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9 (1846) Ligny bis Mösien
Entstehung
Seite
747
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^ Mofengett Moser 747

l der Finkler",Cola Nienzi",Die Bräute von Floren;",Kaiser Otto M." und das Lust-spielDie Wette". Den größten Fortschritt unter denselben beweist das DramaOtto II!.",welches zwar manchen Angriff, doch überwiegenden Beifall bei den Darstellungen in Dres-den und Leipzig fand. Geschickte Anlage, lebendiger Fortschritt der Handlung, wahrhaftpoetische Behandlung der Sprache sind diesen Arbeiten allen eigen; doch hat es dem Dich-ter an praktischer Bühnenkenntniß gefehlt. Übrigens zeichnen sich alle seine Dichtungen, ab-gesehen von den formellen Vorzügen, durch geistigen Gehalt und Gesinnung aus.

Mosengeil (Friedr.), ein beliebter deutscher Erzähler, geb. am 26. Mär; l 773 inSchönau unweit Eisenach, wo sein Vater Pfarrer war, studirte in Jena Theologie und wardann Lehrer an der von Cotta in Zillbach begründeten Forstschule, bis er nach dem Wunscheseines Vaters, der inzwischen Pfarrer in Frauenbreitungen geworden war, dessen Amks-gehülfe wurde. Sieben Jahre später, im I. 1865, übertrug ihm die verwitwete Herzoginvon Sachsen-Meiningen die Erziehung ihres einzigen Sohnes, des Herzogs Bernhard ErichFreund, den er später auch auf die Universitäten nach Jena und Heidelberg und auf seinenReisen nach der Schweiz, Oberitalien, Belgien, Holland und Frankreich begleitete. Nach demRegierungsantritte des Herzogs im J. 1821 erhielt er die ihm bestimmte Stelle im Kon-sistorium zu Meiningen, der er bis zu seinem Tode am 2. Juni 1839 Vorstand. Seine Er-zählungen, die verdienten Beifall fanden, vereinigte er später in den SammlungenLieben-stein und die neuen Arkadier ll/2.Aull., Krankst 182 07/^ Reisegefährten" (3 Bde., Franks.182528);Drei Freunde auf Reisen" (3 Bde., l^^LM^Sommerabcndstun-den" (2 Bde., Hildburgh. 1831). Nirgend ist seine Absicht blos aufflüchtige Unterhaltung,sondern immer auch auf sittliche Anregung zum Guten, Wahren und Schönen gerichtet.Das Andenken seines Jugendgespielen Ernst Wagner ehrte er durch eine Sammlung derWerke desselben (12 Bde., Lpz. 182-t 28) und dieBriefe über den Dichter Ernst> Wagner" (2 Bde., Schmalk. 1826). M. war eine durchaus reine und milde Natur; inseltenem Maße besaß er die Gabe der freien Rede. Noch ist zu bemerken, daß er sich zuerstunter den Deutschen mit Stenographie beschäftigte und auch während seines Aufenthaltsin Zillbach ein Büchelchen darüber schrieb (3. Aufl., Jena 1819).

Moser (Joh. Jak.), einer der fruchtbarsten Publicistcn Deutschlands, geb. zuStuttgart am 18. Jan. 1701, besuchte das Gymnasium daselbst und bezog >717 die Uni-versität zu Tübingen, wo er 1720 außerordentlicher Professor der Rechte wurde. Da erhier nicht viel Beifall fand, so ging er 1721 mit dem Charakter eines herzoglich würtem-berg. Regierungsraths nach Wien, wo er an dem Neichsvicckanzler, Grafen von Schön-born, einen vorzüglichen Gönner fand. Da jedoch derselbe ihm zu keiner Anstellung verhel-fen konnte, weil er nicht katholisch werden wollte, so kehrte er nach dem Vaterlande zurück,verließ dasselbe aber bald wieder, weil man ih n Hür einen Spiou des ka^ rlicken Hofs an-sah, und ging aufs neue nach Wien. Nachdem eine nochmalige Reise nach Würtembergihn überzeugt, daß daselbst für ihn nichts zu hoffen sei, wendete er sich >725 ganz nachWien. Weil aber das würtemberg. Ministerium von seinem Aufenthalte zu Wien nach-theilige Folgen für das Land besorgte, so wurde er 1726 als wirklicher Regierungsrathnach Stuttgart berufen und 1727 ordentlicher Professor der Rechte bei dem fürstlichenCollegium in Tübingen. Aus Arger über mancherlei Anfechtungen von Seiten seiner Col-lege» legte er nach wenigen Jahren seine Stelle nieder; allein schon l 733 wurde er vondem neuen Herzoge, Karl Alexander, in seine frühere Negierungsrathsflelle wieder einge-' setzt, welche er 1736 mit der eines preuß. Geh, Raths, Directors der Universität und Or-dinarius der Juristenfacultät zu,Frankfurt an der Oder vertauschte. Verschiedene Ver-drießlichkeiten, besonders über eine vom König angeordnete burleske Disputation, bewo-gen ihn, 1739 auch diese Ämter niederzulegen. Hieraus lebte er zu Edcrsdorf im reußischenVoigtlande, bis die Ausbreitung der herrnhutischen Sekte, welche ihn und seine Familievom Abendmahl ausschloß, ihn von hier vertrieb, worauf er 1747 die vom Landgrafen zu, Hessen-Homburg ihm angebotene Stelle als Geh. Rath und Chef der Kanzlei annahm.Doch wegen des Widerstandes, den er hier in der Ausführung seiner Kameral- und andernGrundsätze erfuhr, nahm er auch hier nach kurzer Zeit seine Entlassung und lebte seit 17 49zu Hanau, wo er für junge Leute eine Staats - und Kanzleiakademie anlegtt. Nur der