594 Pupillen Puritaner
ternsturslis), ein Übel, welches dem Auge durch den starken Lichtreiz sehr nachthcilig Midbeschwerlich ist, bis jetzt aber keine Heilung durch die Kunst zugelassen hat.
Pupillen (lat.) heißen Unmündige (s. Minorennität), daher der Name Pupil-lencollegium,;. B. in Berlin.
Puppe oder Nymphe, s. Insekten.
Puranas, s. Vedas.
Purbach oderPeurbach (Georg), ein für seine Zeit als Mathematiker sehr ausge-zeichneter Mann, führte diesen Namen nach dem Städtchen Peurbach in Ostreich ob derEns, wo er 1423 geboren war. Nachdem er seine Studien in Wien vollendet, ging er nachItalien, wo er an den vorzüglichsten Universitäten astronomische Vorträge hielt. Der Car-dinal Nikolaus von Cusa in Nom, der sein Talent erkannte, suchte ihn zu bewegen, in Zta-lien zu bleiben. P. aber kehrte in sein Vaterland zurück und wurde Professor der Mathe-matik und Astronomie in Wien. Das erste Werk, welches er daselbst schrieb, war eine Er-klärung der sechs ersten Bücher des „Almagest" des Ptolemäus, der bald eine große Anzahlanderer mathematischer und astronomischer Arbeiten folgte. Unter ihnen sind als klassischeWerke hervorzuheben die Sinustafeln, die elliptischen Tafeln, zur leichtern Berechnung derSonnen - und Mondfinsternisse, und hauptsächlich die „Ureorise novs« plgnetarum".Auch fertigte er Quadranten, Sextanten u. s. w. Auf Veranlassung des in Wien I486 an-wesenden Cardinals Bessarion war er entschlossen, um die griech. Sprache zu erlernen, nocheinmal Italien zu besuchen, als er am 8. Apr. l 461 starb.
Purcell (Henry), einer der ausgezeichnetsten engl. Componisten, geb. zu London1658, wurde 1676 Organist an der Westminsterabtei und 1682 an der königlichen Kapelle.Erstarb > 6S5 und wurde in der Westminsterabtei begraben. Die Zahl seiner Compositionen istsehr groß. Sein Tedeum setzen die Engländer fast dem Händel'schen gleich; auch seine Com-positionen für das Theater machten in England große- Aufsehen.
Purganz und Purgiren, s. Abführen.
Purgatorium heißt in den Rechten der ReinigungSeid (s. Eid), in der Lehre derröm.-katholischen Kirche das Fegfeuer (s. d.).
Purismus heißt das Streben, in der Sprache, in welcher man spricht oder schreibt,nur einheimische Wörter zu gebrauchen und alle fremdartigen Elemente zu verbannen. Dochwird dieses Streben tadelnswerth, wenn es in Ziererei ausartet und sich auch auf solche Aus-drücke erstreckt, die längst das Bürgerrecht erlangt haben und durch die Vertauschung mitneugebildeten an Deutlichkeit oder Bestimmtheit verlieren würden. Unter Purist verstehtman einen solchen Sprachreinigcr, bisweilen auch im verächtlichen Sinne einen Sprachver-menger. (S. Sprachreinigung.)
Puritaner heißen in England seit der Reformation diejenigen Protestanten, welchedie Kirche nach der Einfachheit und Reinheit (pnritss) des göttlichen Worts und frei vonmenschlicher Autorität und Satzung Herstellen wollten. Ihr Eifer und ihre Bestrebungenwurden durch den Despotismus erweckt, mit welchem die Könige aus dem Hause Tudor(s. Großbritannien) der Reformation durch die Errichtung der Episkopalkirche oderHochkirche (s. d.) ein willkürliches Ziel setzten. Indessen war es weniger der Lchrbegriffder Hochkirche, sondern deren Verfassung, die Suprematie des Königs, die Autorität derBischöfe und das Katholische der Liturgie, woran das streng protestantische Element Anstoßnahm. Die Berührungen mit den Protestanten in Sch ottland (s. d.), wo Knox(s. d.)die genfer Kirchenverfassung einführte, führten sehr bald die Puritaner der Preßbyterialver-fassung zu. Die Königin Elisabeth, unter welcher die Episkopalkirche in England die letzteGestalt erhielt, verfolgte darum die Puritaner als rebellische Unterthanen, konnte aber dessen-ungeachtet nicht verhindern, daß sich die tiefer bewegten und starken Geister dem Puri-tanismus, oder was nun gleich war, dem Presbyterianismus, Hingaben. Ihr in der Pres-byterialkirche erzogener Nachfolger, Jakob l., fand ebenfalls in der bischöflichen Kirche eineStütze für die absolute Königsgewalt und haßte und verfolgte die Puritaner viel entschiedenerals die Katholiken. Unter ihm begannen seit 1620 die Auswanderungen der Puritaner nachNordamerika, wo sie frei vom Drucke eine glückliche Thätigkeit entfalteten und die Gründerder Colonien wurden. Jakvb's Sohn, Karl I., steigerte die Verfolgungen und verbot sogar
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