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9 (1846) Ligny bis Mösien
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Logik

Planmäßigkeit einen bedeutenden Anstoß gegeben zu haben. Seine anfangs geheim ge-haltene Lehrart hat er in demSystem der Musikwissenschaft" (Bert. >827) niedergelegt.

Logik heißt der Wortbedeutung nach eine Lehre vom Denken, daher auch der deutscheAusdruck Denklehre. Die Veranlassung, die Logik als einen besondere, Theil der Philoso-phie auszubilden, lag in dem Bedürfniß, sich über die Zulässigkeit, Richtigkeit und Noth-ivcndigkeit der Begriffs- und Gedankenverknüpfungen, in welchen sich die Erkenntniß dar-stellt, Rechenschaft zu geben. Die ersten Anfänge derselben finden sich bei den Eleaten(s. d.). Als ein Hülssmittel der Überredung übten sie dieSvphisten (s. d.), und selbstdieMegariker (s. d.) scheinen sie vorzugsweise nur als ein Mittel der geistigen Gymna-stik betrachtet zu haben. Mit wissenschaftlichem Ernste dagegen behandelten die Frage nachder Gesetzmäßigkeit eines begriffsmäßigen Denkens Sokrates und Platon. Jndeß stelltePlaton die Logik oder, wie er cs nannte, die Dial ektik (s. d.) noch nicht als ein abgeson-dertes Ganze auf. In dieser Beziehung ist der eigentliche Begründer derselben Aristoteles.Denn obgleich dieser die Formen der Gedankenverknüpfung in genauer Beziehung auf dasErkennen untersuchte, so behandelte er doch die Logik factisch als eine Wissenschaft von denformellen Gesetzen des Denkens und nannte diese Untersuchung Analysis (s. d.). Indemer die Gedanken in ihre Elemente, die Begriffe, zerlegte, die Form der Verbindung der Be-griffe in den Urtheilen und endlich die Abhängigkeit der Urthcile voneinander bestimmte,wiesle entweder ohne oder, wie im Syllogismus (s. d.), durch Vermittelung andererBegriffe erkannt wird, wurde er der Urheber der strengen formalen Logik und prägte denTypus derselben so bestimmt aus, daß Kaut sagte: seit Aristoteles habe die Logik keinenSchritt vorwärts, aber auch keinen rückwärts thun können. Das Gebäude der Aristoteli-schen Logik wurde in spätem Jahrhunderten von den Scholastikern (s-d.) mit vielenunnöthigen Spitzfindigkeiten überladen. Man betrachtete sie überdies geradezu nicht blosals das formale, sondern auch als das materiale Organon der Philosophie. Übertreibun-gen dieser Art wirkten Petrus Ramus, Gassendi, Baco u. A. entgegen- Allein bis zumEnde des 18. Jahrh. blieb das Ansehen der Logik vollkommen unangetastet und wurdedurch die Hochachtung, welche Männer, wie Leibnitz, ihr zollten, eher verstärkt als ge-schwächt. Es ist indeß sehr natürlich, daß die Logik theils in ihrer speciellen Ausführung,theils rücksichtlich der Auffassung ihres Verhältnisses zu andern Theilen der Philosophievon den Umwandlungen der letztem vielfach berührt wurde. Schon bei den Alten, nament-lich den Stoikern, wurden auch die Untersuchungen über die materiellen Bedingungen undKennzeichen (Kriterien) der wahren Erkenntniß in ihr Gebiet gezogen, also Das, was dieNeuern Theorie der Erkenntniß, Kritik oder Fundamentalphilosophie genannt haben.Diese Erweiterung gab später vielfach Veranlassung, sie vom psychologischen Standpunkteaus als eine Geschichte des erkennenden Denkens zu behandeln und die Üntersuchung überden Ursprung und die Quellen der Begriffe in sie mit aufzunehmen. Wo dagegen, wie inden Systemen nach Kant, deren Spitze Hegel (s. d.) repräsentirt, die Identität des Den-kens und des Seins als Axiom der Philosophie galt, mußte sich eine entschiedene Oppositiongegen die sogenannte formale Logik einstellen, ihr jede selbständige Bedeutung abgesprochenund, was von ihr etwa übrig blieb, entweder als ein Theil der Phänomenologie des Geistesoder der Metaphysik selbst behandelt werden. Endlich konnte selbst der Empirismus an ihrAnstoß nehmen, weil die Begriffe von den Dingen und ihren Veränderungen, die uns die.Erfahrung factisch aufdringt, vielfältig mit Widersprüchen behaftet sind und den Foderun-gen der Logik nicht entsprechen. Sucht man nun den Begriff und die Aufgabe der Logikunabhängig von vorgefaßten Lehrmeinungen zu bestimmen, so läßt sich wenigstens die Fragenicht abweisen, ob nicht, indem das Denken das Instrument alles Erkennens ist, sich fürdasselbe, unabhängig von dem besonder« Inhalt der Begriffe, eineEesetzmäßigkeit Nachwei-sen lasse, ohne deren Beobachtung cs auf eine innere Haltbarkeit nicht Anspruch machenkann. Unmittelbar deutlich ist hierbei, daß ein Gedachtes, dessen Inhalt sich selbst aufhcbt,sich widerspricht, für ein Denken, welches etwas denken will, seine Bedeutung verliert, unddies besagt der Satz der Identität (s.d.) und des Widerspruchs. Die Anwendung diesesSatzes, den man gewöhnlich das Princip der Logik nennt, auf die verschiedenen mögli-chen Formen der Urtheile und Schlüsse, führt nun allerdings zu rein formalen Bestimm»»-