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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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Refrigerator ke'fuKie« 753

wird er vorzug-weise nur in eigentlichen, d. h. zum Gesänge bestimmten Liedern und be-sonder- in Gesellschaftslicdern angcwcndet. Vgl. F. Wolf,Über die Lais, Sequenzenund Leiche" (Heidclb. 1841).

Refrigerator nennt man die bei der Branntweinbrennerei zum schnellcrn Abkühlendienenden Apparate.

Kekllssie8,d.i. Flüchtlinge, nennt man die in den Religionsverfolgungen des > 8.Jahrh.aus Frankreich entflohenen, der rcformirten Kirche angehörenden Protestanten. (S. Huge-notten.) Nachdem König Ludwig XIV. den franz. Protestanten schon mehrfach die durchdas Edict von Nantes (s. Heinrich IV.) gewährleisteten Rechte beschränkt hatte, begann erum 1683, unter dem Einflüsse Louvois', des Jesuiten Lachaise, des Kanzlers Letellier undseiner Maitresse Maintenon, die vermeintlichen Ketzer durch Gewalt in den Schoos des Ka-tholicismus zurückzuführen. Truppenabtheilungen (s. Dragonaden) wurden in die süd-lichen Provinzen beordert, um die meist dort wohnenden Protestanten durch Bedrückungund Mishandlung zur Bekehrung zu zwingen. Wer widerstand, fand entweder seinen Todunter den Säbeln der Soldaten, oder im Kerker und auf dem Schafot. Bei diesem Elendesuchten sich viele Protestanten mit Weib, Kind und Habe über die Grenzen zu retten. Alleinauch dieses Rettungsmittel wollte ihnen der Hof abschneiden, indem er die Grenzen scharf be-wachen ließ. Dessenungeachtet gelang es allmälig fast einer Million Protestanten durch List,Gewandtheit, zuweilen auch durch offene Gewalt, aus ihrem Vaterlande zu entkommen. Be-sonders als der König 1685 den Verfolgungen durch die Aufhebung dcs Edicts von Nanteseinen gesetzlichen Anstrich gab und jedem Widcrspänstigen der gewisse Tod in Aussicht stand,eilten Scharen von Flüchtigen der Grenze zu. Frankreich verlor durch diese Auswanderungenseine tüchtigsten Bürger, die Kunstfleiß, Bildung und Capital in fremde Länder trugen unddort mit offenen Armen ausgenommen wurden. Fast sämmtliche Flüchtlinge gehörten dengebildeten Ständen an, unter denen sich überhaupt nur der Protestantismus befestigt hatte.Kausleute und Fabrikanten wendeten sich meist nach Holland, Dänemark und England.Adelige, Militairs, Gelehrte, Künstler und Handwerker gingen nach der Schweiz und nachDeutschland. In Deutschland waren cs besonders Brandenburg, Sachsen und Hessen, wodie Flüchtigen ein Asyl fanden, volle bürgerliche Rechte erhielten und zum Theil eigene franz.Colonien bildeten. Die aufgeklärten brandenburg. Fürsten, welche in dem fremden Elementeden Keim zum Aufschwünge einheimischer Civilisation sahen, statteten die Flüchtlinge sogarmit Vorrechten aus, und in dcr That kann man die damals eingewanderten Franzosen alsdie Väter der Industrie im heutigen Preußen betrachten. Mit Unrecht hat der Parteigeistdie nicht nur durch Bildung, sondern auch in sittlicher Hinsicht ausgezeichneten Fremdlingeder Einführung und Verbreitung franz. Leichtfertigkeit beschuldigt. Erst jene Emigranten(s. d.) ganz anderer Art, die royalistischen Priester, Adeligen und Abenteurer, welche zur Zeitder Revolution den Rhein überschritten, waren es, die in Deutschland die Laster, Sitten undbösen Grundsätze eines verderbten Hofes verbreiteten. Vgl. Ancillon,Uiatoire «lel'etsblisse-ment »loa refngie- srituy. üans loa ötats cie Lrantlelikoiirj;" (Berl. 1699); Erman undRcclam,Hl^moires pour servic ü I'bistoire tles reflißies trsn^. etc." (9 Bde., Berl.1782I89V); und Dohm,Denkwürdigkeiten" (5 Bde., Lemgo, 181419).

Lonv.-Üex. Neunte Aust. XI

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