Zeit an den Ver-fasser fortwährend seiner Freundschaft würdigte. Auch Wieland, Goethe undHerder gabendemselben viele Beweise freundschaftlichen Wohlwollens. Nachdem G. den Sommer 1798in Dresden verlebt, wo er den Entschluß faßte, das „Befreite Jerusalem" im Versmaßedes Originals zu übersetzen, kehrte er in Begleitung Schelling's, dessen Freundschaft er inDresden sich erwarb, nach Jena zurück und ging sodann nach Göttingen, wo er ein Jahrhauptsächlich dem Rechtsstudium widmete. Im I. 1890 erlangte er in Jena die juridischeDoctorwürde und war entschlossen, sich nun in Wetzlar, Wien und Regensburg mit demGange des Neichsprocesses näher bekannt zu machen, als nach kurzem Aufenthalt in Wetz-lar der Wiederausbruch des Kriegs im I. 1809 ihn vcranlaßte, nach Jena zurückzukehren,