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Moscherofch Mosel
neuern eine zweite Sammlung von,Müdes" und eine große vicrhändige Sonate, die abernoch nicht im Druck erschienen ist. Concerte für Pianoforte hat er eine ganze Reihe ge-schrieben; die vorzüglichsten sind das in 6-moII und nächst diesem das in Ls-ilur. M. istganz gegen die Sitte der meisten altern Künstler stets den Fortschritten der Zeit nicht alleinmit Interesse gefolgt, sondern hat auch denselben einen lebendigen Einfluß auf seine Werkegestattet, wodurch diese hin und wieder einen mehr eklektischen Charakter erhalten haben.
Moscherosch (Hans Mich.), eigentlich Mosenro sch, einer der vorzüglichsten deut-schen Schriftsteller des >7. Jahrh., stammte von einer aragones., unter Karl V. nachDeutschland gekommenen Adelsfamilie. Unrichtig ist die Angabe, daß sein Name eine Über-setzung von „Kalbskopf" sei. Er wurde am 5. März 166» zu Wilstädt in der GrafschaftHanau-Lichtenberg (im Badischen) geboren, wo sein Vater Prediger war, und studirte zuStrasburg die Rechte. Nachdem er einige Jahre Hauslehrer bei dem jungen Grafen vonLeiningen-Dachsburg gewesen, erhielt er 1628 eine Anstellung als Amtmann bei demGrafen von Krichingen und wurde 1636 Amtmann bei dem Herzoge Ernst Bogislaus vonCroy zu Vinstingen. Hier verlor er in Folge der Kriegsunruhen sein ganzes Eigenthumund mußte nach Strasburg flüchten. Hierauf war er eine Zeit lang schweb. Kriegsrath.Seit 1656 als Rath in Diensten des Grafen Friedrich Kasimir von Hanau angestellt, er-hielt er in der Folge das Präsidium bei der Kanzlei, der Kammer und dem Consistorium zuHanau. Er starb zu Worms am 4. Apr. 1669. M. war seit >615 Mitglied der Frucht-bringenden Gesellschaft, in wellMr'spden Beinamen des Trä umen den führte; als Schrift-steller nannte er sich Philander von Sittewald. Sein Hauptwerk ist „Wunderlicheund wahrhafte Gesichte Philander's von Sittewald, d. i. Strafschriften Hans MichaelMoscherosch's von Wildstädt, in welchen aller Welt Wesen, aller Menschen Händel mit ihrennatürlichen Farben der Eitelkeit, Gewalt, Heuchelei und Thorheit bekleidet, öffentlich aufdie Schau geführt, als in einem Spiegel gestellt und gesehen werden u. s. w." (2 Bde.,Strasb. >656). Dasselbe besteht aus 14 allegorisch-satirischen, zuerst einzeln gedrucktenTraumbildern, die die verschiedensten Gebrechen der Zeit mit seltener Lebendigkeit und An-schaulichkeit geißeln; für die gegenwärtige Zeit wird ihr Werth gemindert durch die mitviel todter Gelehrsamkeit und fremden Wörtern ausstafsirte Sprache. Die leydener Aus-gabe (7 Bde., 1646—47, 12.) enthält sehr viele unechte Zusätze. M. hat zwar die Ideezu seinen „Gesichten" dem Spanier Quevedo zu danken, dieselbe aber in durchaus eigen-thümlichcr Weise benutzt. Übrigens ist er nicht zu verwechseln mit seinem Bruder Quiri-nusM., der unter dem Namen Philander Mitglied des Hirten-und Blumenordensander Pegnitz war und 1673 ein „Poetisches Blumenparadies" herausgab.
Moschus, ein griech. Jdyllendichter aus Syrakus im 3. Jahrh. v. Chr., war, wiesein Zeitgenosse Bion (s. d.), ein Nachahmer des Theokrit (s. d.), den er jedoch durchSchmuck zu überbieten suchte. Die von ihm noch vorhandenen Poesien sind mehr episch -mythische und zum Theil elegische Schilderungen und hymnische Darstellungen als wahreIdyllen, die kleinern Gedichte aber epigrammatische Lieder und poetische Tändeleien. Meistfinden sie sich an den Ausgaben des Bivn und Theokrit.
Moschus und Moschusthier, s. Bisamthier.
Moscovade, s. Zucker.
Mosel (franz.iVloseile), cinNebenfluß des Rhein, entspringt in Frankreich am BergeDrnmont in dem Vogesengebirge, nahe bei der Quelle der südlich fließenden Saone, wirdbei Pont-ä-Mouffon schiffbar und ergießt sich bei Koblenz in den Rhein. Sie durchfließt diefranz. Departements der Vogesen, der Meurthe und der Mosel, einen Theil des Herzog-thums Luxemburg und die preuß. Nheinprovinz, berührt die Städte Epinal, Toul, Metz,Thionville und Trier, und nimmt auf ihrer linken Seite unterhalb Nancy die Meurthe, beiMetz die Seille und unweit Trier die Saar, auf der rechten Seite oberhalb Thionville dieOrne und oberhalb Trier die Sure oder Sauer auf. Die Länge ihres Laufs, den sie erst innordwestlicher,'dann in nördlicher, und von Thionville in nordöstlicher Richtung nimmt, be-trägt gegen 86 Meilen. Die Schiffahrt auf ihr ist zwar wegen der Krümmungen, die siebesonders zwischen Trier und Koblenz macht, sehr langwierig und wegen der gefährlichenStellen am Müdenloch, am Sommerloch und an den Felsen bei Briedern und Alfs sogar