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8igny, ein etwa vier Merlen von Charleroi gelegenes belg. Dorf, welches der Schlachtden Namen gegeben hat, die hier Napoleon am 16. Juni 1815 der preuß. Armee lieferte,während zu gleicher Zeit in einiger Entfernung der Marschall Ney die brit. Armee bei demWeiler Quatre-Bras (s.d.) zurückhielt. Napoleon, der sich bei Eröffnung des Feldzugesvon 1815 seinen Gegnern nicht gewachsen fühlte, hatte den Plan gefaßt, dieselben einzelnzu überwältigen. Während die Russen und Östreicher noch dem Rhein zuzogen, standendie Preußen und Briten schon in Belgien und zwar, wegen Schwierigkeit der Truppen-verpflegung, in sehr ausgedehnten Cantvnnirungen. Die brit.-braunschw.-nicderländ.Armeeunter Wellington, dessen Hauptquartier am 14. Juni Abends zu Brüssel war, zählte 104000Streiter mit 25V Kanonen. Dieselbe war in drei Corps getheilt. Das erste unter demPrinzen von Oranien (s. Wilhelm II.) hatte sein Hauptquartier zu Braine-le-Comte; daszweite unter Hill zu Brüssel; das dritte, welches die Cavalerie vereinigte, unter Uxbridgezu Grammont. Bei der Annäherung Napoleon's gedachte Wellington seine Armee zuQuatre-Bras, zwei Stunden von dem linken Flügel der Preußen, zu concentriren. Die120000 M. starke preuß. Armee unter Blücher, der sein Hauptquartier zu Namur hatte,war in vier Corps getheilt. Das erste unter Ziethen zog sich an der Sambre hin und hattesein Hauptquartier zu Charleroi. Das zweite stand unrer Pirch in der Gegend von Namur;das dritte unter Thielmann in der Keae nd von Dinant an der Maas,: das vierte unter
Bülow hielt, in Lmtse-— 'i > ^ Quatre-Bras,
sollte sick^die^prkWTzü Fleurus concentriren. Die franz. Armee lehnte am Abende desI^-Jstmihrcn linken Flügel an das rechte Ufer der Sambre, hatte ihr Centrum zu Beau-mont, ihren rechten Flügel vor Philippeville. Ney befehligte den linken Flügel, der ausdem ersten Corps unter Erlon und dem zweiten unter Reille bestand. Im Centrum befandensich das sechste Corps unter Lobau, das dritte unter Vandamme, vier Cavaleriecvrps unterGrouchy und die Garden. Der Graf Ge'rard bildete mit dem vierten Corps und einemDetachement Cavalerie den rechten Flügel. Soult versah den Dienst eines Generalmajorsdes franz.Heers, das 122000 Streiter mit 350Kanonen zählte. Als Napoleon die AbsichtWellington's und Blücher's erkannte, faßte er den Entschluß, über die Preußen, die ihmzunächst standen, unverweilt herzufallen. Am >5. Juni bei Tagesanbruch setzte sich diefranz. Armee in Bewegung, überschritt die Sambre, warf die preuß. Vorhut und besetzteThuin, Charlcroi, Gosselies und Gilly. Wellington, in der Meinung, Napoleon richte seineHauptmacht gegen ihn, unternahm am > 5. keine Bewegung, so dringend ihn auch Blücheraufsoderte. Allein gegen Mitternacht, als des Kaisers Plan klar geworden, ließ Wellingtonseine Corps nach Quatre-Bras abgehen, und schon am Morgen des 16. hatte der Prinzvon Oranien daselbst Stellung genommen. Blücher hatte seine drei nächsten Corps in derNacht vom 15. zum 16. zusammengezogcn. Er nahm seine Stellung zwischen St.-Amandund Sombref und gedachte diese beiden Dörfer, sowie Ligny und Bry zu behaupten.Sein rechter Flügel zu Bry stand demnach Quatre-Bras sehr nahe; sein linker zu Som-bref war ungefähr 2'/- Stunden vom Corps des Prinzen entfernt. Nach den „Nemoires,ecrit, ü St.-Lölsno" erhielt Ney in der Nacht vom 15. zum 16. von Napoleon den Befehl,mit Anbruch des Tages sich auf dem Plateau von Quatre-BraS zu befinden, dort eine guteStellung zu nehmen und jede Unterstützung der Preußen durch die Briten zu verhindern.Erlon sollte sich mit dem ersten Corps im Rücken Ncy's, bei Frasnes, aufstellcn, um vonhier aus nach Befinden den Marschall zu unterstützen, oder auch auf den Nus des KaisersConv.-Lex. Neunte Aufl. IX. 1