Griechische Malerkunst Griechische Münzen 413
Athen nicht auf, seinen alten Ruhm zu behaupten, Alexandria aber wurde doch eigentlichdie tonangebende Stadt. (S. Al exan drin! sche Schule.) Hierdurch mußte uothwen-dig der Geist der griech. Literatur eine andere Richtung nehmen; bei dem Gebraucheeiner ungeheure» Bibliothek siegte die eigentliche Gelehrsamkeit und Polyhistorie über dasfrühere freie Eeistesstrebe», welches jedoch nicht sogleich erstickt werden konnte. In derPhilosophie trat Platon's s l arfsinniger und gelehrter Schüler, Aristoteles (s. d.), alsStifter der pcripatetiscken Schule auf, welche durch Erweiterung des Gebiets der Philo-sophie und systematischen Geist sich auszeichnete. Auf dem von ihm betretenen Wege inForschung der Philosophie und Naturgeschichte schrittsein Schüler Theophrastus (s.d.)fort. Je wissenschaftlicher die Philosophie aber durch Aristoteles wurde, desto mehr warden philosophischen Forschern Behutsamkeit nöthig, und der Geist des Zweifelns wurdesehr heilsam. Er zeigte sich vornehmlich in dem Skcpticismus, der von Pyrrhon (s. d.)aus Elis ausging. Ein ähnlicher Geist lebte auch in der mittler,, und neuern Akademie,welche von Arce si la us (s. d.) und Karneadcs (s. d.) gestiftet wurde und die Platon'-sche Schule fortsetzte. Die Sokratische Schule trieb noch einige neue Zweige in der stoi-schen Schule, deren Stifter Zen o (s. d.) aus Citium auf Cypern war, und in der Epiku-rischen, welche E p i ku r (s. d.) aus Gargettus i» Attika stiftete. Mathematik und Astro-nomie machten die bedeutendsten Fortschritte in den Schulen zu Alexandria, Rhodus undPergamus, durch Euklide s (s. d.), Ärckimedes (s. d.), Eratosthenes (s. d.) undHipp ar chu s (s. d.). Der Geschichte gaben die Züge und Thaten Alexander's Stoff ge-nug; allein im Ganzen gewann sie doch nur an äußern, Umfange, nicht a» innen,, Ge-halt, denn ein Streben nach dem Wunderbaren und Abenteuerlichen wurde in ihr herr-schend. Desto erfreulicher ist gegen das Ende dieser Periode die Erscheinung des Poly-bius (s. d.) aus Megalopolis, den man als Urheber der pragmatischen Geschichtsdarstel-lung zu betrachten hat, wodurch die Universalgeschickte einen philosophischen Geist und wür-digen Zweck erhielt. Vielfache Bereicherung erhielt die Geographie, welche Eratosthe-nes wissenschaftlich begründete und Hipparchus mit der Mathematik noch mehr inVerbindung setzte. An Länder- und Völkerkunde gewann man durch die Nachrichten desNearchu s (s. d.) und Agatharchides, und die Chronologie erhielt einen bedeutenden Ge-winn durch die pansche Marmorchronik (s. d.). In Hinsicht auf Poesie kamen manchemerkwürdige Veränderungen vor. In Athen ging, nicht ohne Einwirkung politischer Ur-sachen, aus der mittler,, Komödie die neue hervor, welche sich dadurch, daß sie die sittlicheMenschcnnatur zum Gegenstände ihrer Darstellungen nahm, dem neuern Schauspielenäherte. Unter den Dichtern dieser Gattung zeichneten sich Me na „der (s. d.), Philemonund Diphilvs aus. Aus den Mimen gingen die Idyllen hervor, in deren Dichtung,nach dem Vorgänge des Stesich orus (s. d.), Asklepiades (s. d.) u. A., besondersTheokrit (s. d.), Bion (s. d.) und Moschus (s. d.) Vorzügliches leisteten. Auch dieübrigen Dichtungsarten blieben nicht unbearbeitet. Am Ende dieser Periode hörtendie Griechen auf, selbständig zu sein, und das weltherrschcndc Rom gewann auch hier sei-nen Einfluß. Doch dauerte die Liebe zur griech. Sprache und Literatur bei den Römernbis in die spätesten Zeiten fort, und man schrieb in einer freilich sehr verderbten grieck.Sprache selbst noch im byzantin. Zeitalter bis zur Eroberung von Konstantinopel im I.lt',3. (S. Byzantiner.) Vgl. Creuzer, „Epochen der griech. Literaturgeschichte"(Marb. I8N2); Groddeck, „Initia Iiistariae t raeo. literanoe" (2 Bdc., Wilna I82> —23); Schöll, „Geschichte der griech. Literatur" (deutsch von Schwarze undPinder, 3 Bde.,Berl. >828—3<>); Petersen, „Handbuch der griech. Literaturgeschichte" (Hamb. >833);Bernhardy, „Grundriß der griech. Literatur" (Bd. >, Halle I83ti) und Otfr. Müller,„Geschichte der griech. Literatur bis auf die Zeiten Alexander's", herausgegeben von E.Müller (2 Bde., Brest. >831).
Griechische Malerkunst, s. Malerei.
Griechische Münzen nennt die alte Numismatik alle nichtröm. Münzen (monnaiesÜ 08 pmiplos, villss ot rnis). Wurden dieselben von Ländern oder Städten mit eigenenTypen geprägt, so nennt man sie Autonom-Münzen (enitonomo«); dagegen werden dieMünzen griech. Städte, welche die Oberherrschaft röm. Kaiser anerkannten und deren