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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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418
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418 Griechische Sprache, Mundart und Schrift

war, so flehl auch die ncuplatonischc Schule (s. Ploti u) trotz ihres auf Platon und An- kstoteles zurückgehendcn EklckticismuS zu sehr unter dem Einflüsse fremdartiger Verhält- !nisse und namentlich oricnt. Vorflcllungswciscn, als daß sie als Fortsetzung der eigen- !thümlichen wissenschaftlichen Bildung des classischcnAltcrthums betrachtet werden könnte.Über die Geschichte der gricch. Philosophie vgl. außer den Werken über die Geschichte der 'Philosophie überhaupt (s. Philosophie) oder einzelne Systeme, Ehr. A. Brandis,„Handbuch der Geschichte der griech.-röm. Philosophie" (Bd. I und 2 , Berl. 1835—4-t), l

Ritter und Preller, „Ilistnriu ^IiiI<>saj>I>iue grneco-rnmsn. ex sontimn locis contoxtn" l(Hamb. 1838) und Ed. Zeller, „Die Philosophie der Griechen" (Bd. l, „Die vorsokra- ktische Philosophie", Tüb. l 8 l-l).

Griechische Sprache, Mundart und Schrift. Nicht von jeher wurde in Grie-chenland gesprochen, was wir griech. Sprache nennen, da Griechenland früher von Pc-lasgern bewohnt war. Die alte Sprache der Pelasger kannte man aber schon zurZeitHero-dot's nicht mehr, der diese fremde Sprache von der griech. als verschieden angibt und hin-zufügt, es sei wahrscheinlich, daß die Griechen ihre ursprüngliche Sprache immer behaltenhätten. Die verständigste Deutung dieser Angabe ist, daß die pelasgische Sprache das ersterohe Sprachelcment war, das später nur in wenigen abgeschlossenen Ländertheilen sich er-hielt, nachdem sich die griech. Sprache, die der herrschend gewordenen Stämme, aus ihrherausgebildet und in ihre verschiedenen Mundarten geschieden hatte. Der ältere Stammund seine Sprache weist auf Hvchasien zurück. Außer Griechenland wurde die griech. ^Sprache in einem großen Theile von Kleinasten, dem südlichen Italien und Sicilien ge- >sprachen, sowie in den Gegenden, wohin sich griech. Colonien verbreitet hatten. Bei derMenge griech. Völkerschaften eines Hauptstamms ist es ganz natürlich, daß sich auch ver-schiedene Mundarten oder Dialekte ausbildeten, deren Kenntniß um so nothwcndiger ist, ,da die Eigenheiten der verschiedenen Mundarten im Gebrauch einzelnerBuchstaben, Wör- 4tcr, Wortformen, Wendungen und Ausdrücke in die Schriftsprache übergingen. Gewöhn-lich nimmt man, nach den drei HauptstLmmcn der Griechen, drei Hauptdialekte an, den 4äolischen, dorischen und ionischen, wozu später der gemischte attische Dialekt kam; außerdiesen gab es noch mehre Nebendialekte. Die obigen vier Dialekte lassen sich jedoch aufzwei zurückführen, den hellenisch-dorischen und den ionisch-attischen. Jener war der äl- !teste, wie denn überhaupt durch das Dorische das Alte bezeichnet wurde. Die älteste do- ^rische Mundart zeigt sich im äolischen Dialekt, aus welchem auch die lat. Sprache abge- !leitet wird. Der dorische Dialekt war hart und rauh, der iouische der weichste. Der äolische ^Dialekt wurde gesprochen diesseit des Isthmus, mit Ausnahme Megaras, Attikas und .Doris', in den äolischen Colonien Kleinasiens und auf einigen nördlichen Inseln des Agei-schen Meers; der dorische im Peloponnes, in den dorischen Vierstädten, den dorischen Co-lonien Kleinasiens und Unteritaliens (Tarent), in Sicilien (Syrakus und Agrigent) und ;am reinsten von den Messeniern; der ionische in den ionischen Colonien Kleinasiens und !aus den Inseln des Archipels; der attische in Attika. Zum ionischen Dialekt gehören zum !Theil die Werke der ältesten Dichter, des Homer, Hesiod, Theognis u. s. w.; rein findet !man ihn bei den Prosaikern, besonders bei Hcrodot und Hippokrates; im dorischen Dialektschrieben Pindar, Thcokrit, Bion und Moschus, und in dorischer Prosa sind auch einige ^mathematische und philosophische Schriften vorhanden; im äolischen Dialekte haben wirdie Bruchstücke des Aleäus und der Sappho. Als Athen die Oberherrschaft in Griechen- >land erhalten und sich zum Mittelpunkt aller literarischen Bildung erhoben hatte, wurdemit den attischen Meisterwerken eines Äschylus, Sophokles, Euripides,Aristophanes,Thu-cydides, Lenophon, Platon, Jsokratcs, Demosthenes u. A. auch der attische Dialekt dieallgemeine Büchersprache. Die griech. Grammatiker unterschieden nachher das echt At-tische, wie es sich in jenen Meistern des Atticismus findet, von dem Attischen des gemei-neu Lebens, und nannten dies den.gemein griech. oder hellenischen Dialekt sowie die spä- 1tern.attischen Schriftsteller nach jener schönsten Blütenzeit der Literatur Hellenen. Zu die-sengehören Aristoteles, Theophrast, Apollodor, Polybius, Plutarch und die übrigen spä-ter», unter denen jedoch Einige echt attisch schrieben, wie Lucian, Man und Arrian. Au-ßer den Dramatikern hielten sich aber die übrigen Dichter keineswegs ausschließlich an den