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9 (1846) Ligny bis Mösien
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746 Mosellanus Mosen

gefährlich, aber dennoch für den Nheinhandel von großer Wichtigkeit. Die Moselschiffe, ^Traubertcnkähne und Bohrnachen genannt, sind äußerst stark gebaut mit platten engenBöden, vorn spitz und hinten rund; sie haben gewöhnlich 80 F. Länge und 20 F. Breiteund tragen in der Regel eine Last von 600 1000 Ctr. Die Haupthandelsgegenstände,welche die Mosel herab in den Rhein geführt werden, sind Dachschiefer, Holz, Holzkohlen,Kalk, Apothekerwaaren, Liqueurs, Steinkohlen, Gyps, Pottasche, Salz, Lohrinde, GlaS-waaren, Schleifsteine, franz. und vor Allem Moselweine; aus dem Rhein gehen in dieMosel namentlich Stahl, Eisen, Kupfer, Blei, Zinn und Colonialwaaren. Die Ufer derMosel sind von Trier bis Koblenz äußerst malerisch, und insbesondere gewährt die Gegendvon Trarbach die schönsten, mannichfaltigstcn Ansichten. Unter den Alten besang die Moselder Dichter Ausonius (s. d.). Vgl. Klein,Beschreibung des Moselthals" (Kvbl. >831)undMoselreise von Trier bis Koblenz" (3. Ausl., Kobl. 1836).

Mosellanus (Petrus), eigentlich Schade, einer der Beförderer der klassischenStudien im Zeitalter der Reformation, war zu Proteg an der Mosel im Trierschen imI. >403 geboren und unter 14 Kindern das jüngste. Sein Vater, ein Winzer und Klein-händler, wollte ihn studiren lassen, starb aber, und M. sah sich nun selbst überlassen. Auf derSchule zu Köln erwarb er sich tüchtige Kenntnisse im Griechischen und Lateinischen; dannging er Nach Leipzig, wo er namentlich an dem Professor Kasp. Börner einen bedeutendenGönner fand. Auf Anräthen desselben wiktvc erHmächst >5 Ir Lehrer an der neugestifte-ten Schule zu Freiberg- jedoch noch in demselben Jahre von Herzog Georg von Sachsenals Professor der griech. und lat. Sprache an der Universität zu Leipzig angestellt. Hierstarb er bereits am >9. Apr. 1524. Er stand mit Erasmus, Melanchthon, Eobanus Hes-sus, Camerarius und Micyllus in enger Freundschaft. Sein Hauptbemühen war dahingerichtet, die gelehrten Schulen zu verbessern und die Wissenschaften in größere Aufnahmezu bringen. Vgl. Köhler,ketri Ulasellani memoria" (Lpz. 1 805). ,

Mosen (Jul.), eigentlich Moses, aber christlicher Herkunft, ein bekannter deutscherDichter, ist in Marien«, einem Dorfe des sächs. Voigtlandes, am 8. Juli >803 geboren.Von seinem Vater, dem Schullehrer des Orts, einem humoristischen, geistig belebtenManne, vorgebildet, besuchte er das Gymnasium zu Plauen und seit 1822 die Universitätzu Jena, wo er die Rechte studirte. Im I. 1824, im Begriff nach Leipzig zu gehen, verlorer seinen Vater, welcher Verlust drückende Sorgen für ihn und seine Familie zur Folgehatte. Dennoch ermöglichte er es, mit einem Freunde eine Reise durch Tirol nach Italienzu machen, von der er >826 zurückkchrte. Hierauf vollendete er in Leipzig sein Fachstudiumund bestand 1828 die juristische Prüfung. Nachdem er sich einige Jahre in seiner Heimatbei einem Sachwalter in praktischen Arbeiten geübt hatte, ging er nach Leipzig und 1831,nach erlangter Advokatur,> als Aktuar an das Patrimonialgericht Kohren. Als das Patri-monialgericht 1834 an den Staat überging, wendete er sich nach Dresden, wo er als Advocatthätig und als Armenadvocat angestellt, in freundlichen Verhältnissen einen immer höher»Aufschwung nahm, bis er 1844 mit dem Titel als Hofrath einem Rufe als Dramaturg andas Hoftheater in Oldenburg folgte. M. trat als Dichter zuerst auf mit dem auf eine ital.Sage gegründetenLied vom Ritter Wahn" (Lpz. 1831); geistig hiermit verwandt warseinAhasver" (Dresd. und Lpz. >838). Beide Gedichte waren aber zu sehr aus des Dich-ters subjektivem Geisteszustände hervorgegangen und nur auf dem Wege der Allegoriezur dichterischen Anschaulichkeit gestaltet, als daß sie einen wahrhaft epischen Charakter an ,sich tragen und eine bedeutende Wirkung hätten Hervorbringen können. Ungleich mehr ginger aus sich heraus in seinenGedichten" (Lpz. >836; 2. Ausl., 1843), von denenAndreasHofer" undDie letzten Zehn vom vierten Regiment" ganz ins Volk übcrgegangen sind. AlsNovellist trat er auf mitGeorg Venlot" (Lpz. >831), welche Novelle durch die Julircvo-lution angeregt, ihn zuerst der Außenwelt und dem Völkcrleben zuführte, dem er in seinemKongreß von Verona" (2 Bde., Lpz. 1842) ein Meisterwerk widmete. SeineNovellen"(Lpz. 1837), denen sich seineBlaueBlume" in der Urania (1840) anschließt, sind großen-theils idyllische Naturgemälde, theilweise in das Phantastisch-Märchenhafte überspielend,ohne letzteres hinreichend mit dem realen Boden, auf den es gestellt ist, zu verschmelzen.Seine neueste Entwickelungsstufe seit 1836 ist bezeichnet durch seine DramenHeinrich