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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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Griechische Sprache, Mundart und Schrift

attischen Dialekt ; die Dramatiker selbst nahmen in ihren Chören, weil diese zu der ältestenLiturgie der Griechen gehörten, um des Feierlichen willen etwas vom Dorischen auf, unddie übrigen Dichter blieben bei der Homerischen Sprache. Man muß demnach annehmen,daß die Griechen mit ihren verschiedenen Mundarten sehr bekannt waren, wozu das all-gemeine Lesen des Homer, der Gebrauch eines religiösen Rituals und der häufige Verkehrder griech. Stämme an großen Volksfesten wirkten. Wahrscheinlich aber hatten sich dieDialekte in der frühesten Zeit noch nicht so voneinander geschieden, wie es später geschah,und daraus muß man sich die Eigcnthümlichkeiten der Sprache Homer's und Hesiod's er-klären. Die Zeit, wann die Veränderungen in den Hanptdialekten erfolgten, läßt sich nichtbestimmen. Über die griech. Dialekte hat außer Maittaire, dessen Schrift „6r->ec. linguaecliiilecti", zuletzt herausgegeben von Sturz (Lpz. 1807), durchaus nicht (mehr genügt, inneuester Zeit am besten gehandelt Ahrens, „De «lialsctis Fraec." (2 Bde., Gütt. 1840—43) und über den äolischen Dialekt insbesondere Giese (Berl. 1837) Ebenso ist cs zwei-felhaft, wann man in Griechenland angefangen habe, die Sprache durch Schrift zu be-zeichnen. Der gewöhnlichen Meinung zufolge brachte der Phönizier Kadmus^s. d.) dieBuchstabenschrift zu den Griechen. Das Kadmische Alphabet bestand aber nur aus >6Buchstaben; im trojan. Kriege soll P alamed es (s. d.) noch vier (6, G, X), undebenso viele nachher Simonidcs (s. d.) aus Keos (X, //, 77) erfunden haben. Daß

diese acht Buchstaben neuer sind, ist theils aus Nachrichten, theils aus den ältesten Inschrif-ten gewiß. Weil die Ionier dieselben zuerst aufnahmen, so nannte man das Alphabet mit24 Buchstaben das ionische. Die Figuren der ältesten phöniz. und griech. Buchstaben wei-chen übrigens von den jetzt gebräuchlichen griech. sehr bedeutend ab. Während aber Einigebehaupten, daß schon vor des Kadmus Zeiten unter den Pelasgern die Schrcibekunst(s. d.) geübt worden sei, machen Andere dieselbe in Griechenland ungleich jünger und setzensie in die Mitte des 6. Jahrh. v. Ehr.

Schon frühzeitig suchten die Griechen einen formalen und syntaktischen Schematis-mus festzustellen, nach welchem sie ganzeWörterclassen anlegen, die mannichfachen Gestal-tungen der Formen beurtheilcn und überhaupt den ganzen Sprachschatz ordnen konnten.Bereits die Sophisten machten den Anfang mit einer Terminologie; Einzelnes finden wirbei Platon und Aristoteles verhandelt. Besonders aber untersuchten sväter zu Alexandriamehre griech. Grammatiker, wie Aristarchus (s. d.), Krates und Apollonius Dyskolos,manche schwierige Punkte der philosophischen Grammatik, während Andere, wie Hero-dian, Moschopulus und Chöroboskus, mehr mit der Formenlehre sich beschäftigten undüber die Orthographie, Orthoepie, Betonung, Quantität der Sylben u. s. w. schrieben.Diese Forschungen wurden wieder von Spätern compilirt, und in dieser Gestalt kam diealkgriech. Grammatik in das byzant. Kaiserthum und von hier aus durch griech. Flüchtlingenach Italien, namentlich durch Chrysoloras (s. d.), LaskariS (s-d.) und Theodo-rus'Gaza (s. d.). In Deutschland wurde die griech. Sprache seit I5t8 zuerst gramma-tisch behandelt von Erasmus, Rcuchlin (s-d.), Melanchthon, hierauf von Neander, Syl-burg, H. Stephanus (s. d.) u. A., freilich auf eine sehr dürftige Weise. Seitdem aberdie Philosophie auf die Grammatik einen entschiedenem Einfluß ausübte, erfreute sich auchletztere einer mehr kritischen und wissenschaftlichen Bearbeitung, die durch die scharfsinnigenUntersuchungen der Holländer Hemsterhuys (s.d.) und Valckenaer (s. d.) unterstütztwurde. Mit Übergehung der frühem fast unzähligen grammatischen Schriften, unter denendie Grammatik von We l l er (s. d.), die Halle'sche (seit >705) und die Märkische eine eh-renvolle Erwähnung verdienen, führen wir hier nur die gediegensten Werke der neuestenZeit an, die ausführlichen griech. Sprachlehren von A. Matthiä (3. Ausl., 3 Bde., Lpz.1835), Buttmann (2.Aufl., 2 Bde., blos die Formenlehre enthaltend, Berl. 1830—30),Fr. Thiersch (3. Ausl., Lpz. 1826) und Kühner (2 Bde, Hann. 1834 — 35), sowie diemehr für den Schulzweck bestimmten Grammatiken von Buttmann (16. Ausl., Berl.1843), Matthiä (Lpz. >808; neue Aufl., 1824), Rost (0. Ausl., Eött. I84I)und Küh-ner (2.Ausl., Hann. >843). Außerdem gehören ganz besonders noch hierher die Schriftvon Hermann „De ememianlla rstione mrsec. grainmaticse" (Lpz. 1801), sowie dessen

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