416 Griechische Mythologie Griechische Philosophie
lische Tonarten gegeben haben ; da aber der Grundton b' keine reine Quarte, bk aber keinereine Quinte hatte, so konnte k? nur authentisch, Ik nur plagalisch behandelt werden undes also nur zwölf Tonarten überhaupt geben. Die authentischen sind: Dorisch ü o k g aü e <1, phrygisch ekgabc <1 e, lydisch kgn lue «I e k, mixolydisch g s I, c ü e k g, äolischn k c <1 e kg aund ionisch L <1 okgahc-, die plagalischeu: hypodorisch a li c-,i <- kg n, hy-pophrygisch I, c «I 6 kgaI>, hypolydisch ckl 8 kgaIIe, hypomirolydisch kl 8 f g a Ii c <1,hypoäolisch 8 kgakekl 8 und hypoionisch gaIi 8 kl 8 kg. Da man bei der später» Harmo-nisirung die inzwischen eingeführten Halbtöne wol in dieser, nicht aber in den Melodienanwendete, so entstanden aus diesem Verhältnisse jene absonderlichen Harmoniewendungeuund Schlußfälle, die diesen alten Gesängen ein so eigenthümliches Gepräge geben. Amübereinstimmendsten mit dem gegenwärtigen System zeigt sich die ionische Tonart, am ab-weichendsten die phrygischc, welche in eigener Weise mit dem Durakkord auf dem Grundtone (L) schließt. Die phrygischc liegt einigen der schönsten Kirchenmelodien zu Grunde,z. B. der „O Haupt voll Blut und Wunden". Vgl. Mortimer, „Der Choralgesang zurZeit der Reformation" (Bcrl. >821).
Griechische Mythologie, s. Mythologie.
Griechische oder hellenische Philosophie nennt man die Gesammthcit aller derVersuche, die unter den alten Griechen gemacht worden sind, die Ausgaben der Philosophiezu lösen und diese selbst systematisch auszubilden. Die Geschichte derselben ist sowol speciellfür die Philosophie, wie für den allgemeinen Gang der menschlichen Cultur von besondermInteresse, weil bei diesem reichbegabten Volke nicht nur die Anfänge der philosophischenSpekulation selbständig hervortreten, sondern sich auch in der Entwickelung derselben eineverhältnismäßig große Stetigkeit zu erkennen gibt, und weil die Erzeugnisse des philosophi-schen Denkens unter den Griechen fast auf alle Wissenschaften noch immer fortwirken. Beieiner allgemeinen Übersicht des Entwickelungsgangs der Philosophie bei den Griechen sondernsich leicht drei Perioden. Die erste Periode, die von Thales bis zu den Sophisten reicht,ungefähr 6"»—v.Chr., umschließt die Zeit, in welcher sich die Philosophie einestheilsaus mythisch-poetischen, kosmogonischen und theogonischen Ansichten zu der Frage nach denallgemeinen Gründen der Erscheinungswelt, andcrntheils aus der Unmittelbarkeit sittlichreligiöser Gesinnungen zu ethischen Reflexionen zu erheben anfing. Zn der erster« Bezie-hung ist es namentlich das Schauspiel der Veränderung sammt der Frage nach Dem, wasden Veränderungen der Sinnenwelt zu Grunde liege, was in der ältesten ionischenSchule, bei den sogenannten Physiologen Thales (s.d.), Anaximander (s. d.) undAnaximenes (s.d.)die ersten Versuche eines spekulativen Denkens hervorrief. Währendnun diese, sowie einige Spätere, den Grund der Erschcinungswelt in einem bestimmtenStoffe (Wasser, Luft, Feuer) suchten, richteten Heraklit (s.d.) und die EleatischeSchule (s. d.) ihre Aufmerksamkeit auf die Begriffe, durch welche die Welt gedachtwird, und hier trat nun auf der einen Seite der Begriff des Werdens, auf der andernder des Seins hervor. Der Gegensatz zwischen beiden prägte sich in den Ansichten des He-raklit, der das Sein dem Werden, und der Eleaten, welche das Werden dem Sein opfer-ten, so scharf wie möglich aus, und dieser Gegensatz wurde das eigentlich bewegende Principfür die später« Systeme. Bei den sogenannten jünger» Physiologen, Emped o kl es ss. d.),Anaxagoras (s.d.), Diogen es von Apollonia (s.d.) und den Urhebern des Atomis-mus (s. Atomen), Leucipp (s. d.) und Demokrit (s. d.), obwol sic auf verschiedeneWeise die Stoffe und Kräfte bestimmten, welche der Welt zu Grunde liegen, läßt sich einEinfluß der eleatische« Lehre nicht verkennen, und diese frühesten vorsokratischcn Versucherepräsentier« zusammengenommen ziemlich vollständig die Grundvoraussetzungen, welcheüber die Natur der Dinge überhaupt möglich sind. Ob es etwas gebe, was in dem Wechselunveränderlich beharre, oder nicht, ob das Nealprincip der Dinge nur eines sei oder viele, obdie Veränderung in das eigene Wesen der Dinge eindringe, oder sich blos auf wechselndeVerbindungen zurücksühren lasse, ob neben den Urstoffen noch Urkräfte angenommen wer-den müssen, ob beide getrennt oder vereinigt existiren, ob die Kräfte blos blindwirkende Na-turkräfte oder bewußtvoll wirkende intelligente Kräfte seien, alle diese Meinungen finde» un-ter den genannten Denkern ihre Vertreter. Von die'en verschiedenen Richtungen wahrschein-