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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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622
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622 Quantität Quarantaine

Quantität heißt so viel als Größe. Der Begriff der Größe setzt jederzeit die Zu-sammenfassung einer Vielheit voraus; er bezeichnet das Product dieser Zusammenfassung;daher die gewöhnliche Definition: Größe ist, was einer Vermehrung und Verminderungfähig ist. Ein bestimmtes Quantum ist eine bestimmte Größe. Unter den Begriff der Größefallen Zahl, Grad, Raum und Zeit. Alle gleichartigen Größen messen sich gegenseitig an-einander dadurch, daß man eine beliebige Größe als Einheit annimmt. Das allgemeinsteMittel der Größcnmessung ist die Beziehung aller Größen auf die Zahlenreihe. Die Wissen-schaft, die sich mit der Bestimmung nicht der Größen selbst, sondern ihrer Verhältnisse be-schäftigt, ist die Math ematik (s. d.); ihr gehören auch die nähern Bestimmungen des Be-griffs der Größe an, je nachdem sie discrete oder stetige, endliche oder unendliche, positive odernegative, reelle oder imaginaire u. s. w. sind. In der Logik bezeichnet die Quantitäteines Begriffs seinen Umfang, d.h. dieMenge von Begriffen, in welchen er als Merkmalvorkommt; ebenso die Quantil äteines Urtheils diestn der Form des Urtheils liegendeBestimmung, ob das Prädicat von dem ganzen Umfang des Subjects oder nur von einemTheile desselben bejaht oder verneint wird. Darin besteht der Unterschied des allgemeinenund besonder» Urtheils. ÜberdieQuantität derSilben s.Prosodie.

Quantz (Joh. Joachim), ein guter Flötenspieler, der Lehrer Friedrichs des Großen,geb. zu Oberschaden im Hannoverschen am 3». Jan. 1697,-der Sohn eines Hufschmieds,war ursprünglich für dieses Handwerk bestimmt, fand aber nach des Vaters Tode Gelegen-heit, sich der Musik zuzuwenden und kam zunächst zur herzoglichen Kapelle in Merseburg;dann ging er 1714 nach Dresden. Im 1.1718 wurde er Hoboist bei der sogenannten poln.Kapelle in Warschau, und besuchte dann Italien, Frankreich und England. Nach seiner Rück-kehr war er wiederin Dresden bei der königlichen Kapelle angestellt, bis ihn 1741 FriedrichII-,der ihm schon als Kronprinz Anträge gemacht hatte, unter sehr vortheilhaften Bedingungennach Berlin berief. Er starb zu Potsdam am 12. Juli 1773. Q. hat nicht blos als Meisterauf der Flöte, sondern auch als Verbesserer derselben große Verdienste. SeineAnweisung,die Flöte zu spielen" erlebte mehre Auflagen. Als Komponist lebte er fast nur für seinenSchüler, den großen Friedrich, für welchen er gegen 306 Concerte und 206 Solos gesetzthaben soll. Seine Compositionen beurkunden den regelmäßigen Charakter der Kompositionenseiner Zeit. Wie weit die Sorgfalt des Königs für seinen Lehrer ging, sieht man daraus, daßer in der letzten Krankheit Q.'s selbst Arztesstelle bei ihm vertrat und für die nöthige Pflegesorgte, auch ihm nach seinem Tode ein Denkmal setzen ließ.

Quappen oder Kaulquappen nennt man die fischartigen Froschlarven, d.h. dieFrösche und Kröten in ihrer ersten Entwickelungsstufe, wenn sie noch ganz wie ein Fisch, fuß-los und mit Kiemen an den Kopfseiten, gebildet sind.

Quarantaine oder Contumaz. Die Bemerkung, daß gewisse Krankheiten sichdurch Ansteckung verbreiteten, veranlaßte schon in frühen Zeiten das Absperren einzelnerKranken auf ärztliche Verordnung, und rohe unzureichende Versuche, dieser Maßregel zuröffentlichen Sicherheit eine größere Ausdehnung zu geben, wurden auch wol im christlichenEuropa durch Absperrung von Häusern oder Straßen, in denen sich eine ansteckende Krank-heit zeigte, schon im frühen Mittelalter gemacht. Allein erst zuEnde des 1 5 .Jahrh. errichtetedie Republik Venedig zur Abwehr der Pest, die in Oberitalien herrschte, eine Anstalt, welchealle Ankommenden, ehe sie die Stadt betreten durften, einer vierzigtägigen Überwachung undBeobachtung unterwarf und deshalb den Namen Quarantina erhielt. Diesem Beispielefolgten nach und nach die übrigen Völker, namentlich die Seestaaten, welche durch ihre Lageder Einschleppung einer Seuche besonders ausgesetzt waren, und es sind seitdem die Quaran-taine- oder, wie man sie später nannte, die Contumaz an stalten durch vermehrte Kenntnisund Erfahrung allmälig zu einer hohen Stufe der Ausbildung gelangt. Abgesehen von der-artigen Einrichtungen bei einzelnen Epidemien für eine gewisse Zeit sind die Contumazan-stalten stehend zur Abhaltung der oriental, wie der occidental. Pest (s. d.), gegen welche siesich auch besonders wirksam erwiesen zu haben scheinen. Sie finden sich in allen größer» HäfenEuropas, namentlich in denen des Mittelländischen Meeres, welche dem Herde der oriental.Pest am nächsten liegen, und an den Landgrenzen gegen die Türkei, wo vorzüglich die östr.Militairgrenze nach allen Erfahrungen als vortreffliches Schutzmittel gegen das Eindringen