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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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PulSadergeschwulst Pultawa 587

zu Schlüssen auf denselben berechtigen. Diese Schlüsse sind durch Erfahrungen bestätigtund berichtigt worden, sodaß der Puls zu den wichtigsten Symptomen gezählt werdenkann und in manchen Fallen allein Ausschluß über eine Krankheit gibt, wo die übrigenSymptome keine sichern Anhaltcpunkte liefern. Besonders variirt der Pulsschlag in Hinsichtaus die Zeit, d. h. die Häufigkeit und Regelmäßigkeit und auf die Stärke seiner Schläge, so-daß er in doppelter Rücksicht beobachtet werden muß. Jedoch schon der regelmäßige Puls er-leidet nach Alter, Geschlecht, eigenthümlicher Körpcrconstitution, Temperament, zufälligenEinwirkungen von Nahrungsmitteln, Gcmüthsbcwegungen, Tages- und Jahreszeiten u. s. w.eine solche Menge Veränderungen, daß cs bedeutende Schwierigkeit hat, bei einem einzigenIndividuum den regelmäßigen Puls zu bestimmen, und man nur annäherungsweise sagenkann, daß beim Embryo l5», beim neugeborenen Kinde 14t)130, nach dem ersten Lebens-jahre 130115 und so mit allmälig verminderter Schnelligkeit beim Erwachsenen 357t)und in vorgerücktem Jahren 6556 Pulsschläge in der Minute stattfinden. Noch weilgrößer ist die Verschiedenheit des unregelmäßigen Pulses, wobei jedoch zu bemerken, daß diegeringem Unterschiede, wie sie allerdings in der Pulslehre (spü^gmvIoAm oder »rs! spkvgiliica) gesammelt werden müssen, meist nur wenig praktischen Werth haben und un-! gefahr 1620 verschiedene Arten hinlänglichen Ausschluß über den Zustand des Körpersgeben. Aus Allem geht hervor, welche mannichfaltige Rücksichten bei der Untersuchung desPulses genommen werden müssen, ehe er als sicherer Grund zur Beurtheilung von Krank-i heitszuständen und zur Behandlung' benutzt werden kann. Die Untersuchung wird gewöhn-lich an der Speichenarterie (iu-tei-iaraeliulis) am Handgelenk vorgcnommen, wo dieses Gefäßunmittelbar zwischen den äußern Hautbcdcckungen und dem Speichenknochen verläuft, sodaßman cs leicht fühlen und zusammendrücken kann. Wenn man auch zweifeln kann, daßHippokratcs die Bedeutung des Pulses kannte, so wurden doch seine Nachfolger bald auf die-selbe aufmerksam, und Galenus schrieb bereits darüber mehre Schriften; da aber der Blut-umlauf erst von Harvey (s. d.) im >7. Jahrh. entdeckt wurde, so bekam auch von da an erst, die Lehre vom Pulse die Wichtigkeit, die ihr gebührt, und wurde seitdem mit vielerAufmerksam-' keit weiter ausgebildet. Vgl.Formey,Versuch einer Würdigung des Pulses" (Bcrl. 1823).

PulSadergrschwulst, s. Aneurysma.

Pultäwa oder Poltawa, ein Gouvernement von 856 ü>M. in Klcinrußland, bc-> greift einen großen Theil des alten Großfürstenthums Kiew und des Fürstenthums Pcrejaslaw,gehört zu der altruss. Ukraine, bildete bis >797 die Statthalterschaft Jckaterinoslaw undwurde 1862 zu einem eigenen Gouvernement erhoben. Es ist eine der gesegnetsten und be-völkertsten Provinzen des russ. Reichs, wo das herrlichste Getreide und die schönsten Obst-artcn gedeihen. Weizen, Spelz und Buchweizen, Mais, Hirse, alle Arten Hülscnfrüchte, Öl-gewächse, Flachs, Hanf, Hopfen, Taback, span. Pfeffer kommen herrlich fort; Arbusen oderWassermelonen und Kantalugcn, auch eine Mclonenart, wachsen im freien Felde, und unterdem Baumobst zeichnen sich besonders die herrlichen Pultawa'schcn Kirschen aus, aus denender Wyschnowka, eine Art Kirschwcin, bereitet wird. Das Land ist meist flach, nur an we-nigen Stellen hügelig, gut bewässert, aber holzarm. Im Süden ist Steppe. Unter den Strö-men ist der Dniepr mit seinen unzähligen Nebenflüssen besonders hcrvorznhebcn. An seinen, Ufern halten sich Pelikane, Schwäne, wilde Enten und Schnepfen auf, und im Flusse selbstist die Fischerei von großer Bedeutung. Vieh- und Pferdezucht sind ausgezeichnet, auch dieBiencncultur von Belang. Dagegen ist die eigentliche Industrie noch sehr in der Kindheit,und auch der Handel nicht gar erheblich, denn fast nur mit Odessa und Moskau steht P. in rc-^ gelmäßigcr Verbindung. Unter den Fabriken zeichnen sich noch am meisten die Wollenfabriken,Gerbereien, Branntweinbrennereien, Salpctcrfiedcreien und die zahllosen Liqucur- undCon-fiturcnfabriken aus. Die Einwohner, 1,632020 an der Zahl, sind größtcntheilsKlcinrussen,, doch leben unter ihnen viele Großrussen, Griechen, Deutsche, Armenier und Juden, in deren! Händen meist der Handel ist. Die Zahl der Andersgläubigen beträgt nicht ganz 20000 ,

! worunter gegen l 8000 Juden und kaum 2000 Katholiken und Bekenner des evangelischen

Glaubens. Die Hauptstadt Pultawa liegt, von Kirschwäldern umgeben, am Einflüsse derPoltawka in die Worskla, ist von Erdwällen, die früher als Befestigung dienten, cingeschlossenMd hat breite und gerade, aber ungepflasterte Straßen, 13 Kirchen, ein Gymnasium, sieben