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Moses
allein er dachte nicht blos, sondern arbeitete auch mit beharrlichem Eifer als Staatsmann,und sein edles Herz erhielt ihn stets auf der Hohe des Weltbürgers und Menschenfreundes.Er war seit der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs wol der erste deutsche Staatsmann, der esungescheut aussprach, daß Wahrheit und Redlichkeit auch im Staatsleben erste Pflichtseien. Er war 20 Jahre hindurch, während der Minderjährigkeit des Herzogs Friedrichvon Aork, der als protestantischer Bischof 1763 Osnabrück erhielt, zwar nicht dem Titelnach, aber in der That der erste Nathgeber des Regenten. Er diente zugleich dem Landes-herrn und den Ständen, deren beider Vortheil nicht immer ein und derselbe war. Alleinsein ausgezeichnetes Talent, seine gründliche Eeschäftskcnntniß und sein Fleiß, verbundenmit unerschütterlicher Redlichkeit, Billigkeit und Uneigennüßigkeit, führten ihn gerade undtadelfrei durch alle Collistonen hindurch. Von 1762 an Justitiar beim Criminalgerichtein Osnabrück und, nachdem er diese Stelle l768 niedergelegt, bis zu seinem Tode als GehReferendar bei der Negierung angestellt, nahm er nur auf wiederholtes Verlangen der Ne-gierung 1783 den Titel eines Geh. Justizraths an. Erstarb am 8. Jan. 1794. SogroßseinNus in seinem Wirkungskreise war, so liebenswerth erschien er in dem engern Kreise desHauses und der Gesellschaft. Er war ein großer, stark und ebenmäßig gebauter Mann.Schon durch sein Äußeres flößte er Achtung ein. Sein Gang war fest und sicher; sei» We-sen ernst und freundlich; sein Gesicht treuherzig und klug, nicht ohne Würde, ausdrucksvollund Zutrauen einflößcnd. Krankhcitszufä lle wollte er durch Ruhe besiegen,' indem er derMeinung war, daß die Natur selbst das Übel niederkämpfe und deshal b nicht gestört wer-den dürfe. Erst in seiner letzten Krankheit erkannte er seinen Jrrthum; als er die Näheseines Todes fühlte, sagte er mit Gleichmuth: „Ich habe den Proceß verloren!" OhneSchriftstellerruhm zu suchen, fand er.ihn durch seine gründlichen, geistreichen und beredtenSchriften. Mit Sachkunde, Hellem Weltblick, aus warmer Brust und mit unerreichbarerLaune schrieb er über Fehler und Verbesserung der Sitten, über öffentliche Anstalten, überGeschichte, Staats- und bürgerliches Recht, und sowol der innere Gehalt seiner Schriftenals seine eigenthümliche Schreibart sichern ihm unter den deutschen Prosaisten eine der er-sten Stellen. Seine „Osnabrückische Geschichte" (2 Bde., Osnabr. 1768; 2. umgearb.Aufl., Berl. 1780; 3. Aufl., 1820), die bis zum 1.1192 reicht, ist voll von scharfsinnigenund cindringenden Bemerkungen, die über die ältere deutsche Geschichte manchen Auf-schluß geben, und in ihr ist ein Muster für fruchtbare Behandlung vaterländischer Special-geschichten gegeben. Den dritten Theil dieses Meisterwerks, mit Urkunden, gab aus des Ver-fassers handschriftlichem Nachlasse Herbart von Bar (Berl. 1824) heraus. Ein wahresNationalwerk sind seine „Patriotischen Phantasien" (1775 — 86; 3. Aufl. von seinerTochter I. W. I. von Voigt herausgegeben, 4 Bde., Berl. 1804). Sie entstanden ausden Jntelligenzblättern, welche M. von 1766—82 für Osn abrück schr ieb, u m die Einwoh-ner mit den Angelegenheiten des Vaterlandes auf eine zweckmäßige Weise bekannt zu ma-chen. Auch M.'s „Vermischte Schriften", die Fr. Nicolai nebst dessen Lebensbeschreibungherausgab (2 Bde., Berl. 1.797—98), enthalten zahlreiche Beweise seiner Menschenkennt-niß und seiner gesunden Laune, z.B. „Harlekin oder Vertheidigung des Groteskkomischen"(gegen Gottsched) und „Über die deutsche Sprache und Literatur" (gegen Friedrich ll.).Ein Trauerspiel „Arminius", 1748 geschrieben, folgt noch ganz der Eottsched'schen Schuleund wurde deshalb bald vergessen. Eine vollständige Ausgabe seiner „SämmtlichenWerke" (l 0 Bde., Berl. 1842—43) hat B. R. Abeken besorgt. Ein ehernes Standbildwurde ihm am 12. Sept. 1836 in seiner Vaterstadt errichtet.
Moses, der Heerführer und Gesetzgeber der Israeliten, wurde um 1600 v. Ehr. inÄgypten geboren, zu einer Zeit, wo sein Volk in harter Bedrückung lebte. Sein Vater warAmram, seine Mutter Jochebeth, Beide vom Stamme Levi. Drei Monate nach der Geburtmußte der Säugling zufolge eines königlichen Befehls, der alle männliche Geburt der He-bräer umzubringen gebot, ausgesetzt werden. Doch die Tochter des Königs von Ägypten,welcher die Sage den Namen Thermutis beilegt, fand am Ufer des Nils das dem Todegeweihte Kind und gab es, da dessen nahestehende Schwester Mirjam die Mutter herbeirief,dieser zur Pflege. Erst als lehrfähiger Knabe kam M. in die Pflege der Königstochter, dieihn den aus dem Wasser Geretteten (Mo-udsche im Ägyptischen, daher das hebr. Moscheh)