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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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610
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610 Pythagorischer Lehrsatz Pythische Spiele

die Vorstellung einer allmäligen Reinigung und Läuterung der Seele im Durchgänge durchverschiedene Körper, und daher ihre Warnung, Thiere zu tödtcn. Auch über die Ethik, sagtAristoteles, habe P. zuerst versucht, Etwas zu bestimmen; aber nicht auf die richtige Weise,weil er auch die Tugenden auf Zahlenverhältnisse zurückgeführt habe. So bestreiten sie na-mentlich die Gerechtigkeit, die sie einseitig als Vergeltung auffaßten, als eine gleich malgleiche Zahl. Hauptrichtung ihrer ethischen Lebensordnung war Bekämpfung und Weher»schung der Leidenschaften, die sie mit einem durchlöcherten Fasse verglichen, welches man ver-gebens zu füllen suche; viel specielle Vorschriften, die zum Theil einen asceiischen Charakterhaben, scheinen mit Eigcnthümlichkciten des dorischen Stammes und ägypt. Symbolen zu-sammenzuhängen. Die Tugend der Freundschaft ehrten sie hoch, und die Vergleichung dessittlichen Lebens mit einer wohlgestimmtcn Leier schließt sich ihrer ganzen Denkweise unmit-telbar an. Vgl. H. Ritter,Geschichte der Pythagorischen Philosophie" (Hamb. I826ffE. Reinhold,Beiträge zur Erläuterung der Pythagorischen Metaphysik" (Jena 182"),und Brandis,Über die Zahlenlehre der Pythagoräer und Platoniker" (imRheinischenMuseum", Bd. 2).

Unter der großen Menge von Namen, welche bei den Alten als Schüler und Anhängerdes P. genannt werden und unter welchen sich auch viele Frauen befinden, sind besondershervorzuheben OcellusLucanus (s. d.), Timäus (s. d.) aus Lokri, Hippasus aus Me-tapontum, der sich besonders mit der Theorie der Musik beschäftigte; Philolaus (s.d.)ausKroton und Archytas (s. d.) aus Tarent. Als die letzten Pythagoräer werden ikenophi-lus aus Chios und Echekrates aus Phlius, um 320 v. Ehr., genannt. AufPlaton (s.d.)haben die Pythagorischen Lehren einen großen Einfluß gehabt, und namentlich in der letztenZeit seines Lebens hat er sich bemüht, seine Jdeenlehre mit der Pythagorischen Zahlenlehrezu verknüpfen. Zn den ersten Jahrhunderten nach Christus suchten die sogenannten Neu-pythagoräer in der Zahlenlehre des P. eine Quelle höherer Weisheit; diese Richtung,deren Repräsentanten unter Andern Apollonius (s. d.) von Tyana, Moderatus ausGades oder Gadeira, und Nikomachus aus Gcrasa waren, von denen der Letzte unter dembezeichnenden TitelHienIoAiimena uritlimeticu" Urheber einer seltsamen Zahlenmystikwurde, verlor sich dann in dem Neuplatonismus (s. Neuplaton iker) und von diesem rüh-ren hauptsächlich die vielen Fabeln über P. und seine Lehre, sowie über die traditionelle Fort-pflanzung seiner Geheimlehre durch eine Kette von Eingeweihten her, die gegenwärtig nichteinmal mehr die Kritik beschäftigen.

Pythagorischer Lehrsatz, s. UuAi->ter matiloseos.

Pythkas, aus Massilia, einer der vorzüglichsten Geographen und Mathematiker desAlterthums, dem wir die erste bestimmte Kunde von den nordwestlichen Gegenden Germa-niens und deren Bewohner verdanken, lebte ungefähr zu Anfang des 3. Zahrh. v. Ehr. undunternahm von seinem Geburtsorte Marseille, dem alten Massilia, aus eine Seereise nachdem brit. Vorgebirge Cantium, dem jetzigen Kent, von da nach Thule, worunter Lelewel dieDekadischen und Shetländischen Inseln versteht, und in das sogenannte Bernsteinland.Auch fand er mit Hülfe der Sonnenuhr die Polhöhe von Marseille. Von der Beschreibungdieser Entdeckungsfahrt, die er unter dem TitelPeriodos" oderPcriplus" in griech.Sprache verfaßte, haben sich nur einige Bruchstücke erhalten, welche von Arwedson (Ups.1824) gesammelt und erklärt worden sind. Außerdem haben in neuerer Zeit Adelung,dÄnville, Barth, Förster, Männert, besonders aber Lelewel in seinenEntdeckungen derKarthager und Griechen im Atlantischen Ocean" (Berl. 1831) und Strasze'wicz in derSchrift <le Marseiile cke In geograpkie <ie snn temps" (Par. 1836; deutsch mitZusätzen von Hoffmann, Lpz. 1838) die Resultate des P. einer genauern Untersuchung un-terworfen. Vgl. Fuhr,De kMea lUsssiliensi" (Darmst. 1835).

Pythia und Pythrum, s. Delphi.

Pythische Spiele, deren Ursprung die Sage auf den Apollon, als den Bezwingerdes Python (s. d.), zurückführt, gehörten zu den vier großen Nationalspielen Griechenlandsund wurden schon in den frühesten Zeiten zu Ehren des Apollon anfangs alle neun Jahre,später, als sie unter den Schutz der Amphiktyonen gekommen waren, etwa seit 590 oder 586