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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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412 Griechische Literatur !

Nedc, und als die ältesten Sagcnschreibcr kennt man Kadmus (s. d.), Dionysius und .Hekat Lus (s. d.) von Milet, den Argiver Akusilaus, Hellanikus (s. d.) aus Mityleneund Phcrecydcs (s. d.) aus Leros. Nach ihnen trat Hero dot (s. d.) auf, den man mitRecht den Vater der Geschichte nennt. Sein Beispiel regte den Thucydides (s. d.) an,der in seiner Geschichte des Peloponnes. Kriegs als philosophischer Historiker Muster für allefolgenden wurde. Ihm zunächst steht ckcnopH on (s.d.), in dessen Schriften die heitersteKlarheit herrscht. Außer ihnen verdienen in dieser Periode noch genannt zu werden Ktc-sias (s.d.), Philisters (s.d.), Thcopompus (s.d.) und Ephorus (s.d.), welche letzterejedoch durch rhetorisirende Manier sich bereits von der echten Geschichtdarstellung entfern-ten. In der Poesie entwickelte sich während dieser Periode eine ganz neue Gattung, ausden Lustbarkeiten der Dankfeste, welche das Landvolk nach der Weinlese dem Bacchusfeierte, entstanden, vorzüglich in Attika, die Schauspiele. Nach einigen Vorgängern gabSo)on's Zeitgenosse, Thespis (s. d.), der seine Schauspieler gleich Kelterern mit Wein-Hefen schminkte, an den Scheidewegen und iirDörfern auf beweglichen Duhnen bald ernst-haftere Geschichten mit feierlichen Chören, bald lust'gere mit Reigen, worin Satyrn undandere Spaßmacher Gelächter erregten. Ihre Vorstellungen hießen Tragödien, d.i. Bocks-opfergcsänge, Trygödien, d. i. Kelter- oder Mostgcsänge, Komödien und Satyrhandlun-gen (liruiHu srhridim). Endlich erhoben sich diese Spiele veredelt in prachtvoller Zurü-stung zu Darstellungen in den Städten und unterschieden sich immer mehr durch eigenenTon und Sittlichkeit. Statt eines Zwischenredners, der die Geschichte aus dem Stegreifvortrug, stellte Aschylus (s. d.) zuerst handelnde Personen auf, die je zwei nach erlerntenRollen sich besprachen, und wurde so der eigentliche Schöpfer der dramatischen Kunst.Schnell erhob sich auch diese zum Gipfel der Vollendung, die Tragödie durch Aschylus,

S o pH okles (s.d.) und Eu ripi des (s.d.), die Komödie durch Krat in ns (s.d.), Eupo-lis, Krates, vornehmlich aber durch Aristophanes (s. d.). Als unter der Negierungder dreißig Tyrannen die Freiheit der Komödie, lebende Personen dem Gelächter preiszu- 'geben, beschränkt wurde, entstand allmälig die mittlere Komödie, in der der Chor wegsieiund mit den allgemeinen Charakterschilderungen auch die Charaktcrmaskcn aufkamcn. HIn ihr wichnetcn sich vorzüglich Aristophanes und Alexis aus. Neben diesen Gattungenbildeten sich als eine eigene die Mimen (s. d.) des Sophron aus Syrakus, dramatisirtcGespräche in rhythmischer Prosa, mit welchen die sicilische Komödie des Epicharm ns (s. d.)in Verbindung steht. Übrigens gehören der Zeitfolge nach mehre der oben erwähnten gno-mischen Dichter und Lyriker in diese Periode. Philosophen, wie ckcnophanes, Parmeni-des und Empedokles, traten als didaktische Dichter auf, und als Epiker waren Pisander.und Panyasis durch ihre Hcraklcen, und Antim achus (s. d.) berühmt. Das Epos wurdeaber immer historischer und verlor an schöner poetischer Gestaltung. Neben die Poesie tratals eine ernstere Schwester die Beredtsamkeit, welche bei der republikanischen StaatsformBedürfniß war und bei der Richtung des griech. Geistes zur Schönheit ebenfalls kunstmä-ßig ausgebildet wurde. Antiphon (s. d.), Antocides ss. d.), Lysias (s. d.), Jsokra-t es (s. d.), Jsäus (s. d.), Demosthenes (s. d.) und Aschines (s. d.) werden als Mei-ster dieser Kunst gepriesen, für welche ebenfalls eigene Schulen gestiftet wurden. Wie >nahe die Rhetorik daran war, selbst über die Poesie zu siegen, zeigt sich im Euripides, und !

es ist keine Frage, daß sie auch auf Platon und Thucydides bedeutenden Einfluß hatte. !Als Neben- und Hülfswissenschaften bildeten sich für die Philosophie die Mathematik undfür die Geschichte die Geographie aus. Die Astronomie verdankt der ionischen, die Arith-metik der italischen, die Geometrie der akademischen Schule manche Entdeckung. Als Ma-thematiker waren berühmt Theodorus von Cyrcne, Mcton, Euklemon, Archytas (s d.) ,

von Tarent und Eudoxus (s. d.) von Knidos. Die Geographie wurde vornehmlich durchHandelsreisen bereichert, welche Entdeckungen vcranlaßten. Die Naturforschung fiel eben-falls den Philosophen anheim; die Arzneikunst aber, von den Asklepiaden (s. d.) bis-herin Tempeln geübt, bildete sich als ein abgesonderter Zweig davon aus, und Hippe -krates (s. d.) wurde der Schöpfer der wissenschaftlichen Medicin.

Die nächstfolgende Periode kann man im Allgemeinen die alexandrinischc neu-nen und sie als die systematisirende oder kritische charakterisircn. Zwar hörte auch jetzt